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Adrien Broner braucht neuen Gegner

Adrien Broner braucht neuen Gegner

Wie Box-Insider Mike Coppinger berichtet, muss sich Adrien Broner für sein Comeback am 13. Februar einen neuen Gegner suchen. Ein Mitglied aus dem Team von Pedro Campa soll positiv auf COVID-19 getestet worden sein. Daraufhin hat der mexikanische Superleichtgewichtler auf die Notbremse getreten und den Kampf gegen ‚The Problem‘ abgesagt. Broner steht nun erst einmal ohne Gegner für den geplanten 10-Ründer da.

Quelle: Mike Coppinger / Twitter

Einen brauchbaren Kontrahenten zu finden dürfte in Anbetracht des nahen Kampfdatums nun schwer werden. Zumal der zweite Mann im Ring zwar schon „eine Hausnummer“, aber trotzdem schlagbar sein sollte. Schließlich möchte Broner sich mit einem Sieg die Türen zu weiteren lukrativen Fights öffnen.

Im Herbst vergangenen Jahres hatte ‚AB‘ im Podcast „The Last Stand” Brian Custer von Showtime erklärt, dass er daran interessiert sein, gegen Ivan Redkach anzutreten. Theoretisch wäre der Russe vakant. Redkach hat zuletzt vor einem Jahr gekämpft und nach Punkten gegen Danny Garcia verloren. In diesem Fight konnte ‚El Terrible‘ Redkach aber nicht überzeugen, sondern wirkte eher überfordert. Fraglich wäre, wie sich der 34-jährige gegen Adrien Broner verkaufen würde. Redkach hat zwar 18 seiner 23 Siege durch KO erzielt, ist aber im eigentlichen Sinne kein Puncher, sondern eher ein Zermürber. Möglicherweise könnte er mit seiner hohen Schlagfrequenz aber den „eingerosteten“ Broner in Verlegenheit bringen.

Ein anderer Kandidat wäre Regis Prograis. Der 31-jährige verlor seinen WBA-Titel im Weltergewicht im Oktober 2019 an Josh Taylor und stand danach nur einmal im Ring, besiegte im Oktober 2020 den 30 Jahre alten Juan Heraldez durch KO 3. Fachleute sagen, ‚Rougarou‘ habe eine der besten linken Hände im Profiboxen. Zudem hatte Prograis im vergangenen Jahr Interesse an einem Kampf mit Adrien Broner geäußert: „Wir haben beide einen großen Mund, wir sind beide ein bisschen arrogant, wir reden beide viel. (..) Ich denke, ich kann ihn stoppen! Ich werde der erste sein, der ihn KO schlägt!“

Wesentlich weniger attraktiv – zumindest für mich – wäre Subriel Matias, den die Kollegen von „BoxingNews24“ vorschlagen. Dass Matias bei Boxrec weltweit auf # 9 gerankt  ist, kann ich nicht nachvollziehen, der abgesprungene Pedro Campa steht auf # 77. Während Campa aber eine Bilanz von 31-1-1 hat, kann ‚Browny‘ Matias nur 16 Kämpfe vorweisen und dürfte international nicht bekannter sein, als der Boxer aus Mexiko. Meiner Meinung nach spricht allenfalls seine hohe Workrate spricht für den 28-jährigen aus Puerto Rico. Vermarkten ließe sich der Fight aber wohl trotzdem kaum.

Ich persönlich halte den Briten Terry Flanagan für geeigneter. Der 30-jährige aus Manchester, Kampfname: ‚Turbo‘, hat eine Bilanz von 36-2-0 bei 2 KO-Siegen und war von 2015 bis 2017 WBO-Weltmeister im Leichtgewicht. Seine beiden Niederlagen erlitt  Flanagan gegen Regis Prograis und Maurice Hooker.

