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Alvarez neuer WBC-Champion: Tapferer Hatton verkauft sich besser als erwartet

Saul Alvarez ©Suge Green / ONTHEGRiNDBOXiNG.

Saul Alvarez © Suge Green / ONTHEGRiNDBOXiNG.

Der erst 20-jährige Mexikaner Saul Alvarez (36-0-1, 26 K.o.’s) ist der neue WBC-Champion im Halbmittelgewicht. Von seinem britischen Gegner Matthew Hatton (41-5-2, 16 K.o.’s) ging über die Kampfdauer von zwölf Runden zwar nicht besonders viel Gefahr aus, das Publikum im Honda Center von Anaheim (Kalifornien) kam aber dennoch auf seine Kosten.

Der Größen- und Kraftvorteil von Alvarez, der am Kampfabend das Gewicht eines Supermittelgewichtlers auf die Waage brachte, war von Beginn an deutlich spürbar. Alvarez zeigte nur wenig Respekt vor Hattons mäßiger Schlagkraft und marschierte den Briten von Runde eins an nieder.

Nach zwei Runden blutete Hatton bereits kräftig aus der Nase, in Runde vier kam noch ein Cut über dem linken Auge hinzu. Doch trotz einiger harter Treffer des Mexikaners bewies Hatton, dass er zum Kämpfen gekommen war und keinesfalls nur die Kampfbörse einstreichen wollte. Aus dem eigentlich eingeplanten frühen K.o. wurde nichts, Alvarez veränderte daher die Taktik etwas und schlug vermehrt zum Körper und brachte mehr Uppercuts.

In Runde sieben traf Alvarez Hatton nach dem Trennkommando des Ringrichters mit einem linken Haken, Hatton nahm sich eine Erholungsauszeit. Nachdem der Kampf wieder freigegeben war glaubte Alvarez, der für die Aktion einen Punkt abgezogen bekam, seinen Gegner angeschlagen und legte wie die Feuerwehr los. Hatton bewies aber erneut erstaunlich gute Nehmerfähigkeiten und rettete sich über die brenzlige Situation hinweg.

Auch in den folgenden Runden konnte sich Hatton stets aus kritischen Situationen befreien und schlug nach Alvarez’ Serien sogar meistens zurück. Alvarez suchte in den letzten zwei Runden den entscheidenden K.o.-Punch, Hattons Erfahrung und Durchhaltevermögen retteten ihn jedoch über die Zeit. Am Urteil, das mit drei Mal 119:109 sehr deutlich ausfiel, gab es nichts zu rütteln.

Alvarez, der sich im zarten Alter von 20 Jahren nun bereits Weltmeister nennen darf, erwies seinem Gegner im Siegerinterview Respekt: “Mein Gegner war sehr gut, er hatte viel Erfahrung. Ich habe den Fans viele gute Fights als Champion versprochen. Das war der erste davon.” Matthew Hatton: “Er ist ein toller Fighter. Ich werde ins Weltergewicht zurückwechseln und dort einen Titelkampf anstreben.”

Wie gut Alvarez wirklich ist, lässt sich zu diesem Zeitpunkt nur schwer einschätzen. Potential ist zweifelsfrei vorhanden, allerdings war Hatton trotz seiner tapferen Leistung nicht der Gegner, der als zuverlässiger Gratmesser dient. James Kirkland, der im Vorprogramm einen Erstrunden-K.o. erzielte, hätte Alvarez wohl vor größere Herausforderungen gestellt. Spätestens bei seiner ersten Pflichtverteidigung kann sich Golden Boy-Fighter Alvarez kein Geschenk mehr erwarten…

© adrivo Sportpresse GmbH

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2 Kommentare

  1. Tom
    6. März 2011 at 13:32 —

    Ich hatte es ja vorher schon geschrieben,ausser eine etwas höhere Börse und einer Tracht Prügel wird für Hatton nichts dabei rausspringen.
    Es gibt nun mal nur sehr wenige Familien in der es zwei gleichstarke Boxer gibt.

  2. jones
    6. März 2011 at 20:32 —

    Hier auf Alvarez zu setzen, war auch nicht wirklich riskant. Zumal Alvarez noch nichtmal das vereinbarte Gewicht gebaracht hat. Hatton ist ein WW auf europäischem Niveau, der auf ein körperlich überlegenes top prospect getroffen ist. Alvarez stand mit 165 pounds im Ring, das bringen einige nicht die normal bei 154 einwiegen, nur HBO und GBP gehen auf Nr sicher sicher und holen einen WW ins Catchweight und nennen das auch noch WM.

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