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Anabel Ortiz bleibt WBA-Weltmeisterin

Beitragsbild: WBA

Während die meisten Boxfans am vergangenen Wochenende auf die Kämpfe zwischen Jennings und Dimitrenko oder Fury und Pianeta im Schwergewicht geschaut haben, gab es auch am „anderen Ende“ der Bandbreite des Boxsports reichlich „Action“. Die mexikanische WBA-Minimumgewicht-Weltmeisterin Anabel Ortiz (27(4)-3(1)-0) verteidigte ihren Gürtel gegen die bis dahin in 9 Kämpfen ungeschlagene Yenifer Leon aus Venezuela.

Schaut man sich die Kampfrekorde beider Boxerinnen an, wird sofort klar, dass die Chancen der Herausforderin nicht gerade besonders groß waren. Die 26-jährige hat zwar 6 ihrer bisherigen 9 Gegnerinnen vorzeitig abgefertigt, aber das hat nicht besonders viel zu sahen. Die bisherige Gegnerschaft von Leon bestand im Verlauf von 2 Jahren aus Anfängerinnen und Aufbaugegnerinnen. Es ist also kein Wunder, wie damit eine hohe KO-Quote zustande kommt. Schaut man sich die Kampfrekorde der anderen Venezuelanerinnen an, sieht man genau das Gleiche. Um es deutlich zu sagen: Es sind gepimpte Rekorde.

Ganz anders sieht es bei der WBA-Weltmeisterin Anabel Ortiz aus. Die 32-jährige boxt bereits seit 11 Jahren als Profi und hat nur 2 Aufbaukämpfe absolviert, bevor sie sich starken Gegnerinnen stellte. In ihrem 3. Kampf wurde sie bereits mexikanische Meisterin im Halbfliegengewicht. In ihrem 9. Kampf holte sie den WBC-Weltmeistertitel im Minimumgewicht. Die 3 Niederlagen in ihrem Rekord gehen auf das Konto von Weltklasse Gegnerinnen: Ibeth Zamora Silva, Naoko Fujioka und Yesica Bopp. Seit 2012 ist Anabel Ortiz ungeschlagen. Sie erkämpfte den Minimum-WBA Gürtel 2013 in Tokyo im Duell gegen die Japanerin Etsuko Tada.

Trotz dieser unterschiedlichen Voraussetzungen bekamen die Zuschauer beim Kampf zwischen Ortiz und Leon einen spannenden Kampf zu sehen. Es war die 10. Titelverteidigung für die Weltmeisterin. Die Herausforderin war gewiss nicht angereist, um den Ring als Verliererin zu verlassen. Sie wollte ihre Chance nutzen und die Ortiz hatte 10 Runden lang genug zu tun, sich gegen die hoch motivierte Venezuelanerin zur Wehr zu setzen. Es gab kein rundenlanges taktieren, kein ewiges gegenseitiges belauern. Nach einer Minute “Beschnuppern” folgte ein Schlagabtausch dem anderen. In Runde 7 kam es zu einem Zusammenprall der Köpfe, bei dem sich Ortiz einen Cut über dem linken Auge zuzog. Der Cut ging in den letzten 3 Runden noch etwas weiter auf, aber ihre Ecke hatte die Blutung im Griff. Ortiz sagte nach dem Kampf, dass sie es der Unerfahrenheit von Yenifer Leon zuschreibt, dass es zu dem Kopfstoss gekommen ist.

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Nach 10 Runden actionreichem Frauenboxen erging es ein deutliches Urteil: „Avispa“ (Die Wespe) Anabel Ortiz verteidigte ihren Gürtel mit einer Punktwertung von 99:91, 98:92 und 99:93. Für Yenifer Leon gab es die erste Niederlage ihrer jungen Karriere, aber auch die Gewissheit, gegen Nr. 1 dieser Gewichtsklasse 10 Runden gestanden und mitgehalten zu haben.

Allgemeines Fazit: Es ist egal, ob schwergewichtige 2m Männer oder Frauen im Ring stehen, die kaum über die Ringseile gucken können. Alle boxen nach den gleichen Regeln, trainieren hart und geben im Ring Alles für den Sieg. Vorteil bei Frauenkämpfen: Die Runden sind nur 2 Minuten lang und deswegen können Frauen es sich erlauben, mehr Gas zu geben, statt zu taktieren. Es gibt derzeit diverse Initiativen, die Rundenzeiten der Frauen auf 3 Minuten anzuheben. Einige Boxerinnen sind dafür, andere dagegen. Für manche Frauenkämpfe wurden bereits 3 Minuten-Runden vereinbart. Es bleibt abzuwarten, ob es eine generelle Änderung geben wird. Ob es wirklich gut ist, die Rundenzeiten auf 3 Minuten zu erhöhen, wird noch für einigen Gesprächsstoff sorgen. 

Was glauben die boxen.de Experten? Wäre es wünschenswert, die Rundenzeiten bei den Frauen auf 3 Minuten zu erhöhen? Gäbe es bei den Frauen dann vielleicht mehr KO`s zu sehen? Oder geht womöglich die Action verloren, weil sich die Boxerinnen ihre Kraft in 3 Minuten anders einteilen müssen?

 

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