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Mittag verliert Ringschlacht gegen Wojcicki

Am Freitagabend veranstalteten das Team Sauerland in Kooperation mit dem Wiking Boxteam aus Berlin einen Kampfabend in der MBS Arena Potsdam. Obwohl die Halle nur Platz für 2.644 Boxfans bietet, war sie nicht ausverkauft. Dies fiel besonders bei den leeren Rängen während der Undercard-Fights auf. Das lag vermutlich nicht nur am Rahmenprogramm, sondern auch an den letzten beiden, kurzfristigen Veranstaltungsabsagen am Luftschiffhafen.

Zuletzt fiel der geplante WM-Rückkampf zwischen WBA-Champion Tyron Zeuge und Isaac Ekpo aus und auch Ramona Kühne musste wegen des schlechten Kartenverkaufs in den sauren Apfel beißen.

Der dritte Anlauf wurde ohne die Aushängeschilder der deutschen Boxszene bestritten und die kritikwürdige Organisation ließ nicht nur einige Fotografen verärgert zurück: kein WLAN in der Halle, um adäquat arbeiten zu können, kein Medienraum, um sich bei der mehrstündigen Boxgala ein Glas Wasser zu holen und erneut keine Pressekonferenz nach den Kämpfen.

Genau wie beim ersten Aufeinandertreffen zwischen Tyron Zeuge und Isaac Ekpo im März 2017 am gleichen Ort. Das Team Sauerland hat eindeutig begonnen bei der Organisation der Kampfabende zu sparen. Auch wenn das Media-Dinner am Mittwoch in Berlin ein anderes Bild vermitteln sollte…

Die gute Nachricht: Das Berliner Sauerland-Gym bleibt laut Promoter Nisse Sauerland und Geschäftsführer Freddy Ness für weitere zwei Jahre erhalten und mit Chefcoach Ulli Wegner wird Wilfried Sauerland am 2. Juni über eine mögliche Vertragsverlängerung verhandeln.

Die Fight in Potsdam: Mittag unterliegt Wojcicki nach Punkten

In einer Titelschlacht verlor Ronny Mittag seine IBF-Inter-Continental-Krone im Mittelgewicht. Der Kämpfer des Wiking Boxteams unterlag seinem Herausforderer Patrick „Wolf“ Wojcicki einstimmig nach Punkten (118:111, 116:112, 117:111). Zusätzlich zum IBF-Titel gewann der Wolfsburger die Deutsche Meisterschaft des BDB.

Nach einer verhaltenen Anfangsphase boxte Mittag aggressiv nach vorn. Doch er  stand zu weit von Wojcicki weg, um ihn entscheidend zu treffen. Viele seiner Schläge verpufften wirkungslos. Die dadurch entstandenen Freiräume nutzte der „Wolf“ für gute Konter. Mittag konnte den wendigen Boxer des Sauerland Teams nicht stellen.

In der zweiten Hälfte des Kampfes arbeitete der „Wikinger“ kraftvoll zum Körper, aber Wojcicki setzte die Mehrzahl der Treffer. Mittag stand weiterhin zu weit weg, hatte konditionelle Probleme und bekam Wojcickis Gegenangriffe nicht unter Kontrolle. Eine gute Beinarbeit, gute Konter und ein sehenswerter Schlussspurt machte seinen Sieg perfekt.

Wikings Chefcoach Hartmut Schröder erkannte die Niederlage an. Allerdings empfand er das Punkturteil von 111:118 als schlechten Witz. Keinesfalls hätte sein Schützling sieben Runden abgegeben.

Tissen bleibt Weltmeisterin

Elina Tissen bleibt die Weltmeisterin der GBU und WIBF im Federgewicht. In dem auf zehn Runden angesetzten Fight besiegte sie die Berlinerin Nina Meinke. Neben ihrem Heimtrainer Maiki Hundt wurde Tissen auch von SES-Chefcoach Dirk Dzemski sekundiert.

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Neu in ihrer Ecke war auch Walter Knieps, der sie als Cutman unterstützte. Meinke eröffnete das Duell mit hohem Tempo und setzte sich aus dem Rückwärtsgang in Szene. Doch mit zunehmender Kampfzeit übernahm Tissen die Ringdominanz.

Meinke konnte das hohe Anfangstempo nicht aufrecht halten und kassierte schwere Treffer. Ein Cut an der rechten Augenbraue war die Folge. Ab der siebten Runde brach Meinke zunehmend ein. Klare Punktsiegerin: „Elin the Machine“ Tissen. Aber auch in diesem Kampf war die Leistung der Jury alles andere als souverän (91:99, 94:96, 97:93).

Elbir feiert K.o.-Sieg

Sven Elbir, der für das Wiking-Team im Mittelgewicht startete, boxte seinen letzten sechsrunden Fight, bevor er am 8. September im Ostseebad Zinnowitz seinen ersten Titelkampf bestreiten wird. Elbir, genannt „Batman“ kämpfte brillant gegen Borislav Gligoric. v.l. Sven Elbir und Borislav Gligoric - KopieWie eine Kobra pendelte Batman vor dem Mann aus Bosnien und Herzogowina und biss mit heftigen Führhand-Aufwärtshaken-Kombinationen zu. Nach 1:44 Minute in Runde drei machte der Berliner Schluss. Mit einem rechten Aufwärtshaken trieb er Gligoric durch den Ring, bis der umfiel. K.o.-Sieg für Elbir, der nun größere Ziele vor Augen hat.

Raab gibt erfolgreiches Profidebüt

Supermittelgewichtler Florian Raab, der ebenfalls bei den Wikingern unter Vertrag steht, bestritt sein Profidebüt gegen Jovica Kokot. Raab wollte in seinem Kampf den Sieg erzwingen. Mit vielen Einzelschlägen beherrschte er Kampf und Gegner. Dennoch fokussierte er sich zu sehr auf seine provokativen Ausweichmanöver und vergaß dabei die konstante Arbeit mit der Führhand. Leider blieb auch der erhoffte Wirkungstreffer aus, denn Kokots kompakte Doppeldeckung war nicht zu knacken. Raab gewann einstimmig nach Punkten.

Dennoch war Wiking-Chef Winfried Spiering nicht ganz zufrieden: „Übermut tut selten gut. Deshalb war genau dieser Gegner geplant. Florian wird seinen Lehren aus dem Kampf ziehen und es schon das nächste Mal besser machen.“

Radovan siegt mit krachendem K.o.

Die Leistungskurve von Sauerlands Denis Radovan steigt weiter nach oben. Bereits nach 1:52 Minute brach der Ringrichter den Kampf gegen den Ungarn Ferenc Albert ab. Zuvor schickte der Kölner Ferenc zweimal krachend zu Boden. Dass Radovans erstklassige Leistung schon bald belohnt wird, bestätigte Nisse Sauerland: „Demnächst sehen wir Denis in einem Titelkampf.“

Die weiteren Kämpfe:

Cruisergewicht: Istvan Kun PTS über Denny Heidrich.
Supermittelgewicht: Nick Hannig PTS über Tomas Bezvoda.
Mittelgewicht: Simon Zachenhuber PTS über Darko Stevanovic.
Cruisergewicht: Xhek Paskali PTS (umstritten) über Milosav Savic.

Foto: Erik Spiering

Quelle: PR Wiking

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