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Ola Afolabi im Interview: „Der Boxsport ist meine Freundin!“

Am Samstag steigt IBO-Cruisergewichts-Champion Ola Afolabi gegen seinen Herausforderer Marco Huck in den Ring. Der Deutsche hatte vergangenen August nach 13 erfolgreichen Titelverteidigungen seinen WBO-Titel gegen den Polen Glowacki verloren und will mit einem überzeugenden Sieg gegen den Briten wieder in die Weltspitze.

In diesem Interview mit RTL betont Afolabi seine psychologischen Vorteile und spricht über seine Zukunftsvorstellungen abseits des Boxrings.

Sie kämpfen nun bereits zum vierten Mal gegen Marco Huck. Was hat sich nach den ersten drei Kämpfen verändert?

„Es ist super, als Champion in den Ring zu steigen und nicht als der Herausforderer. Ich fühle, dass ich auf einem guten Weg bin: Ich habe meinen letzten Kampf gewonnen, ich habe den Titel gewonnen. Auf Marco Huck lastet viel Druck. Er hat den letzten Kampf verloren – durch K.o. Ich denke, dass ich sowohl mentale als auch körperliche Vorteile für den nächsten Kampf mitbringe.“

Wie würden Sie Marco Huck als Boxer beschreiben?

„Hart, aggressiv und er ist gut in Form. Er ist nicht der ruhigste Boxer, aber er bekommt es so hin. Er ist ein harter Kerl.“

Ist es für Sie schwierig, in Deutschland zu kämpfen – sozusagen in Marco Hucks ‚Wohnzimmer‘?

„Ich befinde mich nun an einem Punkt in meiner Karriere, an dem dies keine Rolle mehr spielt. Es ist einfach nur ein weiterer Kampf für mich. Aber es sagt viel mehr über ihn aus: Seinen letzten Kampf hat er außerhalb von Deutschland bestritten und wurde direkt ausgeknockt. Jetzt geht er direkt wieder zurück nach Deutschland. Das sagt sehr viel über ihn aus – vor allem mental. Aber das kann mir egal sein: Ich komme nach Deutschland und werde es ihm zeigen.“

Wie viel tragen die Trainer zum boxerischen Erfolg bei?

„Auf diesem Karrierelevel, das wir mittlerweile haben, kann man uns nichts Neues mehr beibringen. Man kann das verbessern, was wir haben. Wir werden denselben Kampfstil haben, allerdings leicht verbessert. Mein alter Trainer Fritz Sdunek hat mir Disziplin beigebracht. Ich bin eigentlich recht faul, aber da war er null tolerant. Er hat mir beigebracht, konzentriert zu sein. Ich habe den Vorteil gesehen, diszipliniert und konzentriert zu sein. Ich nehme diese Disziplin nun in jeden Kampf mit.“

Was erwarten Sie vom Kampf?

„Marco Huck wird an den Dingen gearbeitet haben, die ihm sein Trainer gesagt hat. Aber alte Gewohnheiten lassen sich schwer überwinden. Wenn der Kampf hart wird, werden wir zu unserem alten, natürlichen Stil zurückkehren. Und es wird ein harter Kampf werden. Er muss den deutschen Fans viel beweisen! Der Kampf findet schließlich unter dem Motto ‚Huck – Reloaded!‘ statt. Er kommt, aber ich werde bereit sein. Mein oberstes Ziel ist es, ihn auszuknocken. Ich schlage fester zu, ich trainiere härter. Ich bin in einer besseren Situation als je zuvor und er hat seinen letzten Kampf verloren – durch K.o. Egal, wie hart er versucht so zu tun als denke er nicht daran – er denkt daran. Das ist die menschliche Natur.“

Wie kamen Sie eigentlich auf Ihren Ringnamen Kryptonite?

„Das war ein Scherz, der aus meiner Kindheit stammt. Das ist eine lange, schwierige Geschichte (lacht.) Aber wenn ich es mit Superman aufnehmen kann, dann kann ich es mit jedem aufnehmen! Dafür steht der Name.“

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Was möchten Sie nach dem Boxen machen?

„Ich werde mir Eigentum zulegen und werde machen, was ich möchte: mich mit Freunden treffen, zum Strand gehen, wann ich möchte. Ich denke, ich werde dann hart genug gearbeitet haben, um zu tun, was ich tun möchte.“

Was passiert, wenn Sie diesen Kampf gewinnen?

„Ich denke: ‚Wenn ich diesen Kampf gewinne, dann kann ich mir beim nächsten Kampf ein weiteres Haus kaufen.‘ Ich denke an die Zukunft. Ich arbeite jetzt hart, damit ich später nicht mehr hart arbeiten muss.“

… und wenn Sie verlieren?

„Bisher habe ich noch nie durch einen Knockout verloren. Bei einem Knockout würde ich wahrscheinlich zu keinem weiteren Kampf mehr antreten. Das würde mein Ego nicht verkraften. Ich bin jetzt 35 und wenn es jetzt passieren sollte, wäre es ein guter Zeitpunkt aufzuhören. Aber davon gehe ich nicht aus!“

Welche Bedeutung haben Ihre Tattoos?

„Ich habe die Namen meiner Mutter und meines Vaters tätowieren lassen und Engel. Ich bin in einer sehr religiösen Familie aufgewachsen. Ich bin nicht mehr religiös, aber es ist immer noch ein Teil von mir. Ich würde sie mir nicht entfernen lassen. All dies hat mich dorthin gebracht hat, wo ich heute bin.“

Wie steht es um Ihre eigene Familie?

„Ich habe keine: keine Kinder, keine Frau, keine Freundin. Der Boxsport ist meine Freundin. Wenn ich aufhöre – sagen wir mal grob mit 37 oder 38, was im Vergleich zu anderen wirklich früh ist, die sonst mit 65 in Rente gehen –, kann ich immer noch nach einer Frau suchen. Ich habe dann immer noch gut 30 Jahre (lacht).“

Sie pokern gerne …

„Ja, Pokern ist ein bisschen wie Boxen. Ist der Gegner am Bluffen, wer hat die besseren Karten auf der Hand? Schachspielen hat auch viel mit Strategie zu tun. Aber da braucht man viel Geduld. Ich bin kein geduldiger Mensch. Es kann Tage dauern, bis jemand einen Zug spielt. Beim Pokern hat man nur 30 Sekunden. Das geht schneller und macht Spaß.“

RTL überträgt den Kampf ab 22.30 Uhr live und exklusiv aus dem Gerry Weber Stadion in Halle/Westfalen

Quelle: RTL

Foto: Facebook Fanpage von Ola Afolabi

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1 Kommentar

  1. Profilbild von Dr. Fallobsthammer ( ͠° ͟ʖ ͡°)

    Aber es sagt viel mehr über ihn aus: Seinen letzten Kampf hat er außerhalb von Deutschland bestritten und wurde direkt ausgeknockt. Jetzt geht er direkt wieder zurück nach Deutschland. Das sagt sehr viel über ihn aus
    ——————————————–

    So siehts aus.

    Ich glaube aber das genau Afolabis Faulheit dafür sorgen wird, dass er nie sein ganzes potenzial abrufen wird. Beim dritten kampf hat er auch große töne gespuckt und man hätte meinen können, er sei ein neuer mensch. Was dann kam war enttäuschend. Bin gespannt ob es diesmal genauso sein wird.

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