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Amateurboxverband AIBA in Schwierigkeiten?

Bereits im vergangenen Jahr war davon die Rede, dass der Amateurverband AIBA in Schwierigkeiten ist. Dabei ging es hauptsächlich um Schulden in Millionenhöhe und den eigensinnigen Führungsstil von AIBA-Präsident Wu Ching-Kuo. Der 70-jährige Bauunternehmer aus Taiwan ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass Schulden gemacht wurden und der Verbleib des Geldes im Nebel liegt. Es ist von etwa 33 Millionen Dollar die Rede, deren Verbleib ungewiss ist.

Die Führungsmitglieder der AIBA gingen im Sommer vorigen Jahres bei einer Sitzung in Moskau auf die Barrikaden. Es kam zu tumultartigen Auseinandersetzungen. Man wartete noch die Amateur-WM in Hamburg ab, wo Wu auftrat, als wäre Alles in bester Ordnung. Er wollte auch nicht auf die desolate Finanzlage der AIBA angesprochen werden. Scheinbar wollte er noch einmal genießen, als großer Boss in Boxbusiness u.a. auch zusammen mit den Präsidenten von Profiverbänden aufzutreten.

Am 10. Oktober 2017 wurde der Italiener Franco Falcinelli mit 15 von 17 Stimmen zum Interim-Präsidenten gewählt. Eine endgültige Entscheidung über das Schicksal des suspendierten und mittlerweile auch von selbst zurück getretenen Wu ist noch nicht gefunden worden. Offenbar hatte „Mr. Präsident“ uneingeschränkte Befugnisse, was den Geldfluss bei der AIBA anbelangte. Es wurden Kredite aufgenommen, Sponsoren angepumpt und Unsummen Geld ausgegeben, ohne das Transparenz herrschte. Es soll völlig überteuerte Werbekampagnen gegeben haben über die Wu ganz alleine entschied. Ob er selbst noch eine Übersicht hatte oder die finanzielle Katstrophe gar nicht mehr überblicken konnte, ist ungewiss. Merkwürdig erscheint, dass er bis zu Schluss behauptete, die AIBA wäre schuldenfrei. allein schon die millionenschwere Kreditrückforderung eines einzelnen Sponsors aus Kasachstan steht dem entgegen.

Jetzt gab es einen außerordentlichen AIBA-Kongress in Dubai. Die Führungskrise setzt sich anscheinend fort. Der Interims-Präsident Falcinelli trat überraschend zurück. Der Verband erklärte dartuf hin den dienstältesten Vize- zum neuen Interim-Präsidenten. Es handelt sich dabei um den Usbeken Gafur Rakhimov. Laut Internet-Berichten ist der Mann allerdings auch kein unbeschriebenes Blatt. Scheinbar gab es in der Vergangenheit etwas Verstimmungen in den USA wegen angeblicher krimineller Handlungen. Rakhimov soll etwas mit Autodiebstahl und Erpressúng zu tun gehabt haben und jetzt wohl auch noch eine der führenden Figuren im Heroinhandel sein. Angeblich sind alle Vermögenswerte, die der Usbeke in den USA hat, von den dortigen Behörden eingefroren worden. Das sind faustdicke Behauptungen, die es in sich haben.

Wer also bisher glaubte, nur im Profiboxen ginge es manchmal zu wie in einem Haifischbecken, wird nun solangsam aber sicher eines Besseren belehrt. Das Olympische Boxen war bereits wegen der verlogenen Wertungen bei den Spielen in Rio und der undurchsichtigen Finanzlage schwer angeschlagen. Kommt jetzt auch noch eine Führungskrise dazu, ist das Desaster komplett. Am Ende behauptet noch Irgendwer, die AIBA wäre völlig von Korruption zerfressen. Eine goldene Medaillie verdient das Ganze nicht. Es wäre bestimmt kein großes Wunder, wenn sich wie im Profiboxen andere Weltverbände neu gründen, um sauber dazustehen und bei Null anzufangen.

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