Gastkommentare

Hält das Super-Six Turnier, was es verspricht?!

Super Six World Boxing Classic. © Werner Dittmair.

Eine super Idee, die alle Boxfans einfach begeistert hat: Das Super- Six- Turnier mit den besten Supermittelgewichtlern der Welt, darunter mit Arthur Abraham, ein Mann, der in Deutschland hochangesehen und beliebt ist, dazu hochkarätige Kontrahenten, sowohl aus Europa, als auch aus Amerika.

Der erste Kampf von Abraham gegen Jermaine Taylor war ein klasse Boxkampf, der auch noch im KO endete: was wollten die Fans mehr sehen.

Doch spätestens dann, beim Kampf zwischen Ward und Kessler, bei dem Ward sich durch Kopfstöße eigentlich unfair zum Sieg boxte, konnte man nachdenklich werden. Nun ist es so, dass im Boxen so etwas natürlich immer mal wieder vorkommt, doch bei einem so wichtigen und für diese Gewichtsklasse ja auch wegweisenden Turnier, schmeckt eine solche Niederlage natürlich doppelt bitter.

Der Kampf zwischen Abraham und Dirrell erhitzte dann natürlich vor allem in Deutschland die Gemüter: Auch wenn Abraham keinen Stich gegen den schnellen und wendigen Dirrell bekam, so wurde er trotzdem gegen Ende des Kampfes stärker. Und was wäre passiert, wenn King Arthur nicht in der 11ten Runde diesen Blackout gehabt hätte und zuschlug, als Dirrell am Boden lag. Wir werden es nie erfahren, denn Abraham brachte sich selbst um die Siegchancen. Und was dann folgte war für mich der Tiefpunkt des Turniers: Andre Dirrell, von Abraham natürlich klar getroffen, aber was machte der Amerikaner daraus? Befürchtungen von Hirnblutungen, die nicht zutrafen, ein Krankenhausaufenthalt… Und letztendlich eine schauspielerische Glanzleistung des Amerikaners; gewonnen hätte er doch sowieso, aber warum musste er noch wortwörtlich den sterbenden Schwan spielen?

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Und nun, die dritte Runde des Turniers: An sich steht kein Kampf fest: Abraham gegen Froch: Hier muss erst noch der Austragungsort endgültig festgelegt werden, wird der Kampf in Monaco stattfinden können? Oder muss er verschoben werden? Mikkel Kessler muss nach einer Augenverletzung aussteigen.Gut, ein verständlicher Schritt. Seine großartige Karriere kann er ja nicht aufs Spiel setzen. Doch was ist mit dem Kampf zwischen Ward und Dirrell? Die beiden weigern sich partout gegeneinander anzutreten. Die beiden sind alte Jugendfreunde, das ist sicherlich auch der Grund dafür, doch als Alibi dient ihnen der Austragungsort des Kampfes.

Letztendlich ist das ganze Turnier in Gefahr. Und es stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll, wenn nun schon 2 Boxer die illustre Runde verlassen haben ( vor Kessler war ja auch Jermaine Taylor vom Turnier zurückgetreten) und sich 2 weitere vor dem gegenseitigem Kampf drücken wollen, während zwischen anderen noch überlegt wird, wo der Kampf stattfinden soll.

Das wirft ein schlechtes Licht auf das, was das Turnier bieten kann und geboten hat: Großartige Kämpfe zwischen großartigen Athleten, wie Abraham gegen Taylor oder Kessler gegen Froch oder Ward gegen Green.

Die Hoffnung bleibt, dass das Turnier weitergehen kann. Und dass es für die Zukunft und auch für ein etwaiges Super- Six- Turnier im Cruisergewicht einige Beispiele gezeigt hat, wie man es nicht machen sollte.

Ein faires und gut durchorganisiertes Turnier sollte uns am Ende nämlich den Mann liefern können, der der beste in der Gewichtsklasse bis 76,2 Kilogramm ist.

