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Andy Lee müht sich zu glanzlosem Punktsieg über Anthony Fitzgerald

Deutlich schwerer als erwartet tat sich am Samstagabend Mittelgewichtler Andy Lee. Der 28-jährige Ire besiegte in Belfast seinen ein Jahr jüngeren Landsmann Anthony Fitzgerald zwar nach Punkten, wurde seiner klaren Favoritenrolle jedoch kaum gerecht. Nach einem ordentlichen Start hatte er in den mittleren Runden Probleme mit dem Tempo und dem Druck von Fitzgerald, der eine äußerst couragierte Leistung zeigte, aber am Ende boxerisch zu limitiert war.

Fitzgerald suchte sein Heil früh in der Offensive mit dem Motto, dass er nichts zu verlieren habe. Er attackierte sofort mit harten Kombinationen, von denen jedoch nur wenige landeten. Andy Lee zirkelte dabei durch den Ring und versuchte zu kontern. Spätestens nach einer Minute verschaffte sich Lee mit einem starken linken Aufwärtshaken dann erstmals etwas Respekt bei Fitzgerald, der jedoch trotzdem weiter nach vorne marschierte und dabei gute Treffer schlucken musste. In Runde Zwei gelang es Lee dann schon etwas besser Fitzgerald auf Distanz zu halten, da er seinen rechten Jab zunehmend etablierte. Zudem attackierte er nun mehr den Körper seines nicht ganz austrainiert aussehenden Gegners. Fitzgerald machte ihm das Leben jedoch in Phasen weiterhin schwer.

In der dritten Runde bestimmte Lee im Rückwärtsgang das Geschehen wieder grundsätzlich, doch versuchte nicht wirklich seinen Platz in der Ringmitte zu behaupten. Stattdessen ließ er sich teilweise sogar, wie in der letzten Minute der dritten Runde, in der Ringecke stellen, wo Fitzgerald dann die Fäuste so richtig fliegen ließ, während Lee sich hinter seiner Deckung verschanzte. Zwar landeten nicht all zu viele der Schläge, und Andy Lee entschied trotzdem die Runde für sich, doch war es ein Anzeichen, dass Lee ein wenig das Selbstbewusstsein zu fehlen schien um auf seine Schlagkraft und überlegen Technik zu vertrauen um Fitzgerald direkter zu begegnen.

Nachdem Lee auch die vierte Runde dank der saubereren Treffer für sich entschied, kam Anthony Fitzgerald mit einer besseren fünften Runde zurück, in der sich Lee eine kleine Auszeit zu nehmen schien und vielleicht bereits dem Druck, den sein Gegner ausübte, etwas Tribut zollen musste. Denn, auch wenn Fitzgerald in der vierten Runde teilweise so ausgesehen hatte als könne er das hohe Tempo nicht mehr weiter so gehen, legte er nun wieder eine ordentliche Workrate an den Tag und ließ Lee kaum Momente zum Durchatmen. Auch in der engen sechsten Runde war es wieder eine Frage zwischen Fitzgeralds Druck und Aggression und Lees saubererer Arbeit.

Das Momentum lag zu diesem Zeitpunkt bei Anthony Fitzgerald. Er zwang Lee seinen Kampf immer mehr auf und schien eher in der Lage zu sein das hohe Tempo zu gehen als der klare Favorit. Tatsächlich erwischte Fitzgerald in der Siebten wohl seine bis dahin beste Runde und schien möglicherweise den Punkterückstand, den er früh erlitten hatte, aufgeholt zu haben. Es ging in die letzten drei Runden und Fitzgerald stellte Lee immer mehr an den Seilen, wo er dessen Kampfgeist auf Herz und Nieren überprüfte. Jedoch wurde auch Fitzgerald zunehmend erschöpfter, und seine Schläge wurden unsauberer und seine Deckung löchriger. Lee nutzte dies zu einer besseren achten Runde, in der er ordentliche Konter anbrachte, aber weiterhin alles andere als komfortabel wirkte.

Andy Lee hatte jedoch ein wenig seine zweite Luft gefunden und lieferte nach den durchwachsenen mittleren Runden einen guten Schlussspurt in den Runden Neun und Zehn ab, die er wohl wieder für sich entschied. Nach dem Schlussgong sprang Anthony Fitzgerald auf die Seile und ließ sich von dem Publikum als Sieger feiern, doch der Ringrichter entschied mit 98-94 vielleicht etwas zu deutlich für Andy Lee.

Für Andy Lee war es damit ein siegreiches, aber auch sehr glanzloses Comeback nach seiner KO-Niederlage im WM-Kampf gegen Julio Cesar Chavez Jr. vor acht Monaten. Er feierte seinen insgesamt neunundzwanzigsten Profisieg, dem lediglich zwei Niederlagen gegenüberstehen. Möglicherweise darf er nun auf weitere Chancen hoffen sich für einen WM-Kampf zu empfehlen. Anthony Fitzgeralds Kampfrekord verschlechterte sich hingegen auf 13 Siege und vier Niederlagen, jedoch verkaufte sich der eher unbekannte 27-Jährige in seinem mit Abstand größten Kampf sehr gut gegen einen klar favorisierten Gegner.

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5 Kommentare

  1. MainEvent
    9. Februar 2013 at 22:44 —

    Wm Kampf ? Golovkin sucht Opfer !

  2. matthias
    9. Februar 2013 at 23:00 —

    andy lee schafft es nie auf die knie

  3. Mr. Wrong
    9. Februar 2013 at 23:37 —

    @ MainEvent

    WM Kampf, kein Selbstmord!

  4. thefighter1
    10. Februar 2013 at 00:13 —

    aus dem wird nixx höchstens top 30 im MW

  5. Alex2.0
    10. Februar 2013 at 00:18 —

    Achso, Top-30 im MW ist also nichts….. ernsthaft?

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