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Alexander Bakhtin erteilt Nehomar Cermeno 12-rundige Lehrstunde

Im Kampf um den vakanten internationalen Titel der WBA im Superbantamgewicht setzte sich am Mittwochabend in Russland Alexander Bakhtin gegen Nehomar Cermeno durch. Der ungeschlagene 30-jährige Russe gewann äußerst komfortabel nach Punkten gegen den ehemaligen Bantamgewichtsweltmeister aus Venezuela. Cermeno verzweifelte an der technischen Klasse und der Beweglichkeit seines Gegners und sah zu keinem Zeitpunkt des Kampfes so aus, als könne er den Kampf gewinnen.

Bakhtin versuchte von Beginn an seine deutlichen Größenvorteile auszuspielen und den Kampf aus der Distanz heraus zu führen. Er drängte mit seinem starken Jab Cermeno zurück, während dieser in einer ruhigen ersten Runde sich darauf konzentrierte den Russen abzukontern, was zunächst jedoch eher spärlich gelang. In der zweiten Runde zeigten sich beide Boxer dann schon etwas aktiver und risikofreudiger, doch es war weiterhin Alexander Bakhtin, der leicht die Oberhand behielt. Gekonnt wechselte er zwischen Körper- und Kopfschlägen hin und her, und kontrollierte den Kampf aus der Ringmitte heraus indem er stets die Aktionen initiierte, während Cermeno mehr reagierte als agierte.

Auch in der dritten Runde blieb Bakhtins Jab weiterhin der entscheidende Schlag. Vier präzise Kopftreffer setzten gleich nach wenigen Sekunden der Runde die Marschroute. Cermeno tat sich unterdessen schwer die Distanz effektiv zu überbrücken, und traf zu diesem Zeitpunkt häufig nichts als Luft, wenn Bakhtin Cermenos Konter kommen sah und einen Schritt zurück trat. Zwar gestaltete sich auch die vierte Runde wieder eng, doch wie in den vorherigen Durchgängen schien Bakhtin immer ein wenig besser zu sein und ein bisschen mehr zu machen.

Es wurde schnell deutlich, dass Nehomar Cermeno seine Strategie würde ändern müssen um eine Chance zu haben, zumal er in Bakhtins Hinterhof boxte, doch anstatt als Plan B das Tempo zu erhöhen und den Weg nach innen konsequenter zu suchen, setzte er in der fünften Runde seine Strategie der vorherigen Runden weiter fort. Zwar hatte er nun in der ersten Hälfte der Runde tatsächlich ein wenig mehr Erfolg, was jedoch eher daran lag, dass Bakhtin seine Workrate ein wenig herunter fuhr und sich mehr in den Rückwärtsgang begab. Und obwohl Cermeno sich die Runde wahrscheinlich sogar sichern konnte, schien Bakhtin doch weiterhin der klar überlegene Mann im Ring zu sein. Das bestätigte er auch gleich in der nächsten Runde wieder, als Cermeno wieder an seiner Beweglichkeit im Oberkörper verzweifelte und kaum Treffer landen konnte, während Bakhtin mit dem Jab dominierte.

Als der Kampf in seine zweite Hälfte ging, änderte sich das Bild kaum, was dazu beitrug, dass er zunehmend weniger unterhaltsam wurde. Bakhtin beschränkte sich auf technisch saubere Arbeit aus der Distanz ohne dabei wirklich Risiko zu gehen, und Cermeno war schlicht und ergreifend nicht dazu in der Lage den Kampf in eine Schlacht zu verwandeln, was sowohl ihm als auch der Attraktivität des Kampfes geholfen hätte. Die Spannung war zudem sowieso schon so gut wie komplett weg, da Bakhtin auf dem sicheren Wege zum Punktsieg zu sein schien, auch wenn Cermeno die achte Runde endlich mal wieder zumindest etwas ausgeglichener gestalten konnte.

Auch in der neunten Runde fand der Venezueler etwas häufiger das Ziel mit seinem Jab, blieb aber trotz der Leistungssteigerung stets nur Zweitbester im Ring, auch wenn Bakhtin sich nun langsam auf seiner Führung auszuruhen schien. Cermeno fiel jedoch nicht mehr viel ein, und so sicherte sich Bakhtin auch die letzten drei Runden ohne Probleme, aber auch ohne dem Publikum mehr zu bieten als es vorher der Fall gewesen war. Nur für kurze Augenblicke in der elften und zwölften Runde ließ er die Fäuste mal so spektakulär fliegen, dass es die Zuschauer ins Staunen versetzte. Ansonsten verließ er sich darauf mit solider, aber unspektakulärer Arbeit die Runden zu gewinnen. So taten sich die Punktrichter nach dem Schlussgong auch nicht schwer ihre Wertungen zu finden und erklärten den 30-jährigen Russen wenig überraschend mit 119-109, 119-109 und 117-111 zum Sieger durch eine einstimmige Punktentscheidung.

Für Alexander Bakhtin war es der neunundzwanzigste Sieg in ebenso vielen Profikämpfen und sein wahrscheinlich imposantester bislang. Zudem sammelte er weitere wichtige Erfahrung auf dem Weg zu einem wahrscheinlichen Titelkampf indem er das zweite Mal in seiner Karriere über die vollen zwölf Runden ging. Für Nehomar Cermeno hingegen setzte sich der Negativtrend der letzten Jahre fort. Nachdem er 2009 als ungeschlagener Emporkömmling einen Bantamgewichtstitel gewonnen und zweimal verteidigt hatte, konnte er seitdem gerade einmal einen seiner letzten sieben Duelle gewinnen, und steht inzwischen mit einem Kampfrekord von 20 Siegen, einem Unentschieden und fünf Niederlagen da.

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3 Kommentare

  1. Albaner
    4. April 2012 at 21:41 —

    Lebedev gewinnt wie erwartet gegen Fallobst KO Runde 2 !

  2. Alonso Quijano
    4. April 2012 at 21:41 —

    LOL Fallobst war das nicht

  3. Mr. Wrong
    4. April 2012 at 21:48 —

    man darf gespannt sein, wie Bakhtin sich gegen gute Leute macht

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