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14 Kommentare

  1. Shlumpf!
    28. August 2010 at 17:17 —

    Guter Artikel, resumiert noch mal schnell auf einen Blick den verlauf und die Probleme des Super Six

  2. Fred
    28. August 2010 at 18:54 —

    Schade, daß man auch beim Super Six Turnier deutlich den Eindruck hat, daß nicht Fairneß und Sportsgeist im Vordergrund stehen, sondern Einzelinteressen der Veranstalter/Promoter/Boxer. Nun werden wir hier den Boxsport nicht sauber bekommen von korrupten Kampf-/Ringrichtern, gekauften Gegnern oder Doping. Dafür geht es einfach um zu große Summen.

  3. Shlumpf!
    28. August 2010 at 19:38 —

    Ich würd das mal nicht so schwarz sehen. überall wo am Ende ne Jury entscheiden muss, gibts Fehlentscheidungen.
    Ich find das Super Six an und für sich einen Schritt in die richtige Richtung, nämlich die Besten in den Ring zu bekommen

  4. Fred
    28. August 2010 at 20:17 —

    Natürlich freu ich mich auch auf die Kämpfe im Super Six; aber wie schon im Artikel beschrieben: so puristisch sportlich wie angekündigt geht es eben doch nicht zu. Aber immerhin, so sehen wir doch ein paar gute Kämpfe.

  5. Kano
    28. August 2010 at 21:00 —

    Das Super-Six an sich ist eine echt gute Idee gewesen doch langsam verkommt es zur Farce den Aussitieg von Taylor konnte man ganz gut nachvolziehen da er schon vor dem Super-Six schwere K.o Niederlagen einstecken musste darunter eine gegen Froch und dann noch am Anfang des Turniers erneut gegen Abraham schwer K.o gehen musste der Ausstieg war ja verständlich aber jedoch jetzt der Ausstieg von Kessler ist echt unbegreiflich hatte sich gegen Froch mit einem knappen Punktsieg zurückgemeldet und jetzt steigt er aus wegen einer Augenverletzung die es wahrscheinlich gar nicht gibt wahrscheinlich rechnete Kessler und Sauerland das das er gegen Direll oder Green erneut eine Niederlage einsteckt und somit vorzeitig ausscheidet und machten einen Rückzieher.Auch der Fight Ward gegen Direll steht ja auf der Kippe da beide kein Bock haben als Kumpels gegeneinander anzutreten,auch ist man gespannt ob der Fight Froch vs Abraham zum gennanten Termin stattfindet oder ob er da verschoben wird,und ob er überhaupt fair über die Bühne gehen wird sprich wegen Sauerland und Punktichtern und ist der WBC Titel nach Kesslers ausstieg jetzt noch im Turnier und wenn ja wer boxt um in.Man sieht das das Turnier langsam schlechte Züge annimmt.

  6. satanicboy
    31. August 2010 at 11:36 —

    Ward und Direll sind Freunde und wollen deswegen nicht gegeneinader kämpfen????????
    Wozu machen dann beide mit. Die müssen ja damit rechnen, dass sie irgendwann mal gegeeinander antreten. was soll das

  7. Kano
    3. September 2010 at 22:06 —

    So ein Affentheater was Ward und Direll jetzt abziehen die sollen ihre Ärsche gefälligst in den Ring bewegen als ob vor dem Super-Six Turnier sie niemand aufgeklärt hätte das jeder gegen jeden ran muss und jetzt machen die so ein Scheisse wie jämerlich ist das denn wenn sich die zwei weigern dann sollen die gefälligst aus dem Turnier genommen werden.Benehmen sich echt wie zwei kleine Mädchen ist ja peinlich.

  8. Rene Robi
    4. September 2010 at 13:40 —

    Sehr guter Artikel! Hoffe, von Steffen kommt noch mehr!

  9. Kevin22
    6. September 2010 at 21:15 —

    Wenn Steffen nicht weiterhin lediglich für Sauerland schreibt, wäre das o.k.!

