Abraham verteidigt seinen Titel nur knapp gegen Murray

Der „Jubiläumskampf“, die 100. WM für Uli Wegner als Trainer, wurde zu einer kleinen Zitterpartie. Der Kampf zwischen Arthur Abraham und Martin Murray sah alles Andere, als einen wirklich souveränen Sieger. Bis in die letzten Runden hinein stand der Ausgang dieses Kampfes auf Messers Schneide. Letztendlich gab es ein Punkurteil: 116:111, 115:112 und 112:115. Der Titel blieb bei Abraham.

Man hätte fast meinen können, Abraham verfällt zu Beginn des Fights wieder in alte Verhaltensmuster: Hinter der Doppeldeckung verschanzen, dennoch Treffer kassieren und selbst zu wenig schlagen. So verlor er schon immer gerne Runden und musste anschließend Alles auf eine Karte setzen um seine Kämpfe doch noch zu gewinnen. Das ging schon mehr als einmal schief. Man dachte eigentlich, er hätte diese Unzulänglichkeit abgelegt und war in seinen letzten Kämpfen besser in der Lage, durchgängig zu boxen ohne dabei Runde um Runde sinnlos wegzuschenken.

Herausforderer Murray tat was er konnte und machte den aktiveren Eindruck. Abraham musste wieder einmal aufholen. In Runde 8 kassierte Abraham einen Kopftreffer, der ihn sichtlich zum Wackeln brachte, obwohl das er im anschließenden Interview runterspielte. Man sah schon recht deutlich, dass er beeindruckt war. Abraham machte einmal mehr den Eindruck, dass er seine Schlaghand viel zu wenig nutzte und viel zu selten bei dem durchaus beweglichen Murray ins Ziel brachte. Einmal mehr bekam man den Eindruck, Abraham kann nur kraftsparend boxen und dann Alles mit einem Schlag entscheiden oder er boxt 12 Runden mit und gewinnt nach Punkten. Auch wen das etwas altklug klingen mag: Aber für mehr scheint die Kondition nicht zu reichen.

Letztendlich profitierte Abraham noch von einem Punktabzug für Murray, den der wegen wiederholtem Halten kassierte. Von den 12 geboxten Runden waren mehr als die Hälfte sehr knapp und das Punkturteil hätte durchaus auch gegen Abraham ausfallen können. Mit dem Punktabzug war ihm der Sieg nicht zu nehmen. Besonders stolz müssen allerdings weder er noch sein Trainer darauf sein. Wenn er tatsächlich noch 2 Jahre boxen will, muss er zusehen, gegen wen er in Zukunft seinen Titel verteidigt. Steht ihm irgendwann der jetzt 24-jährige WBO-International Champ und zukünftige Pflichtherausforderer Gilberto Ramirez (33(24)-0-0) mit seinen fast 1,90m Körpergröße gegenüber, könnte es verdammt eng für Abraham werden.

Im Kampf zwischen Eddie Gutknecht und Arman Torosyan gab es einen vorzeitigen Sieg in Runde 4 für den hoch motivierten Gutknecht. Er hatte Torosyan bereits zum Ende der ersten Rund am Boden. Im 2. Durchgang stürmte Torosyan los wie die Feuerwehr und sorgte für ordentlich Betrieb im Ring, doch das half auch nicht. Er tauchte oft tief ab um sich den Schlägen von Gutknecht zu entziehen und wurde deshalb angemahnt. Ein Körpertreffer in Runde 4 beendete den Kampf. Nach vorheriger Auskunft von Wiking-Pressesprecherin Jennifer Spiering war es die erklärte Absicht von Gutknecht, gegen den ursprünglichen Gegner Tyron Zeuge vorzeitig zu gewinnen. Wie das gehen kann, zeigte er recht eindrucksvoll. Man muss abwarten, ob es jemals zu der Begegnung zwischen Zeuge und Gutknecht kommen wird.

29 Gedanken zu “Abraham verteidigt seinen Titel nur knapp gegen Murray

  1. Dieser Abraham soll endlich aufhören…der Typ ist einfach nur noch peinlich…hatte schon gehofft Murray gelingt es den zu besiegen und ihn in Rente schickt….ich sehe schon einen schweren ko voraus….das wird nicht gut ausgehen für Abrahama

    1. Ganz ehrlich, es ist einfach grauenhaft Abraham zuzusehen. Eine behinderte links rechts Kombi zum Körper und ansonsten nur abschießen mit dem Jab. Boxerisch total verkrampft und 100 % talentfrei. Dazu muss man sagen Murray kommt aus der 72 kg Klasse und war körperlich natürlich unterlegen aber technisch auf einem 100 mal höherem Level.

  2. so, AA vs murray gesehen, und DAS ist ein WM? übrigens hätte man AA auch locker punkte abziehen könne, er mag ja mehr die hinterkopf und rückenschläge.
    danach canelo vs cotto: war das geil! das ist boxen, und nicht die wegner/ AA pisse!
    gegen wen will denn AA die titel vereinigen? und wie?

      1. Der Punktabzug für Murray war in Runde 11 wegen ständigem Abduckens und „mit dem Kopf zuerst in den Mann gehen“ längst überfällig. Insgesamt war es ein verdienter Sieg von Arthur, obwohl er die ersten Runden komplett verpennte.

        1. simon
          und schläge auf den hinterkopf und rücken sind besser? von einem WM ?
          mag ja sein, daß du ein AA-fan bist, aber dieser ist ja auch schon vorher ermahnt worden, trotzdem weitergemacht, ohne konsequenzen!
          und die show nach diesem „tiefschlag“ war schon geil, was für ein harter brocken!
          hast du wenigstens canelo vs cotto gesehen?
          SO boxt ein WM!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

      2. @ Dr. Fallobsthammer

        ……aber mir war klar das ein Sieg für Murray unmöglich ist…..

