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Scott Harrison – Comeback mit 42?

Bild: Scott Harrison (Twitter)

Der 42-jährige Schotte Scott Harrison (27(15)-3(1)-2) will 6 Jahre nach seinem letzten offiziellen Boxkampf zurück in den Ring. Sein angekündigtes Ziel ist es, zum dritten mal Weltmeister zu werden. Harrison war zwischen 2002 und 2005 zwei Mal WBO-Weltmeister im Federgewicht. Er verlor seinen Gürtel 2003 durch eine SD-Entscheidung an den Mexikaner Manuel Medina, konnte ihn sich aber 4 Monate später im Rematch durch TKO 11 zurück holen. Danach verteidigte er seinen Gürtel noch sechs Mal.

Als Harrison im Mai 2006 in Belfast seinen Titel das nächste mal verteidigen sollte, sagte er den Kampf ab. Frank Warren, sein damaliger Promoter, war drüber sehr enttäuscht. Zu diesem Zeitpunkt wurde bekannt, dass Harrison unter Depressionen litt und ein erhebliches Alkoholproblem hat. Warren drängte Harrison, sich professionelle Hilfe zu holen. Es gab einen Vorfall in einer Nachtbar, für den Harrison gerade stehen musste. Harrison verlor seine Boxlizenz und lies sich in eine Entzugsklinik einweisen. Anfang 2008 meinte er, dass er wieder fit für den Ring wäre und beantragte eine neue Lizenz. Im gleichen Jahr wurde er wegen Trunkenheit am Steuer und Körperverletzung zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon er 4 absitzen musste.

Im Jahr 2009 ging es nicht besser weiter. Im April wurde er in Malaga / Spanien zu 30 Monaten Haft verurteilt. Wieder wegen Körperverletzung. Es gab Berufungsverhandlungen und er musste 2011 für 5 Monate ins Gefängnis. Im Jahr 2012 schien er sich einigermaßen gefangen zu haben, bekam wieder eine Lizenz und absolvierte er zwei Kämpfe im Leichtgewicht, die er gewinnen konnte. Im Februar 2013 stand Harrison bereits wieder in Spanien vor Gericht. Wieder ging es um eine Schlägerei in einem Bordell. Im April 2013 scheiterte er nach Punkten in seinem vorläufig letzten Kampf gegen Liam Walsh, wobei es um den WBO-Europameistertitel im Leichtgewicht ging. Dieser Kampf fand unter Frank Warren im Wembley-Stadion statt. Den Hauptkampf bestritten damals Nathan Cleverly und Robin Krasniqi um den WBO-Titel im Halbschwergewicht. Nur einen Monat später scheiterte er auch bei seiner Berufungsverhandlung in Spanien und wurde zu 4 Jahren Haft verurteilt, von denen er 3 absitzen musste. Die Boxkarriere schien nun endgültig vorbei zu sein.

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Nach seiner Haftentlassung versuchte Harrison ein Comeback. Harrison bekam im September 2018 wieder eine Boxlizenz und sollte im Dezember 2018 bei einer Veranstaltung in Glasgow gegen Tackie Annan aus Ghana kämpfen. Die Veranstaltung wurde abgesagt und aus dem geplanten neuen WM-Anlauf wurde nichts. Zuvor hatte sich Harrison Unterstützung bei Boxlegende Tommy „The Hitman“ Hearns gesucht und auch bekommen. Offenbar glaubte Hearns daran, dass Harrison noch einmal Weltmeister werden kann.

Jetzt gibt es wieder einen Versuch, in den Ring zurück zu kehren. Scott Harrison soll angeblich am 23. November in Birmingham kämpfen. Sein hoch fliegendes Ziel ist es, noch einmal Weltmeister zu werden. Wer das für völlig abwegig und etwas verrückt hält, weiß vielleicht noch nicht, wer den Hauptkampf dieser Veranstaltung bestreiten wird. Nigel Benn wird nach 23 Jahren in den Ring zurück. Er hat tatsächlich auch wieder eine Boxlizenz bekommen und will gegen den 15 Jahre jüngeren Saiko Bika antreten.

Ob diese Veranstaltung überhaupt zustande kommt, scheint noch nicht sicher zu sein. Einen offiziellen BoxRec-Eintrag dazu gibt es noch nicht. Wir werden zu gegebener Zeit gesondert darüber berichten.

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2 Kommentare

  1. 13. Oktober 2019 at 19:34 —

    Was sollte ein Comeback mit 42 Jahren sportlich noch bringen?
    Wenn es aus Geldnot ist sind vielleicht noch einige kleine Börsen drin, aber ob das in dem Alter gesundheitlich sehr förderlich ist steht auf einen anderen Blatt!?
    Auch Nigel Benn sollte mit 55 Jahren seine Handschuhe am berühmten Nagel hängen lassen.

  2. 15. Oktober 2019 at 12:11 —

    @ Luzifer
    Im Normalfall gebe ich dir recht. Ab einem gewissen Punkt wird es albern.
    ABER….der Destroyer war auch nach seiner Laufbahn immer mittendrin.
    Der hat sein Sohnemännchen mega gepusht und das auch im Ring.
    Der lebt das. Ich glaube , dass er sich das zutraut und vielleicht kurzfristig denkt. Das traue ich ihm allemal zu.
    Dieser Fuchs weiß wie man sich schützt. Vor 7-8 Jahren hätte ich das besser gefunden.
    ABER ja…..der Referee soll genau gucken. Böse gucken kann NB aber noch immer. BRRR

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