  10. Analytiker
    8. September 2010 at 01:10 —

    Ich kann den ganzen Hype um das medial aufgeblähte, aber sportlich zweifelhafte “Super-6”-Tunier nicht nachvollziehen!
    Meines Erachtens sind im Vorfeld zu viele Planungsfehler unterlaufen, um wirklich ein attraktives Turnier zu gewährleisten.

    1.)
    In keinem Sport kann man vorhersagen, welche 6 Athleten in den nächsten knapp 2 Jahren zur Weltelite zählen werden. Erst recht gilt dieses Gesetzt wohl für Boxer, weil eine (KO-)Niederlage den Athleten für immer aus dem Gleichgewicht bringen kann.
    –> Planungsfehler: Das Turnier dauert zu lange.
    2.)
    Wenn ich schon nicht in die Zukunft blicken kann, wer in 2 Jahren der beste sein wird, dann muss ich zumindest die 6 aktuell Besten aufbieten, zumindest aber alle 4 Titelträger, damit zumindest der Titel vereint werden kann.
    –> Planungsfehler: Nur 2 Weltmeister, dafür aber abgehalfterte Teilnehmer wie Taylor oder Mittelklasse wie Green. Warum werden die uns als “Super-6” verkauft?
    3.)
    Keiner dieser “Schlauköpfe” hat daran gedacht, was passiert, wenn die beiden Titelträger ausscheiden! Ich hatte mir insgeheim dieses Szenario gewünscht, als ich zum ersten Mal von diesem dämlichen Turnier erfahren habe, damit alle Zuschauer sehen, wie man sie mit einem Turnier, das in dieser Form lächerlich ist, verschaukelt.
    Ein Szenario, das durchaus hätte eintreten können:
    Der bereits qualifizierte Weltmeister verliert seinen Titel in der letzten Runde
    gegen einen, der trotz des Sieges ausscheiden muss, weil er vorher zweimal verloren hat. Das wäre eine echte Belustigung geworden, denn dann machen die verbleibenden vier den Turniersieg ohne einen Titel untereinander aus – “Super-organisiertes-Turnier”.
    4.)
    Gruppen-Phasen sind wohl so ziemlich das Unpassendste, was man im Kampfsport braucht!
    –> Planungsfehler: Statt willkürliche Regeln mit Punktevergaben zu kreieren, sollte man einfach “KO-Runden” (wir sind hier beim Boxen!) planen, egal ob mit 4,6 oder 8 Teilnehmern.
    Beispiel: Nehmen alle 4 Weltmeister teil, sollten 4 Herausforderer dazugebeten werden und in 3 KO-Runden ist der Sieger (mit 4 Gürteln) innerhalb eines Jahres ermittelt.
    Nehmen bspw. nur 2 Weltmeister teil, könnten 4 Herausforderer um zwei Halbfinalplätze kämpfen – auch dann ist das Ding in einem Jahr durch!
    Nebenbei bemerkt:
    Was ist das für eine Gruppenphase, in der nicht jeder gegen jeden boxt?
    AA kriegt 3 Punkte für einen KO-Sieg gegen Taylor, der auch gegen Froch ko gegangen ist, aber vor dem Turnier. Stattdessen boxt Froch andere Gegner. Ist doch logisch, oder?
    Wie wäre es, wenn wir im Fußball ein Super-6-Tunier austragen und dabei Real Madrid gegen Inter, ManU und Barcelona antreten muss und ausscheidet, Bayern München aber gegen ManU, Wien und Sofia weiterkommt.
    Wie “fair” ist ein solches Turnier, wenn Madrid gegen die Gegner von Bayern München auch weitergekommen wäre?
    Oder wir kürzen die Fußball-Bundesliga ab, und Bayern spielt nur gegen die letzten 9 der Vorjahrestabelle, Bremen aber gegen die ersten 9.
    Faires Turnier?

    Diese Planung dient bloß dazu, dass die Promoter ihre Schützlinge lange und unangetastet melken können und hat nichts mit “ehrlichem” Wettkampf zu tun, unabhängig davon, dass es beim Boxen ohnehin zu oft unehrlich zugeht (zweifelhafte Punktrichterendscheide, Gegnerwahl, Abbruchsiege, etc.).

