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Alberto Rossel verteidigt WBA-Interimstitel erfolgreich gegen Walter Tello

Am Samstagabend behielt der 35-jährige Peruaner Alberto Rossel seinen Halbfliegengewichtstitel nach Version der WBA nach einem eher zähen Kampf gegen Herausforderer Walter Tello. Während klare Treffer auf beiden Seiten über weite Strecken Mangelware blieben, zeigte sich der Titelverteidiger stets leicht überlegen und hatte am Ende nach Punkten dank klarerer Treffer verdient die Oberhand.

Alberto Rossel übernahm schnell die Rolle des Aggressors und übte Druck auf Walter Tello auf. Dieser versuchte Rossel beim Hereinkommen abzukontern, doch anfangs taten sich beide noch schwer klare Treffer zu setzen. Auch in Runde Zwie blieb das Tempo eher niedrig, was vor allem daran lag, dass Tello sich recht viel bewegte und auf Schläge von Rossel wartete um diese abzukontern. Der peruanische Titelverteidiger hatte daher etwas mehr vom Kampf, weil er aktiver und aggressiver war. Erst in den letzten zehn Sekunden nahm der Kampf an Fahrt auf, als beide in einer Ringecke die Fäuste fliegen ließen und jeweils gut zum Kopf durchkamen.

Walter Tello begann den dritten Durchgang gut und landete seine bis dahin besten Treffer mit ein paar rechten Geraden. In der Folge behauptete er dann zudem die Ringmitte mehr und ließ sich nicht mehr so leicht zurück drängen, was Rossel Schwierigkeiten zu bereiten schien. Zwar fand sich Tello ganz zu Ende der Runde am Ringboden wieder, doch Ringrichterin Romina Arroyo wertete es nicht als Niederschlag, da sie einen Hinterkopfschlag Rossels als Auslöser richtig erkannt hatte. Nachdem Alberto Rossel in Runde Vier wieder leichte Vorteile genoss behielt der Peruaner auch in der Fünften die Oberhand.

Alberto Rossel übte nicht nur jetzt wieder mehr Druck aus, sondern konnte vor allem auch mit der rechten Geraden die besten und härtesten Treffer setzen. Zwar zeigte sich Tello nicht nur beweglich auf den Beinen, sondern auch im Oberkörper, doch Rossel timte seine Angriff gut und bewies seinerseits ebenfalls gute Reflexe um Tellos Schlägen regelmäßig auszuweichen. Die Runden blieben jedoch eng und generell von wenigen wirklich klaren Treffern geprägt. Walter Tello wechselte nun häufiger in die Rechtsauslage, was ein wenig seine Ratlosigkeit widerspiegelte. Aus dieser versuchte er immer wieder überfallartige Angriffe, nachdem er mit tief hängenden Fäusten darauf wartete, dass Rossel in Schlagdistanz trat.

Tellos beweglicher Boxstil schritt anfangs der Runde Sieben teilweise auf der Grenze zwischen Beweglichkeit und Weglaufen, doch da der Panamese sich immer wieder Momente zum Schlagabtausch heraus pickte und in der Folge mehr seinen Mann stand, ging dies wohl unverwarnt durch. Nichtsdestotrotz schien es für ihn mit diesem Stil als Gastboxer und Titelherausforderer nicht zu reichen um die Runden für sich zu entscheiden. Zwar ließ er seine Fäuste viel fliegen, doch seine Kombinationen verpufften meistens in der Luft.

Anfangs der zehnten Runde erwischte Walter Tello seine beste Phase seit Langem, als er Rossel mit einem wahren Schlaghagel kurzzeitig eindeckte, jedoch hinterließ er dabei kaum Eindruck beim Peruaner mit seiner Schlagkraft. Vielmehr antwortete der Weltmeister noch in derselben Runde mit einigen guten Treffern. Der Kampf tröpfelte zäh dem Ende entgegen und Alberto Rossel steuerte recht komfortabel, wenn auch wenig beeindruckend, auf einen Punktsieg zu, da er auch die elfte Runde für sich entschied ehe Walter Tello in der Zwölften noch mal einen starken Endspurt hinlegte, in dem er den KO suchte, und in dem zum ersten Mal den Zuschauern exzellente Action geboten wurde.

So hatten es auch die Punktrichter mit 117-111, 118-114,5 und 118-113,5 relativ deutlich für den verteidigenden Weltmeister, der nach der Urteilsverkündung von seinen Fans im peruanischen Callao gefeiert wurde. Für den 35-Jährigen war es die zweite erfolgreiche Titelverteidigung des WBA-Interimsgürtels und der dreißigste Sieg als Profi, dem acht Niederlagen gegenüber stehen. Walter Tello verlor zum siebten Mal in seinem fünfundzwanzigsten Profikampf und scheiterte zum dritten Mal in einem WM-Kampf, nachdem ihn vor drei Jahren bereits Giovani Segura in drei Runden gestoppt hatte und er 2009 gegen Manuel Vargas nach Punkten verloren hatte.

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