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Andrzey Fonfara vs Joe Smith jr – Desaströse Niederlage für den Polen

Man kann es nicht anders sagen: Für den Polen Andrey Fonfara (28(16)-4(2)-0) gab es am 18. Juni in seiner Wahlheimat Chicago eine desaströse Niederlage. Der 28-jährige WBC-International Champ ging bereits in Runde 1 zu Boden und wurde dann in der Folge von seinem Gegner, dem 26-jährigen Amerikaner irischer Abstammung Joe Smith jr , regelrecht abserviert.

Schon in den ersten 2 Minuten der ersten Runde lieferten sich beide Boxer ohne jedes Vorgeplänkel und ohne jede vorsichtige Abtasterei einen Kampf der ahnen ließ, dass es nicht über die volle Distanz gehen wird. Es ging gleich „zur Sache“ wie man so schön sagt. Genau eine Minute vor Rundenende landete Smith bei Fonfara einen verheerenden Kopftreffer, der den Polen sofort auf den Hosenboden zwang.

Die restliche Minute dieser ersten Runde sollte ausreichen, um Fonfara den Garaus zu machen. Er war nach dem Anzählen noch nicht wieder richtig klar. Smith bearbeitete ihn weiter mit variablen Schlägen. Ein Körpertreffer, mehrere Schläge zum Kopf und schließlich mehrere Aufwärtshaken setzen das Vernichtungswerk fort. Fonfara kassierte als finalen Schlag noch einmal eine harte Rechte am Kopf und landete in der Ringecke auf den Brettern.

Es hatte absolut keinen Sinn mehr. Schon als man sehen konnte, dass Ringrichter Hector Afu aus Panama ihm aufhalf war klar, dass der Kampf zu Ende ist. Das Zeichen dafür kam allerdings erst, als Fonfara wieder auf seinen wackeligen Beinen stand. So ein Desaster hätte sich Fonfara bestimmt in seinen schlimmsten Alpträumen nicht ausgemalt: Er wurde vor seinen Fans und Freunden in seiner Wahlheimat Chicago abgefertigt wie ein Journeyman.

Man muss sich dabei folgendes überlegen: Fonfara hat vor 2 Jahren volle 12 Runden gegen WBC-Champ Adonis Sevenson gestanden. Dieser Kampf ging zwar nach Punkten verloren, aber er hatte zumindest bis zum Schluss Paroli geboten. Danach kam ein Aufbausieg gegen Doudou Ngumbo. Den bis dahin stark eingeschätzten Julio Cesar Chavez jr zwang er zur Aufgabe. Dann der Punktsieg gegen Nathan Cleverly. Und jetzt das: Er, die Nr.2 des WBC-Rankings, geht gegen die Nr. 34 dieses Verbandes bereits in Runde 1 „baden“. Es kann kaum ein größeres Desaster für einen Boxer geben.

Es bleibt abzuwarten, wie es nun mit beiden Boxern weiter geht. Fonfara fällt natürlich erst einmal in allen Ranglisten und der Weg zurück an die Spitze wird wohl ein langer werden. Spannend wird es jetzt für Joe Smith jr. Er wird in den nächsten Kämpfen zeigen müssen, ob er einfach nur ein „glückliches Händchen“ an diesem Samstag in Chicago hatte oder ob er tatsächlich so stark ist, wie seine Leistung gegen Fonfara aussah.

Hier der ganze Kampf: (klick)

 

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14 Kommentare

  1. 21. Juni 2016 at 00:52 —

    Beides ziemlich sympathische Working-Class-Typen. Smith hat den Konter super gesetzt, war selbst kurz in Schwierigkeiten, aber das war natürlich auf den Punkt genau dagegen geschlagen. Ein bisschen schade finde ich es, denn ich habe mir Fonfara immer mal als Gegner für Brähmer gewünscht – aber so wird es jetzt ja vielleicht Smith. Der Typ kann definitiv hauen und ist nicht zu unterschätzen, einen guten Jab konnte man auch sehen.

  2. 21. Juni 2016 at 09:13 —

    Für mich sah es so aus, als hätte Fonfara Smith gerade nicht ernst genommen, weil er ihn angeklingelt hatte und ist dafür böse bestraft worden..

    • 21. Juni 2016 at 14:29 —

      Das stimmt wohl Fonfara war zu selbstsicher und hat seine Deckung vernachlässigt ich würde mich auf einen Rückkampf freuen

  3. 21. Juni 2016 at 11:53 —

    Fonfara ist ein guter B-Level-Fighter.. mehr nicht..nicht der Weltmeistertyp…das gilt für Smith auch….mehr so Undercard-Typen

  4. 21. Juni 2016 at 17:14 —

    Fonfara kassiert einfach zu viel, das war auch der Grund, warum ich auf Smith getippt habe, allerdings auf Punkte. Smith ist ja sonst nicht der große K.O. Schläger.

  5. Gönne Smith den sieg. Was hat der denn für Orangutan Arme?

    Hab natürlich nicht damit gerechnet. Fonfara war eindeutig zu leichtsinnig in den ersten runden. Der kleine Hype der um ihn entstanden war ist ihm wohl zu kopf gestiegen.

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