    Fazit:
    Diese Turnierform hält definitiv nicht, was versprochen wird, weil zum Ende des Turniers der Sieger nicht unbedingt auch der beste Supermittelgewichtler sein wird.
    – Es kämpfen ohnehin nicht die aktuell besten 6, d.h. ein Entscheidungskampf zwischen dem Sieger und z.B. Bute wird folgen müssen.
    – das Turnier dauert definitiv zu lange, vor allem für einen Kampfsport, da in dieser Zeitspanne sogar unbekannte Boxer einen Namen machen können bzw. der geschlossene super-6-Kreis über den Berg sein könnte.

    Zu gute Letzt:
    Was ist interessanter?
    Den Sieger des Golden-League-Wettbewerbs (Leichtathletik) zu bejubeln oder denjenigen, der bei diesen Events zwar Weltrekorde aufstellt, aber aufgrund von Formschwäche in der zweiten Hälfte des Turniers nicht in der Endabrechnung gewinnt?

    Wen interessiert eigentlich, welcher Boxer “irgendwann einmal” ein Turnier gewinnen wird?
    Einzig interessant ist immer die die Antwort auf die Frage, wer ist aktuell der beste Boxer bzw. wen gilt es zu schlagen.
    Die Antwort darauf sollte im Boxsport immer “linear” gegeben werden und nicht über ein konstruiertes Punktesystem!

  11. Kevin22
    8. September 2010 at 08:07 —

    Analytiker hat mit seinem Beitrag den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf getroffen!
    Da kann man nur in allen Punkten zustimmen, ein wirkliches “Best of the Best” wird es bei diesem Theater nicht geben können!

    Aber was soll auch herrauskommen, wenn ein solches Event von Kalle Sauerland und Ken Hershman, dem Chef von Showtime, geplant und aufgestellt wird? Ein rein sportlicher Hintergrund war sicherlich nicht Anlass für dieses Turnier!

    Ward und Dirrell haben sich zwar bissher sehr gut beweisen können, jedoch wärend der Aufstellung der Begegnungen im Turnier, hatten sie sich im Profiboxen noch nicht bewiesen! Sie wurden aufgestellt, weil sie in den U.S.A. als Nachwuchshoffnungen galten und man auf Showtime mit ihnen und viel Geld verdienen kann!

    Abraham war zwar in dieser Gewichtsklasse ebenfalls nicht getestet, aber zumindest verteidigte er vorher seinen WM Gürtel 10x erfolgreich und hatte sowohl in Europa wie auch in den U.S.A einen guten Ruf.

    Ich bezweifle ernsthaft, dass dieses Turnier überhaupt noch bis zum Ende durchgeführt wird!

  12. Shorty
    24. September 2010 at 11:49 —

    Das turnier ist gut,wenn jeder mal die Termine einhalten würde,aber wie so oft in letzter Zeit werden Kämpfe aus unterschiedlichen gründen abgesagt, das wie Ich finde ziemlich nervt.

  13. nörgler
    2. Oktober 2010 at 22:48 —

    An sich eine gute Idee, das super six Turnier, die Umsetzung der Idee ist jedoch ein schlechter Scherz.
    Wenn im wortsinne JAHRE dazwischen liegen, bis die Jungs endlich mal in die Arena schlurfen, muss einem die Frage gestattet sein, ob nicht abzusehen war, dass mehrere Boxer aussteigen im Verlaufe eines so langatmigen – und deshalb auch mittlerweile langweiligen Turniers.
    Oh, und die Boxfans kommen hier in Deutschland freilich auch wirklich auf ihre Kosten, da alle Kämpfe ohne Arthur Abraham erst garnicht ausgestrahlt werden.
    Wahres Turnier-mitfiebern anhand von Zeitungsartikeln, na klar.

    Das super six Turnier ist der letzte flop- dabei hätte es richtig klasse werden können.

  14. Baron
    11. Oktober 2010 at 10:27 —

    Moin.das wird ausgehen wie das Hornberger Schißen,Niemand hat gewonnen und Keiner hats gesehen.

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