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Adonis Stevenson vs Badou Jack – Unentschieden in Toronto

Um den WBC-Titel im Halbschwer ging es zwischen Weltmeister Adonis Stevenson und Herausforder Badou Jack. Gekämpft wurde in Toronto / Kanada. Am Ende eines wechelvollen Kampfes mit verschlafenem Anfang gab es ein Unentschieden. Damit behält Stevenson seinen Gürtel.

In der ersten beiden Runden war noch nicht so ganz klar zu erkennen, was Badou Jack für eine Strategie fahren will. Er machte so gut wie Nichts und lies diese Runden großzügig verstreichen, ohne auch nur eine einzige Aktion gezeigt zu haben. In Runde 3 schickte er zumindest ein paar Hände in Richtung Stevenson, was aber auch nicht zu einem Rundengewinn reichte. Erst in Runde 4 nahm der Kampf überhaupt Fahrt auf. Diese Runde war eng zu bewerten. In Runde 5 entwickelte sich das Ganze teilweise in Richtung Ringkampf. Wenn beide Boxer nicht gerade im Clinch hingen, gab es ab und zu einen sehenswerten Schlagabtausch. Auch diese Runde war wieder eng. Stevenson schien genug von diesem Kampfstil zu haben und fing im nächsten Durchgang endlich an zu boxen und Druck gegen Jack aufzubauen. Erst jetzt wurde der Kampf halbwegs sehenswert.

Badou Jack war erst in den Runden 7 und 8 richtig „aufgetaut“ und zeigte mit seinen Aktionen endlich, weshalb er überhaupt in Toronto mit Stevenson im Ring stand. Er attackierte den WBC-Champ nach besten Kräften. Stevenson war kurz angeklingelt und blutete aus der Nase. Der Kampf schien sich zu Gunsten des Herausforderers zu drehen. Jack kam immer wieder mit guten Händen durch. Besonders die Aufwärtshaken schienen Stevenson heftig durchzuschütteln. Es sah jetzt doch danach aus, als hätte Badou Jack einen Gameplan, der aufgehen könnte.

Jack SiegerStevenson erkannte seine Situation und versuchte seinerseits, sich in den Runden 9 und 10 wieder mehr Respekt zu verschaffen. Er landete mehrere gute Körpertreffer bei Jack. Es sah so aus, als hätte Jack sich verausgabt und würde Stevensons „Schüsse“ auf seinen Body nicht gut vertragen. In der vorletzten Runde wurde deutlich, dass die Abnutzungsschlacht bei beiden Boxern ihre Spuren hinterlassen hat. Runde 12 musste die Entscheidung über Sieg und Niederlage bringen. Beide gaben noch einmal Alles, konnten aber keine vorzeitige Entscheidung mehr herbeizwingen. Der durchgeschwitzte Ringrichter John Lewis hatte auch in Runde 12, wie bereits im ganzen Kampf, genug zu tun beide Boxer immer wieder voneinander zu trennen.

Das Urteil: 2x 114:114 und 115:113 für Badou Jack ist durchaus nachvollziehbar. Ob es nun zwingend zu einem Rematch kommen muss, liegt so kurz nach dem Kampf im nebeligen Bereich. Unbedingt muss es bestimmt nicht sein. Badou Jack fehlte die Power, um mit seinen guten Treffern im mittleren Teil den Kampf vorzeitig für sich zu entscheiden. Als Stevenson mitbekam, dass sein Gegner empfindlich auf Körpertreffer reagiert, war die Intitiative des Herausforderers vorbei. Was sollte in einem Rematch anders laufen?

***

Bei einem der Undercard-Kämpfe dieser Veranstaltung ging es um den NABF-Titel im Schwergewicht. Der in Kanada lebende Kolumbianer Oscar Rivas (24(17)-0-0) verteidigte seinen Gürtel gegen den Belgier Herve Hubeaux (29(14)-2-0). Bei diesem Kampf wurde mehr als deutlich, wer dabei welche Rolle zu spielen hatte. Hubeaux boxte 10 Runden lang locker mit, ohne auch nur einmal sowas wie Siegeswillen aufkommen zu lassen. Was beide Boxer da ablieferten, sah während der gesamten Kampfdauer so aus wie ein lockeres Sparring zum Aufwärmen. Rivas gewann mit 99:91 und 2x 100:90. Allerdings war es der erste Kampf seit 2012, in dem Rivas mal über die vollen Runden gehen musste. Auch von ihm kam so gut wie Nichts, woran man irgendwie einen echten Siegeswillen erkennen konnte.