        Gehe ich mal recht in der Annahme das du den Sieg von Abraham für ein Fehlurteil hältst?

        Für mich war das eher ein durchschnittlicher Kampf und ein unentschieden wäre wohl das gerechteste Urteil gewesen, denn ich bin der Meinung das keiner der beiden Kontrahenten den Sieg verdient hatte. Murray hat meist nur die Deckung getroffen und Abraham hat mal wieder die ersten Runden komplett verschlafen. Fand Murray auch recht einfallslos.
        Ich sehe es summa sumarum ok das Abraham gewonnen hat, aber wer eine angebliche Titelvereinigung anstrebt, muss einfach mehr zeigen!

        1. @ Sugar

          Darum geht es mir nicht unbedingt, sondern um die tatsache, dass wieder die Punkte astronomisch Hoch ausfallen um bloß sicher zu gehen. War bei cotto v alvarez ähnlich.

          Was soll man zu Abraham sagen? Abraham hat nicht genug getan als WM. Murray hat auch nicht überzeugt, aber mehr getan. Ja mit einem Unentschieden wäre ich auch einverstanden. Ich kann aber auch verstehen wenn Murray sich als Sieger sieht.

    1. naja sind unterschiedliche Gewichtsklasse.
      im MW sollte jetzt endlich GGG alle titel vereinigen. mal schauen ob der kampf gegen canelo jetzt kommt. dann fehlt nur noch lee.
      im SMW: Abraham ist hier sicher in der weltspitze (was auch immer das heißen mag). ward wird wohl nur noch einmal kämpfen mal sehen gegen wen aber ich glaube kaum dass er gegen Abraham oder chudinov/sturm boxt. der wird irgentwo noch kasse machen, vielleicht bhop.
      hätte wir also die 4 wm derzeit:
      Abraham
      chudinov/strum
      degale/bute (tippe hier auf bute!)
      jack

      alles keine überboxer. insgesamt eine sehr ausgeglichene Gewichtsklasse. der beste fight wäre aus deutscher/Sauerland/sat.1 sicht sicherlich Abraham sturm, aber dafür müsste sturm erst mal gewinnen. wann ist der fight eigentlich? ich hoffe sturm gewinnt weil ich das Duell gegen Abraham will auch wenn es 10 jahre zu spät kommt!

  3. …naja, denke mal, ein knapper Punktsieg für Abraham geht, insbesondere nach dem Punktabzug und mit WM-Bonus in Ordnung, aber mit Ruhm bekleckert hat er sich nicht gerade. 116:111 war allerdings auch mehr als gewagt…
    Denke aber, man kann nach dem Kampf (auch wenn Quervergleiche immer mit Vorsicht zu genießen sind) schon halbwegs erahnen, was GGG mit Abraham machen würde, falls es zu einem Duell der beiden kommen sollte…

  4. So wie es ausschaut wird Abraham im März gegen seinen Pflichtherausforderer Gilberto Ramirez antreten.Danach will er einen Rematch gegen Murray machen.Abraham versteht es wirklich wie man Geld schöffelt.

    1. Yup, das ist die totale Karrierenherauszögerung anstatt Karrierenausnutzung.
      Aber heutzutage ja standard.
      Wenn von den großen Helden auch nur einer ein bißchen Herz oder Hirn hat wird das im Alter noch richtig weh tun, wenn sie zurückschauen.

      Hätte Ward die letzen Jahre wenigstens 2/3 Pfeifen im jahr geboxt wären es ein paar Millionen mehr auf seinem Konto…

      1. Würde jetzt nicht dagegen wetten, aber warum sollte AA gegen Ramierez Angst haben. Ramirez ist jetzt auch kein Überboxer und mit der Sauerlandmafia im Rücken dürfte das kein Problem sein. Dumm wäre nur , wenn der Kampf in die USA geholt werden würde, aber dann gäbe es eine nette Börse als WBO-Champ und dann müßte er sie mehr anstrengen als Murray gestern um die Decisio am Ende zu bekommen. Murray wurde einfach nur über den Tisch gezogen und der härteste und wirkungsvollste Schlag im Kampf kam auch von Murray, von der Workrate und Trefferquote brauchen wir gar erst zu sprechen. Selbst wenn bei Murray 80 % seiner Schläge nicht treffen, wird er bei so einem inaktiven Luftzerstäuber wie AA immer noch mehr Treffer am Ende und über die Runden sowieso haben. AA wird aber vermutlich im Rückkampf ein bisschen stärker sein, wenn er den Gegner ein zweites Mal boxt, sieht er immer ein bisschen besser aus, es sei denn er nimmt den Gegner nicht ernst und Murray wird er sicher ernst nehmen.

      1. Du bist der Info-König!
        Wurde selbst in der Berichterstattung gesagt, dass Abraham seine Pflichtverteidigung gegen Ramirez eigentlich bis März absolvieren muss.

        Auf was es hinaus läuft kann man sich ja schon denken…

    1. Weil er der Heimboxer war?
      Weil er bei Sauerland unter Vertrag ist?
      Weil es von den Punktrichtern bei Sauerland-Veranstaltungen traditionell Extra-Punkte für die schönste Doppeldeckung gibt?
      Weil The Fan es vorausgesagt hat?

  5. Wie kann man mit 12 Runden Doppeldeckung einen Kampf gewinnen ?
    Nur bei Sauerland,wie Feigenbutz ! Das 16:11 ist der Witz des Jahres.
    Auch Wegener sollte vor dem sprechen erst mal denken.
    Am besten wäre ein Kampf gegen Golovkin,dann wären alle echten Boxfans endlich von einem talentfreien Boxer erlöst.Leider nur ein Traum !

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