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Alejandra Jimenez unter Doping-Verdacht

Die mexikanische Boxerin Alejandra Jimenez steht unter Dopingverdacht. Zuletzt stand die 33-jährige Jiminez am 11. Januar im Ring und konnte per SD-Entscheidung der Amerikanerin Francon Crews Dezurn die Titel der Verbände WBC und WBO im Supermittelgewicht abnehmen. Dieser Kampf steht nun in Frage, weil Jimenez angeblich gedopt gewesen sein soll. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die VADA nach einer Kontrolle bei der von Jimenez am 10. Januar entnommenen Probe.

Bei der „Golden Boy“ Veranstaltung am 11. Januar in San Antonio ging es wohl darum, Jimenez zu diesen Titeln zu verhelfen. Zumindest kann man nicht sagen, dass “Golden Boy”-Boxerin Francon Crews Dezurn einen Heimvorteil hatte, weil sie auf einer Veranstaltung ihres Promoters kämpfte.. Schaut man sich diesen Kampf noch einmal an, sieht man hier keine klare Siegerin. Manche Fans meinen auch, die Amerikanerin knapp vorne gesehen zu haben.

Dieser Kampf und der damit verbundenen Besitzerwechsel für die beiden WM-Titel könnte sich nun in Schall und Rauch auflösen. Seit einigen Tagen schreiben diverse Internetseiten über eine auffällige VADA Probe. Auch WBC-Präsident Mauricio Suleiman sah sich veranlasst, eine Erklärung in dieser Angelegenheit abzugeben.

Folgender Text ist auf der WBC-Seite zu lesen:

Die Voluntary Anti-Doping Association (VADA) hat der WBC mitgeteilt, dass eine am 10. Januar von der Weltmeisterin im Super-Mittelgewicht, Alejandra Jimenez, gesammelte A-Probe einen negativen Befund für eine verbotene Substanz im Rahmen des WBC-Clean-Boxing-Programms ergeben hat.

Die WBC wird ihrem üblichen Protokoll folgen, indem sie Champion Jimenez unter anderem die Gelegenheit gibt, der Eröffnung der B-Probe beizuwohnen oder einen Vertreter zu entsenden.

Das WBC wird die Umstände, die zu dem negativen Befund geführt haben, eingehend untersuchen. Champion Alejandra Jimenez wird die notwendigen Informationen über den ordnungsgemäßen Ablauf des WBC Clean Boxing Protocol erhalten.

Wie es in ähnlichen Situationen üblich ist, wird das WBC zusätzliche Informationen bereitstellen, wenn der Untersuchungs- und Entscheidungsprozess vorangeschritten ist.“

Es dürfte gerade dem mexikanischen Verband WBC mehr als peinlich sein, dass eines ihrer Aushängeschilder des Dopings verdächtigt wird. Verdächtig scheint allerdings auch der körperliche Umbau von Jimenez zu sein. Sie boxte einst im Schwergewicht und war da mit einer gewichtsbedingten körperlichen Schwungkraft zugange. Immerhin reichten auch beschränkte boxerische Fähigkeiten aus, um WBC-Weltmeisterin im Schwergewicht zu werden. Im Supermittelgewicht sah man dann eine sichtlich besser durchtrainiert erscheinende Jimenez, die ihre Siege weiterhin eher mit Brechstange als boxerischem Können erringen konnte.

Es bleibt also erst einmal abzuwarten, ob die B-Probe geöffnet wird und was das endgültige Ergebnis dieses Vorgangs sein wird. Sollte sich der Dopingvorwurf bestätigen, wird sie die Titel zurückgeben müssen. Ein hoch bezahlter Kampf gegen Claressa Shields rückt damit in weite Ferne.

Doping scheint also nicht nur ein Problem bei den Männern zu sein. Im Frauenboxen passiert scheinbar genau das Gleiche. Es ist interessant zu erfahren, welche Erklärung Jimenez zu der Sache hat. 

Soweit das Bild, dass bisher öffentlich erzeugt wurde. Eine ganz andere Meinung hat die betroffene Boxrin selbst zu dieser Angelegenheit. Auch sie gibt eine Erklärung ab und beteuert darin ihre absolute Unschuld:

“Ich beziehe mich auf die Tests: “Tigre Jiménez” über eine positive Vermutung im Bereich Anti-Doping

Zu der heute von der WBC abgegebenen Erklärung möchte ich Folgendes sagen:

Seit 2019 habe ich mich allein entschieden, dem CMB-Programm „Clean Boxing“ beizutreten, weil ich großen Respekt vor dem Boxen habe und immer gegen den Gebrauch illegaler Substanzen war.

Am 15. Dezember 2019 führte die VADA eine erste Probe von Urin- und Blutdopingproben durch, die sich als negativ herausstellte. Am Freitag, dem 10. Januar dieses Jahres, wurde eine Urinprobe von mir positiv getestet. Eine Tatsache, die mich überraschte, da ich nie illegale Substanzen für meine Vorbereitung verwendet habe. Am nächsten Tag, das heißt am Samstag, dem 11. Januar, nach dem Kampf, hatte ich wieder eine Blut- und Urinuntersuchung und es war wieder negativ. Ich denke also, dass es einen Fehler im Test gibt, der positiv getestet wurde. Ein Fehler, der sich auf mein Image und sich nachteilig auf das Beispiel auswirkt, das ich als Athlet abgeben will.

Daher werde ich umgehend die Analyse der „Probe B“ anfordern, um glaubwürdig zu beweisen, dass es sich um einen Fehler handelt.

Abschließend danke ich den Menschen, die mich unterstützt haben, und bitte um Geduld und Verständnis für diese Vorgänge. Ich stehe immer fest als Sportler, der den Regeln unterliegt und den Sport respektiert, da er mir die besten Momente meines Lebens beschert hat.

Ich versäume es nicht, zu betonen, dass ich dem ordnungsgemäßen Untersuchungsverfahren des World Boxing Council vertraue, bei dem ich sicher bin, dass es zu meinen Gunsten gelöst wird.

VORSICHT !

Alejandra Jiménez Ayala”

Jetzt bleibt also tatsächlich nichts weiter als diese B-Probe abzuwarten. Aber was soll dabei heraus kommen? Wenn es eine Verwechslung gab und die Probe vielleicht gar nicht Jimenez zuzuordnen ist, was soll dann dabei herauskommen? Im Gegensatz dazu gab es die Blut und Urinprobe nach dem Kampf, die unauffällig war. Wie kann das sein, dass zwei an aufeinander folgenden Tagen genommene Dopingproben zu so gegensätzlichen Ergebnissen kommen? Irgendwas ist faul an der Sache. 

 

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1 Kommentar

  1. 26. Januar 2020 at 09:15 —

    Wenn doch in Sachen Doping von den Agenturen nur nicht soviel verschwiegen, verfälscht und falsch gemacht würde…!

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