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Alexander Povetkin beendet seine Karriere

Alexander Povetkin beendet seine Karriere

Der russische Schwergewichtler Alexander Povetkin hat heute bekanntgegeben, dass er seine Handschuhe an den Nagel hängt. Wie Povetkin erklärte, seien anhaltende Verletzungen die einer Behandlung bedürfen, der Grund für seine Entscheidung.

Der 41-Jährige war 2004 Olympiasieger im Superschwergewicht, bevor er Profi wurde. Zwischen 2011 und 2013 war Povetkin Schwergewichtsweltmeister nach Version der Weltmeister der WBA.

„Die Jahre fordern ihren Tribut“, sagte Povetkin in einem Video, das er auf Instagram veröffentlichte: „Ich habe alle möglichen Verletzungen, die noch behandelt werden müssen. Es ist an der Zeit, meine Karriere zu beenden.“

Zuletzt hatte Alexander Povetkin im vergangenen März im Ring gestanden. Allerdings nur als Schatten seiner selbst, was vermutlich an Povetkins Erkrankung am Corona-Virus lag.

Der ursprünglich für November angesetzte Kampf musste verschoben werden, weil Povetkin mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Als es dann am 27. März 2021 endlich zum Rematch gegen Dillian Whyte kam, war Povetkin weit von seiner Bestform entfernt, kam auf unsicheren Beinen nie richtig in den Kampf und verlor durch TKO in Runde 4. Povetkins Manager Dmitry Ivanov hatte nach der Niederlage erklärt, er mache sich Sorgen um die Gesundheit des Boxers und versuche, ihn davon zu überzeugen, in den Ruhestand zu gehen. „Ich glaube, dass es (die Erkrankung mit Corona) die Funktionsfähigkeit und den körperlichen Zustand von Alexander Povetkin stark beeinflusst hat, ebenso wie seine Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Reaktionszeit. Meiner Meinung nach waren alle Funktionen, die Povetkin hat, im Schlafmodus.” sagte Ivanov in einem Interview.

Mit Alexander Povetkin verlässt ein Boxer der „alten Schule“ das Seilgeviert: unprätentiös. kein „Lautsprecher“, sondern ein guter Techniker, der nie durch Trashtalk, sondern durch seine Leistungen im Ring auf sich aufmerksam machte.

Die Profikarriere von Alexander Povetkin begann in Deutschland. 2005 wurde Povetkin von Wilfried Sauerland unter Vertrag genommen, das Profidebüt fand am 11. Juni 2005 in Kempten gegen Muhammed Ali Durmaz statt. Povetkin siegte durch TKO 2. Nach weiteren guten Leistungen gegen überschaubare Gegnerschaft, besiegte der ‚Russian Vityaz’ in seinem fünften Kampf Willie Chapman, der zwar eine negative Kampfbilanz hatte, aber Siege gegen DaVarryl Williamson und T. J. Wilson vorweisen konnte.

In seinem ersten Auftritt als Hauptkämpfer gewann Alexander Povetkin im Juni 2007 in Moskau gegen den 40-jährigen Veteranen Larry Donald nach Punkten. Zum ersten Mal in seiner Karriere, musste Povetkin über die Distanz von zehn Runden boxen.

Nach weiteren Kämpfen, einer Verletzung am linken Sprunggelenk und dem Wechsel von Valeri Below zu Teddy Atlas, wurde Povetkin Pflichtherausforderer für den IBF-Titel von Wladimir Klitschko.

Nachdem beide Parteien sich nicht einigen konnten, wurde der Kampf durch die IBF versteigert. Klitschkos K2 Promotions erwarb mit einem Gebot in Höhe von 8,3 Millionen das Veranstaltungsrecht. Povetkin unterschrieb allerdings weder den Kampfvertrag, noch erschien er zur ersten offiziellen Pressekonferenz, worauf ihm auf Antrag Klitschkos hin der Status des Pflichtherausforderers aberkannt wurde.

Regulärer Weltmeister wurde Povetkin trotzdem: nachdem Wladimir Klitschko 2011 den WBA-Weltmeister David Haye besiegt und dadurch die Weltmeistertitel der Verbände IBF, WBO und WBA vereinigt hatte, wurde er von der WBA zum so genannten Superchampion erklärt. Um den vakant erklärten regulären WBA-Weltmeistertitel boxten daraufhin Ruslan Chagayev und Alexander Povetkin. Den Kampf am 27. August 2011 in Erfurt gewann Povetkin nach Punkten.

2012 stand ein erneuter Trainerwechsel an: weil Teddy Atlas darauf bestand, dass Povetkin zum Training in die USA reisen sollte, wurde Alexander Simin der neue Coach. Simin stand auch in der Ecke, als Povetkin einen seiner schlechtesten Fights ablieferte: am 25. Februar 2012 kämpfte Povetkin in der Stuttgarter Porsche-Arena gegen Marco Huck. Povetkin gewann zwar knapp nach Punkten, Huck hatte ihn allerdings mehrfach an den Rand einer KO-Niederlage gebracht.

