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Andrade besiegt Sulecki und will einen Kampf gegen Canelo

Eine recht einseitige Partie sah man heute am frühen Morgen zwischen WBO-Champ Demetrius Andrade und Herausforderer Maciej Sulecki. Auch die anderen Kämpfe dieser Veranstaltung endeten mit eindeutig klaren Ergebnissen, an denen es nichts zu kritisieren gab.

Entgegen seiner Aussage vor dem Kampf tat der Pole einfach zu wenig bei seiner großen Chance, Andrade den Gürtel streitig zu machen. Bereits nach einer Minute in der ersten Runde saß Sulecki auf dem Hosenboden, weil Andrade ihn „schlagartig“ aus dem Gleichgewicht gebracht hatte. Spätestens nach 3 Runden war klar, wer Chef im Ring ist: Andrade.

Der Weltmeister hatte das heimische Publikum auf seiner Seite und wurde lautstark mit „Boo – Boo“ Rufen angefeuert. Der Mittelgewicht-Champ der WBO bestimmte den Kampf nach belieben. Er kam als Rechtsausleger mit seinem Jab immer wieder gut ins Ziel. Ab der 5. Runde wurde das Ganze allerdings schon ein bisschen albern, weil Andrade mit seinen Tanzeinlagen den Herausforderer regelrecht verhöhnte. Sowas ist nicht unbedingt jedermanns Geschmack bei einem klassischen Boxkampf. Ob sein Trainer / Vater das so gut fand, kann man getrost bezweifeln.

Sulecki traf in fast jeder Runde ein paar mal, dass reichte aber für keinen Rundengewinn. Er schaffte es einfach nicht, in die richtige Schlagdistanz zu kommen. Das sollte nicht wundern, weil Andrade bei der Beinarbeit und seinen Meidbewegungen besonders stark war. In den meisten Runden gab Andrade in den letzten Sekunden noch mal richtig Gas, um bei den Punktrichtern keine Zweifel aufkommen zu lassen. Das Resultat nach 12 Runden: 3x 120:107 für den Titelverteidiger. Der WBO-Champ forderte bei seiner Ringansprache nach dem Kampf lautstark einen Titel-Vereinigungskampf mit Canelo Alvarez.

In dem anderen Hauptkampf ging es zwischen dem Briten Khalid Yafai und Norbelto Jiminez im Superfliegengewicht um den Titel des Verbandes WBA. Auch dieser Kampf war recht einseitig und endete mit einem klaren Sieg des Weltmeisters, der die Ringmitte bestimmte und dem Herausforderer aus der Dom-Rep seinen Kampf aufzwang. Das Ergebnis: 117:109, 119:107 und 118:108 für den Briten.

Der „Länderkampf“ zwischen Leapai (Australien) und Parker (Neuseeland) wurde zu Gunsten von Neuseeland entschieden. Parker war der dominierende Boxer, der Leapai beherrschte und immer wieder mit harten Treffern eindeckte. Von Leapai kam zwar immer wieder ein bisschen Gegenwehr, aber er brachte seine wilden Schwinger nicht all zu oft ins Ziel. Ringrichter Ricky Gonzales beendete den Kampf in Runde 10. Er nahm Leapai stehend aus dem Kampf. Der tapfere Samoa-Krieger hatte einfach schon zu viele Kopftreffer kassiert. Eigentlich wäre es Sache seiner Ecke gewesen, das Handtuch zu werfen. Ein symbolisches „Chapeau“ vor díesem Ref, der seiner Aufgabe gerecht wurde und Verantwortung für die Gesundheit von Lepai zeigte.

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1 Kommentar

  1. 1. Juli 2019 at 04:43 —

    Andrades Kampfstil und auch seine Gehabe außerhalb des Rings sind wirklich sind jedermanns Sache (meine auf keinen Fall). Aber gegen den sehr starken Polen, der bspw. Daniel Jacobs alles abverlangt hat und auch gegen Culcay besser aussah als Andrade selbst, hat er einen bärenstarken taktischen Kampf abgeliefert. Denke, mit dieser Performance wird er sich nicht gerade für big Fights (Canelo, GGG, die Charlos) empfohlen haben, denn er ist ein klassischer Fall von „High Risk – Low Reward“.

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