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Amateurverband verlangt „Ablösesumme“ als Ausbildungsentschädigung

Der Deutsche Boxsport Verband (DBV) und das Sauerland-Team sind offenbar in Clinch geraten. Hintergrund, bzw. Auslöser dieser Angelegenheit ist der Wechsel des Europameisters und WM-Dritten Abass Baraou von den Amateuren zu den Profis des Sauerland-Teams. Offenbar ist der DBV deswegen reichlich „angesäuert“. Man versucht jetzt mit einer äußerst trotzigen aber auch inkonsequenten Gegenreaktion darauf zu antworten.

Der DBV verbietet ab sofort die Zusammenarbeit von Amateurboxern mit dem Sauerland-Team. Man fühlt sich dabei daran erinnert, dass es vor einiger Zeit noch ein absolutes „no-go“ war, dass DBV Amateurboxer oder Trainer überhaupt mit den Profis zusammenarbeiten. Auch damals wurden schon von Beginn an Ausnahmen (Michael Timm) gemacht. Immer dann, wenn sich der Amateurverband auch nur irgend einen Vorteil ausrechnete, wurde gegen die eigenen Regeln gehandelt. Alle Anderen, die dem DBV zuwieder handelten, wurden gesperrt. Es reichte sogar schon, wenn ein Trainer oder Cornerman bei einer Profiveranstaltung tätig wurde. Die betreffenden Personen wurden gemieden wie Aussätzige.

TrainingsverbotAbass Baraoau hat für sich entschieden, Profi zu werden. Offenbar glaubt man jetzt beim Amateurverband daraus Kapital schlagen zu können. Man hat dem Sauerland-Team eine Rechnung von 30 000 € aufgemacht und verlangt diese Summe als „Ausbildungsentschädigung“.

Das „Hamburger Abendblatt“ zitiert DBV-Chef Jürgen Kyas: “Wir haben viel Geld in Baraou investiert und nun das Gefühl, dass wir nur geben und nichts bekommen sollten. Deshalb mussten wir diesen Schritt gehen.“. Und weiter: “Wir haben nun Einblick in die Geschäftspraktiken von Sauerland bekommen und müssen deshalb sagen, dass wir mit denen nicht mehr zusammenarbeiten wollen.“ Bezogen auf die Olympischen Spiele in Tokyo bedeutet das: „Die Tür ist zu, wir haben kein Vertrauen mehr in Abass.”

Sauerland-Geschäftsführer Frederick Ness entgegnet: „Abass hatte keinen Vertrag mit dem DBV. Er ist auf uns zugekommen, nicht wir auf ihn, dennoch werde ich das Gespräch mit dem DBV suchen, um eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden.”

Karim Akkar, Manager von Baraou, sagte, dass der Wechsel hauptsächlich erfolgte, weil der DBV keine vernünftgen Perspektiven angeboten habe. Baraou sei ein Top-Talent und hat für dieses Jahr keine Teilnahme an einem international bedeutenden Wettbewerb in Aussicht gestellt bekommen.

Man beeilte sich dann seitens des DBV aber gleich, Ausnahmen zu verkünden. Für den Trainigsstützpunkt Schwerin (Jürgen Brähmer) und die Trainingsstätte in Heidelberg (Siehe Anschreiben) gelten diese Verbote nicht. Wieder einmal selektiert der Amateurverband sich das heraus, wo er Vorteile für sich sieht.

Jetzt bleibt abzuwarten, ob dieses Beispiel Schule macht. Vielleicht müssen sich ja Amateuboxer in Zukunft generell Gedanken machen, wie sie sich bei den Amateuren frei kaufen können, wenn sie zu den Profis wechseln wollen. Die Frage ist nur, zu welchem Preis und wer den festlegt.

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2 Kommentare

  1. 30. März 2018 at 12:29 —

    Das ist doch Kindergarten vom DBV!

  2. 1. April 2018 at 02:03 —

    Ist schon klar das in Deutschland keine wirklich guten Boxer nachrücken….Amateure und Profis, bzw. Amateureverband und Profiställe stehen sich wegen eigener Interessen, an denen die diversen Parteien Geld verdienen, nur nicht die Boxer, selbst im Weg!

    Der DBV ist eine dumme und arogante Gurkentruppe!

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