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Vorschau: Scott Quigg vs Jamie Arthur

Nachdem letzte Woche Carl Frampton mit einem starken Sieg über Kris Hughes vorgelegt hat, will am Samstagabend nun Scott Quigg nachlegen. Der britische Superbantamgewichtler, der sich auf einem Kollisionskurs mit Frampton zu befinden scheint, verteidigt in Bolton seinen britischen Titel gegen Jamie Arthur.

Scott Quigg gewann alle seine bisherigen 23 Profikämpfe, 16 davon durch KO. Dabei sah er stets sehr gut aus, doch bis vor kurzem fehlte es an aussagekräftigen Gegnern. Nachdem er 2010 den interkontinentalen Titel der WBA gewonnen hatte, verteidigte er diesen zwei Mal erfolgreich gegen eher unbekannte Gegner. Doch letzten Oktober boxte er um den britischen Titel und sah sich dabei Jason Booth gegenüber, welcher nur ein Jahr zuvor äußerst knapp im WM-Kampf an Steve Molitor gescheitert war. Quigg dominierte den 34-jährigen Engländer sieben Runden lang bis dieser aufgab. Der Sieg und die überlegene Art und Weise des Sieges machten ihn auf einen Schlag einschlägig bekannt in der britischen Boxszene. Mittlerweile ist Quigg bei der WBA und der IBF bereits auf Rang 3 gelistet, so dass er theoretisch sogar noch dieses Jahr um einen WM-Titel boxen könnte, wobei er WBA-Weltmeister Guillermo Rigondeaux sicherlich aus dem Weg gehen sollte, während der IBF-Gürtel mit Titelträger Takalani Ndlovu ein erreichbares Ziel zu sein scheint.

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Während Scott Quigg also auf dem aufsteigenden Ast ist, kehrt Jamie Arthur nun für diesen Kampf schon zum zweiten Mal in seiner Karriere aus dem Boxruhestand zurück. Arthur startete mit neun Siegen in seine Karriere, doch es folgten zwei aufeinander folgende Niederlagen gegen sehr limitierte Gegner. Daraufhin beschloss er 2005 das erste Mal das Boxen aufzugeben. Knapp drei Jahre später entschloss er sich jedoch zum Boxsport zurück zu kehren und sammelte sieben Siege in Folge. Er forderte den ungeschlagenen Martin Lindsay um den britischen Federgewichtstitel heraus, doch verlor nach Punkten, bevor er im Mai 2010 am Prizefighter-Turnier teilnahm. Dort schlug er in der ersten Runde Robbie Turley, doch scheiterte im Halbfinale an Ricky Owen. Fünf Monate später folgte der wohl beste Sieg seiner Karriere, als er Kris Hughes die erste Niederlage seiner Karriere zufügte, doch letzten Februar zeigte sich Jason Booth etwas zu stark für Arthur und besiegte ihn knapp nach Punkten. Daraufhin entschloss sich Arthur zum zweiten Mal mit dem Boxen aufzuhören nur um jetzt wieder zurück zu kehren.

Jamie Arthur betont in Interviews aber immer wieder sich in dem Jahr seit dem Booth-Kampf stets fit gehalten zu haben und im Grunde nie wirklich mit dem Boxen aufgehört zu haben. Mit 32 Jahren ist er sowieso noch nicht so alt, dass er zwangsläufig über seinen Zenit hinaus wäre. Er besitzt allerdings einen nicht all zu langlebigen Stil. Arthur übt im Ring stets Druck aus und lebt von seiner hohen Workrate und seinen Attacken zum Körper des Gegners. Dabei ist er zwar recht zuschauerfreundlich, aber sicherlich vom Niveau her nicht einmal obere britische Klasse. Ganz im Gegensatz zu Scott Quigg. Dieser überzeugt mit sehr schnellen Händen, guter Schlakraft, einer hohen Aktivität und großer Präzision in seinen Schlägen. Zudem ist er technisch beschlagen und hat bislang insgesamt noch keine großen Schwächen offenbart.

Alleine der Quervergleich mit Jason Booth, gegen den beide ihren letzten Kampf hatten, zeigt schon den Qualitätsunterschied, und der sollte auch am Samstag im Ring sehr deutlich werden. Quigg, der sich mit seinen 23 Jahren sogar noch von Kampf zu Kampf verbessert, ist schlichtweg in allen Bereichen überlegen und dürfte mit Arthur kaum Probleme haben. Vielmehr soll es wohl ein Kampf werden um Quigg erneut glänzen zu lassen und so seine Stärken der Öffentlichkeit zu zeigen. So lässt sich dann ein Kampf mit Carl Frampton oder eventuell sogar ein WM-Kampf in Zukunft noch besser vermarkten. Solange Scott Quigg am Samstag zumindest Normalform erreicht, dürfte Jamie Arthur diesen Kämpfen nicht im Weg stehen. Quigg sollte mindestens einen dominanten Punktsieg einfahren, doch ich glaube sogar, dass er Jamie Arthur dessen dritte vorzeitige Niederlage in den mittleren bis hinteren Runden beibringen kann.

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