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Roman „Chocolatito“ Gonzalez verpasst seine zweite Chance

Es kommt recht selten vor, dass bei einer Veranstaltung gleich mehrere Kämpfe in niedrigen Gewichtsklassen so viel Interesse wecken, wie bei dem Event am Samstag in Carson / Kalifornien. In der Hauptsache ging es um das Rematch zwischen Wisaksil Wangek und Roman „Chocolatito“ Gonzalez. Bei der ersten Begegnung der beiden Superfliegengewichtler riss die Erfolgsserie des bis dahin in 46 Kämpfen ungeschlagenen Nicaraguaners ab. Die Punktrichter im Madison Square Garden entschieden im März mit 2x 114:112 und 113:113 denkbar knapp gegen ihn. Das es ein Rematch geben würde, lag auf der Hand.

Wer sich weniger für die „kleinen“ Gewichtsklassen interessiert, hatte bis dahin kaum mitbekommen, dass Gonzalez sich in der Liste der besten aktiven Boxer Stück für Stück ganz nach oben gearbeitet hatte. Um sich wieder oben einzusortieren musste die Niederlage im Rematch um den WBC-Gürtel ausgemerzt werden. Doch das ging gehörig daneben. Gonzalez boxte von Beginn an nicht wie Jemand, der auf Biegen und Brechen seinen Gürtel zurück holen will. Zumindest konnte man sehen, das der Thai mit den 2 Namen von Beginn an mehr Initiative zeigte.

Die erste Runde ging dann wohl auch auf den Punktrichterzetteln an den Weltmeister. In Runde 2 war Gonzalez aktiver und konnte diese Runde vielleicht knapp für sich verbuchen. Dieses Aufbäumen war es dann aber auch schon. Er kassierte in Runde 3 jede Menge Treffer und im 4. Durchgang kam bereits das Ende für den Ex-Champ. Nach einem Bodenbesuch kam er noch einmal in den Kampf zurück. Beim zweiten mal kurze Zeit später beendete Ringrichter Tom Taylor den Kampf sofort. „Chocolatito“ war „am Boden (und) zerstört“ und seine Fans auf den Rängen standen unter Schock. Damit hatte wohl kaum ein Zuschauer gerechnet. Ein verdienter KO 4 Triumph für den Thai, der den WBC-Gürtel nach 2013/14 zum zweiten mal trägt. Das sogar doppelt verdient.

Die deutlichen Überlegenheit des Thai und dieser Kampfausgang passt irgendwie nicht ins Bild, das man bisher von „Chocolatito“ hatte. Der erste Kampf war noch so knapp und man ist davon ausgegangen, dass Gonzalez diesmal nix anbrennen lässt. Was man dann aber im Ring zu sehen bekam, war alles Andere als das. Der 30-jährige aus Nicaragua hat sich in den letzten 10 Jahren vom Stroh- bis ins Superfliegengewicht hochgearbeitet und eilte dabei von Erfolg zu Erfolg. Ist das jetzt das Ende der Fahnenstange für „Chocolatito“ oder hat er nur eine schwache Phase? Mit diesen beiden Niederlagen in Folge ist er jedenfalls erst einmal von der Spitze der besten Boxer in der BoxRec-Liste bis auf #49 abgestürzt. Ist damit „Game over“ für Chocalatito oder kommt da noch was? Warten wir mal ab. Bemerkenswert: Gonzalez bekam eine Börse von 700 000 Dollar. Der amtierende Champ wurde mit 170 000 Dollar nach Hause geschickt.

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Im zweiten Hauptkampf ging es ebenfalls im Superfliegengewicht um den WBO-Titel. Titelverteidiger Naoya Inoue aus Yokohama / Japan verteidige seinen Titel gegen Antonio Nieves aus Oklahoma / Ohio. Der Amerikaner war bereits in Runde 2 am Boden und seine Ecke gab den Kampf nach 6 Runden auf. Die Überlegenheit des Japaners war einfach überdeutlich. Um es deutlich zu sagen: Der Japaner erteilte dem Amerikaner eine Lehrstunde. Nicht das Inoue ein besonderer „Überboxer“ wäre. Nieves war einfach mal noch schlechter als man es in einem WM-Fight erwartet hätte.

In einem weiteren Kampf in dieser Gewichtsklasse wurde der nächste WBC-Pflichtherausforderer ermittelt. Ex-Champ Carlos Cuadras aus Mexiko trat gegen seinen Landsmann Juan Francisco Estrada an. Beide sind #2 und #3 in der WBC-Rangliste. Dieser Eliminator-Kampf endete beinahe mit einem Unentschieden. Cuadras war in der ersten Kampfhälfte der bessere Mann. In der zweiten Kampfhälfte wurde Estrada wacher und holte auf den Punktrichterzetteln auf. Entscheidend für das knappe Urteil (3x 114:112) war ein Bodenbesuch Cuadras in Runde 10. Damit ist Estrada der Pflichtherausforderer von Wangek. Dieser Kampf könnte durchaus unterhaltsam werden und vor Ablauf von 12 Runden zu Ende sein.

 

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