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Amir Khan – ein Boxer auf Abwegen

Amir Khan – ein Boxer auf Abwegen

Vielleicht fing das Ganze 2011 an, als Khan den Namen von Michael Katsidis fallenließ. Khan erzählte seinerzeit bei Sky Sports, dass er beabsichtige, sich mit dem Katsidis-Lager in Verbindung zu setzen, um einen möglichen Kampf in England zu besprechen. Ein Kampf gegen den Australier kam nie zustande, möglicherweise hat Khan auch nie versucht, Kontakt mit dem Team von Katsidis aufzunehmen. Erstaunlicherweise berichtete die Presse später, Michael Katsidis sei von einer Vereinbarung über einen Kampf gegen Khan zurückgetreten, was Katsidis Manager Brendon Smith energisch bestritt.

Unklar ist, wer dieses Gerücht in Umlauf gebracht hatte. Fakt ist jedoch, dass Amir Khan mittlerweile häufig Namen nennt und Geschichten dazu erzählt, die jeder Grundlage entbehren. Zuletzt war es ein Kampf gegen Manny Pacquiao, der laut Khan schon vertraglich vereinbart sei und am 8. November im saudi-arabischen Riad stattfinden würde. Nachdem aber der Pac Man selber und sein Sprecher Fred Sternberg unisono versicherten, es habe weder Kontakt zu Khan gegeben, noch gäbe es einen Vertrag, ruderte Khan zurück: „Jemand aus meinem Team sagte mir, er (der Vertrag) sei unterschrieben und ich könne es ankündigen. (…) Ich hätte schweigen und niemandem vertrauen sollen, weil es mich dumm aussehen lässt und ich möchte nicht, dass die Leute denken, ich sei ein Witz.“

Vermutlich ist es dazu allerdings schon zu spät, denn Khans Auftritte in den Medien zeugen nicht immer von ausgeprägter Intelligenz. So fragte Khan zum Beispiel während seines Aufenthalts in der britischen Ausgabe des „Dschungelcamps“ vor zwei Jahren, ob es jemals eine britische Premierministerin gegeben habe. Auch als Tyson Fury Anfang März in einem Interview auf die Frage nach seinem nächsten Gegner spaßeshalber sagte: „Amir Khan. Ja, ich glaube, ich kämpfe gegen Amir Khan!“, schien „King“ Khan das nicht als Witz zu verstehen.

“Ich finde das wirklich ziemlich seltsam”, sagte Khan daraufhin vor laufender Kamera: „Ich möchte nicht mit Tyson Fury im Ring stehen. Er ist im Vergleich zu mir riesig.Vielleicht versucht er zu sagen, dass ich groß aussehe und stark aussehe. Ich weiß nicht, warum er meinen Namen erwähnen würde. Vielleicht weiß er, dass ich einen großen Kampf haben werde. Ich weiß es nicht, ich muss ihn fragen.“

 

 

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Aktuell ist es allerdings nicht Tyson Fury, der Amir Khan erwähnt, sondern Khan, der Furys Namen in den Mund nimmt. Der 100 Millionen-Dollar- Vertrag des Gypsy King mit ESPN sei mit seiner Unterstützung zustande gekommen, behauptet Khan im Interview mit der britischen Tageszeitung „The Sun“ und er könne noch mehr für Fury tun.

Khan will Riesenfight für Fury in Saudi-Arabien einfädeln

Er habe gute Kontakte zum saudischen Königshaus und könne sie nutzen, um einen Megabuck-Fight – auf Deutsch etwa “einen Schweinegeld-Kampf” – für Tyson Fury in Saudi-Arabien zu organisieren. Der saudische Prinz Mishaal bin Saud Al Saud hat bestätigt, dass sein Land daran interessiert sei,  einen Fury-Fight zu inszenieren und Amir Khan, der sich mit seinem „Kampf“ gegen Billy Dib schon eine goldene Nase verdient hat, fühlt sich nun wohl zum hilfsbereiten Samariter berufen: „Ich mache Werbung für den Sport in Saudi-Arabien und werde von der WBC unterstützt. Warum also nicht mithelfen?”

Eine reichlich schöngefärbte Formulierung, denn Amir Khan verdient sich mit seinem sportlichen Engagement im Wüstenstaat vermutlich dumm und dämlich. Nicht nur, dass die „Super Boxing League“, deren Mitgründer und Vorsitzender Khan ist, vom Reichtum des autoritären Regimes profitiert, SBL hat zudem vor rund einem Monat vertraglich vereinbart,  Super Boxing Gyms an Standorten in ganz Saudi-Arabien zu eröffnen. Geplant ist die Expansion auf über 140 Fitnessstudios im gesamten Königreich. Das erste Super Boxing Gym soll – wen wundert es – in Jeddah errichtet werden.

Khan, der anscheinend keine Probleme damit, sich als „Maskottchen“ eines Landes instrumentalisieren zu lassen, in dem Frauen diskriminiert und prominente Frauenrechtlerinnen und ihre männlichen Mitstreiter im Gefängnis gefoltert werden, erklärte auf einer Veranstaltung in Jeddah, dass er von „noch viel mehr Kämpfen in Saudi-Arabien“ träumt, das Königreich sei nun eines seiner “Lieblingsländer”. “Ich habe die Möglichkeit, in Amerika, England und Europa zu kämpfen, aber ich bin nach Saudi-Arabien gekommen, weil ich weiß, dass die Zukunft hier liegt”, erklärte Khan bei einer Show des dem arabischen Unterhaltungssenders MBC 1.

Gemeint sein dürfte wohl Khans finanzielle Zukunft. Nicht ohne Grund will der 32-jährige auch seinen nächsten Kampf in Saudi-Arabien bestreiten. Und damit sind wir wieder beim Namedropping. Das Team von Kell Brook habe ihn kontaktiert, behauptet Khan, Brook wolle gegen ihn boxen. Brook sähe allerdings noch zu schwer aus, schob Khan nach: „Ich möchte, dass dieser Kampf stattfindet, weil er uns beide viel Geld einbringen könnte. Aber ehrlich gesagt glaube ich, dass er in den Ruhestand gehen sollte, weil er sich selbst Schaden zufügen wird.“

Eigentlich überflüssig zu sagen, dass Kell Brook nichts von einem Kampf gegen Khan weiß.

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1 Kommentar

  1. 25. Juli 2019 at 10:40 —

    Vermutlich hat Khan schon zu viele Schläge an den Kopf bekommen das er jetzt unter Wahnvorstellungen und Wunschdenken leidet!?

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