Unterm Strich ist es schwierig, einen geeigneten Gegner für Broner zu finden, ohne dessen aktuellen Leistungsstand zu kennen. Durchaus denkbar wäre natürlich auch ein Rematch mit ‚El Chino‘ Maidana. Der 37 Jahre alte Argentinier hatte mehrere Comeback-Anläufe in Angriff genommen, wollte sich zuletzt im vergangenen Jahr mit einem Kampf gegen den 47-jährigen Kickboxer Jorge Acero Cali von seinen Fans verabschieden. Doch der für den 18. April geplante Boxkampf wurde aufgrund des COVID-19-Ausbruchs abgesagt.

Maidana war es 2013 gelungen, Broner in dessen 27. Kampf die erste Niederlage zuzufügen. ‚The Problem‘ galt zu dieser Zeit als „der neue Mayweather“. ‚El Chino‘ hatte zwar schon denkwürdige Kämpfe gegen Víctor Ortíz, Amir Khan und Erik Morales geführt, galt aber als Außenseiter. Doch ‚AB‘ musste schon in der zweiten Runde auf die Leinwand, in Runde 8 schlug Maidana ihn erneut zu Boden. Da Broner sich vor der Begegnung als arrogantes Großmaul in Szene gesetzt hatte, waren die Sympathien der Fans auf Maidanas Seite.

Obwohl es keine Rückkampfklausel gab, forderte Broner sofort ein Rematch: „Chino Maidana hat mich in dieser Nacht überfordert. Aber der Rückkampf wird anders sein. Und ich kämpfe gegen niemand anderen bevor ich wieder gegen Maidana kämpfe … ich bin ein Krieger.” Wie wir alle wissen, gab es nie einen Rückkampf. Stattdessen trat Maidana zwei Mal gegen Floyd Mayweather jr an, verlor beide Male und setzte sich 2016 im Alter von 33 Jahren zur Ruhe. Vielleicht ist der Wunsch nach einem Rematch zwischen Broner und Maidana rein nostalgischer Natur, aber zumindest ließe sich diese Begegnung verkaufen.

Kritiker von Adrien Broner bescheinigen ihm zwar Talent, sagen aber, er wäre schlichtweg zu klein. Nun bleibt abzuwarten, ob Broner diesen Makel mit Motivation wettmachen kann. Oder ob bei ‚The Problem‘ schlichtweg die Luft raus ist.

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3 Kommentare

  1. 12. Januar 2021 at 18:17 —

    Naja, Matias ist schon bekannt, nämlich dafür, vor anderthalb Jahren Maxim Dadashev zu Tode geprügelt zu haben. Beide waren damals ungeschlagen. Danach hat er einen Kampf verloren, gegen den mir damals unbekannten Petros Ananyan, es war ein enger und guter Fight, eigentlich ein Draw, aber Matias musste zum Ende des Kampfes einmal runter, das war ausschlaggebend. Fände Matias als Gegner schon ganz gut. Er hat Power, wie du schreibst eine hohe Workrate, ist boxerisch ein wenig limitiert, aber auch nicht zu sehr, dass er den rostigen Broner nicht mal unangenehm treffen könnte.

    Prograis wäre ein völliges Mismatch – zu viel Skills, zu schnell, zu slick für Broner. Power hat er auch ein bisschen. Könnte mir wirklich vorstellen, dass er AB spät ausknockt. Mo Hooker – sucht der nicht gerade nach einem Gegner – das wäre doch auch ganz gut? Oder tatsächlich El Chino – dann aber im Cruisergewicht 😲

  2. 12. Januar 2021 at 20:48 —

    @ ak

    Ja, das mit Matias und Dadashev hatte ich auf dem Schirm. Wobei Dadashev ja gut mitgehalten hat … ab Runde 10 gings leider abwärts. Das wollte ich aber nicht als große Leistung von Matias herausstellen.

    El Chino wäre vermutlich mit einem Kampf in einem Monat überfordert. Er hat wahrscheinlich wieder 50 Kilo zuviel gerade. 😉

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