Hier der Hauptkampf, zumindest so lange bis Showtime ihn wieder löschen lässt:

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10 Kommentare

  1. 20. Mai 2018 at 06:54 —

    der bericht ging ja schnell rekordzeit hier.

  2. 20. Mai 2018 at 06:58 —

    “Was sollte in einem Rematch anders laufen?”

    Ist das Ernst gemeint..??

    • 20. Mai 2018 at 07:03 —

      Sowas kannste vielleicht bei einem 120:108 oder klaren Knockout schreiben, aber doch nicht bei einem Majority Draw… Nochdazu wenn beide mindestens einmal kurz vorm KD standen..
      Was da anders laufen kann frägt der Autor..??? Einfach alles..!!

    • 20. Mai 2018 at 07:05 —

      Ja, Stevenson konnte seinen Hammer 12 Runden lang nicht landen und Jack fehlt die Power, seinerseits Stevenson wirklich zu gefährden.

      Meine Meinung ist, dass es auch in einem Rematch kaum anders laufen wird. Noch einmal so ein 50-60% Ringkampf-Gewürge? Ein zweites mal brauche ich das als Zuschauer nicht zu sehen.

      • 20. Mai 2018 at 07:20 —

        Weder war der Kampf besonders schlecht oder langeweilig, noch wäre der Ausgang eines Rematches in irgend einer Weise klar..
        Oder willst Du erzählen, daß es wieder ein Draw werden würde..? Natürlich hat Jack die Power Stevenson zu gefährden, oder wieso meinst Du hatte der Superman solche Schwierigkeiten..?

        Bei Russell Jr. vs Diaz hätte der Satz vielleicht noch gepasst, aber hier ist er völlig fehl am Platz..!
        Davon abgesehen natürlich schön, daß es so schnell einen Bericht dazu gibt..

        • 20. Mai 2018 at 07:26 —

          Ich habe nur meine eigene Meinung gesagt und jetzt keine Bock, mich darüber zu streiten. Jetzt muss ich erstmal ab ins Bettchen … Gute Nacht oder Frohe Pfingsten … wie du willst … 😉 :p

          • 20. Mai 2018 at 07:27

            Ebenso..
            Im übrigen ist Streiten und Diskutieren nicht zwingend dasselbe.. 😉

  3. 20. Mai 2018 at 10:11 —

    Die Kritik, dass Jack die ersten Runden verschlafen und verschenkt habe, kann ich nicht nachvollziehen…
    Ein noch frischer und schneller Stevenson ist pures Gift für Jack!
    Taktisch war das schon sehr gut, der Kampf insgesamt aber keine Augenweide.

    Rematch? Gerne!
    Beide sind gute Boxer und es wäre allemal wieder ein 50/50-Fight.

    • 20. Mai 2018 at 19:23 —

      Eben..!
      Nochdazu ist Jack generell ein “slow starter”.. Wichtig war hauptsächlich, dass er nicht startet wie vs Edwards…

      Ein Rematch würde ich ebenfalls befürworten, allerdings glaube ich nicht, dass Stevenson das genauso sieht…

  4. Schade das Stevenson schon shot ist. Er konnte nicht mal den Muselmann ausknocken. Er sollte sofort zurücktreten.

    Muss mich da Fuchs anschließen, nur weil der Sieger nicht im vorhinein klar ist, muss man sich das nicht nochmal antun. Jack sollte schleunigst nach Syrien auswandern und sich zu Kanonenfutter verarbeiten lassen. Für Stevenson sehe ich noch Chancen eine Stelle bei Wal-Mart zu ergattern.

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