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Alles richtig gemacht, Devin Haney!

Alles richtig gemacht, Devin Haney!

In einem einseitigen Gefecht hat sich der 23 Jahre alte Devin Haney mit dem Sieg über George Kambosos jr zum unangefochtenen Weltmeister im Leichtgewicht gekrönt. Nach 12 geboxten Runden werteten die Punkrichter Zoltan Enyedi aus Ungarn und Benoit Roussel aus Kanada ein für Kambosos sehr schmeichelhaftes 116:112 für Haney, Pawel Kardyni aus Polen hatte auf seinem Punktzettel den US-Amerikaner mit 118:110 vorne.

Leider fand George Kambosos jr kein Mittel gegen Haneys Jab, ein „richtiger“ Kampf kam quasi gar nicht zustande. Der Australier wäre sicher in der Lage gewesen, einen 12-Runden-Brawl abzuliefern, musste sich aber von Haney dominieren lassen, der seine Reichweitenvorteile nutzte, um Kambosos aus der Distanz zu treffen.

Schon zu Beginn des Kampfes arbeitete ‚The Dream‘ mit dem Jab, auf den Kambosos 12 Runden lang keine Antwort finden sollte. Zwar konnte der Australier ab und zu – wie in Runde 2 – eigene Treffer anbringen, hatte jedoch nichts anzubieten, was Haney beeindruckt hätte. Und so konnte sich ‚The Dream‘ Runde für Runde auf den Punktzetteln nach vorne arbeiten. Ein taktischer, aber weitgehend unattraktiver Kampf. Haneys Jab, seine gute Beinarbeit, seine Meidbewegungen,  seine Defense … alles eine Nummer „zu groß“ für Kambosos.

Ab dem vierten Durchgang ließ der US-Amerikaner seinem linken Jab dann auch immer wieder eine Rechte folgen, Kambosos im Gesicht schon leicht gezeichnet, bisher alle Runden bei Haney. In Runde 5 das gleiche Bild: Haney kontrolliert die Action mit seinem exzellenten Jab, diktiert das Tempo, Kambosos findet keine Antworten und hat keinen Plan B.

In der Folgerunde landet George Kambosos einen guten linken Haken, aber Haney klammert. Kambosos linkes Auge schon leicht geschwollen. Auch im restlichen Kampfverlauf gelang es George Kambosos nicht, den Kampf zu drehen, Haney der dominante Mann im Ring. In den Runden 8 und 9 etwas mehr Druck vom Australier, der nur noch über einen KO gewinnen kann, aber Haney ist zu ausgebufft, bleibt seiner Linie treu und holt sich zu seinem WBC-Titel mit seinem Sieg über Kambosos auch dessen WBA-, IBF- und WBO-Gürtel.

George Kambosos hat nach dem Kampf in einem Interview gesagt, er beabsichtige, seine Rückkampfklausel zu aktivieren, um später in diesem Jahr erneut gegen Devin Haney anzutreten.

Wie Bob Arum – an den  Haney noch für drei Fights vertraglich gebunden ist – erklärt hat, seien solche Rückkampfklauseln schlecht fürs Boxen: „Ich verstehe, warum Kämpfer und Promoter sie wollen, es ist ein Geschäft, aber es ist schlecht für den Sport.“

Ich persönlich denke, dass George Kambosos auch einen Rückkampf gegen Devin Haney deutlich verlieren wird.

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4 Kommentare

  1. 5. Juni 2022 at 17:53 —

    kambosos recht eindimensional, Haney hat ziemlich clever geboxt
    und klar gewonnen.
    kambosos kommt mit kämpfern die mehr straßen fihgt mässig boxen gut klar. aber ansonsten scheint er mir doch sehr limitiert zu sein.
    ich hatte mir da mehr erhofft.
    rückkampf würde er glaube ich, wie du schon erwähnt hast noch älter aussehen.

  2. 5. Juni 2022 at 18:20 —

    aber hut ab, wie beide nach dem kampf miteinander umgegangen sind. kambosos trotz seiner heißblütigkeit den sieg von haney anerkannt und nicht irgenein scheiß von knappen urteil oder so was gelabert.

  3. 6. Juni 2022 at 12:07 —

    na dann nehme ich alles zurück 🙂

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