Zum Kampf gegen Wladimir Klitschko kam es dann doch noch und zwar im Oktober 2013. Povetkin verlor im IBF-, WBA-, WBO- und IBO-Titelkampf einstimmig nach Punkten und verlor seinen WBA-Gürtel.

Povetkins Vertrag mit Sauerland Event lief Ende 2013 aus, der russische Schwergewichtler  unterschrieb beim russischen Promoter Andrej Ryabinsky und gewann den Kampf gegen Mahmoud (damals noch Manuel) Charr.

Im Mai 2016 sollte sogar ein Kampf gegen Deontay Wilder stattfinden. Allerdings wurde Povetkin vorher positiv auf Meldonium getestet. Auch vor der folgenden Begegnung mit Bermane Stiverne fiel Povetkin durch den Dopingtest, diesmal wurde Ostarin gefunden.

Povetkin wurde für ein Jahr gesperrt und musste eine Geldstrafe von 250.000 Dollar bezahlen. Der WBC wollte Povetkin sogar lebenslänglich sperren, doch Povetkin ging dagegen vor und war im Oktober 2017 wieder startberechtigt.

Nach Siegen gegen Christian Hammer und David Price ging es dann am 22. September 2018 gegen Anthony Joshua. Povetkin erlitt seine zweite Profi-Niederlage durch TKO in der siebten Runde.

Ein letzter Triumph gelang Alexander Povetkin im August 2020. Mit einem Sieg über Dillian Whyte wurde Povetkin noch einmal WBC-Pflichtherausforderer. Eine Position, die er im Rematch mit Whyte wieder verlor.

40 Profikämpfe hat Alexander Povetkin „auf der Uhr“, 36-mal verließ er als Sieger den Ring. Danke für spannende Fights und alles Gute!

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8 Kommentare

  1. 14. Juni 2021 at 08:25 —

    Gute entscheidung gegen whyte wirke er nicht mehr richtig fit.

  2. 14. Juni 2021 at 08:33 —

    Povetkin habe ich als Boxer immer gerne gesehen. Er hatte das Pech in einer Zeit zu boxen, wo das Schwergewicht durch die Klitschkos dominiert wurde und konnte daher nie wirklich nach der obersten Krone greifen. Von seiner Technik und seinem Talent, + vllt. 5 cm größer, hätte er aber sicherlich das Zeug dazu gehabt.

    Unter dem Strich denke ich, hat er dennoch das Maximale aus seiner Karriere gemacht und braucht sich nicht dafür zu schämen.

    • 14. Juni 2021 at 08:38 —

      Ach ja, mein persönliches Povetkin Highlight war immer noch der KO des Pommespanzers. Danke für das Video hier nochmal. ^^

  3. 14. Juni 2021 at 13:24 —

    It ain’t about how hard you hit, it’s about how you can get hit and keep moving forward…Trifft hier voll zu.
    Wäre Pove Amerikaner gewesen.. great white hype usw. aber wäre, wäre..

    Pove war ja nie einer der, zumindest in meiner Wahrnehmung, einen auf dicke Hose gemacht hat. Ich denke und hoffe, dass das in diesem Fall nicht die Comebackversuche I-IV gibt.

    Soll er mal sein Leben genießen.. Wird ja schwierig genug.
    Ich habe mal in einem Interview mit Steffen Kretschmer gelesen, es gäbe für Ihn als Exprofi keinen Tag ohne Schmerzen. Klar, anderer Sport usw. aber ich glaube das gilt für viele sehr körperliche Sportarten.
    Also good luck usw.

  4. 14. Juni 2021 at 17:52 —

    Alexander Povetkin – Ein Boxer ohne großartige Skandale und ohne “große Klappe”. Ich hätte ihm zum Abschied noch einen guten Kampf – vielleicht gegen Pulev – gewünscht.

  5. 16. Juni 2021 at 08:27 —

    good bye champ!

    Einer der talentiertesten HWs der letzten 15 Jahre.. Leider physisch etwas limitiert für die höchste Gewichtsklasse..
    Schade dass der Fight 2016 vs Wilder nicht stattgefunden hat..

    Der Rücktritt wäre einen Kampf früher wohl besser gewesen, im Rückkampf vs Whyte war er dann schon mehr als nur past prime..

    • 16. Juni 2021 at 10:23 —

      Good Bye Russian Vityaz!

      So sieht es aus Flo, leider haben die physischen Voraussetzungen für ganz oben gefehlt. Nichtsdestotrotz hat er eine ausgezeichnete Karriere hinter sich.

      Geschmacklos war der Twitter Auftritt von Leonard Ellerbe, der u.a. Pove als drug cheat bezeichnete. Michael Hunter hatte die passende Antwort für diesen Heuchler.

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