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Klitschko Premiere: Box-Experte bei Huck vs. Afolabi

Premiere für Wladimir Klitschko: Beim WM-Kampf zwischen Titelverteidiger Ola Afolabi und Herausforderer Marco Huck am Samstagabend (RTL, ab 22.30 Uhr) in Halle/Westfalen steht der 39-Jährige erstmals als TV-Experte vor der Kamera. Mikrofon statt Boxhandschuhe – im großen RTL-Interview spricht der 39-Jährige über seinen Fernsehjob, die Chancen von Marco Huck und über seine eigenen sportlichen Pläne.

Wladimir, was haben Sie sich als TV-Experte am Samstag vorgenommen?

„Das ist mein Debüt als Experte beim Boxen. Ich kenne die beiden Kontrahenten sehr gut, vor allem Afolabi. Der war schon Sparringspartner von Vitali, als der sich 2003 auf den Kampf gegen Lewis vorbereitet hat. Und auch von Huck habe ich schon viel gehört. Für mich geht es vor allem um die Expertise und das Wissen hinter den Kulissen. Die Zuschauer sehen meistens nur einen Boxkampf, ohne eigentlich zu verstehen, was im Hintergrund passiert.“

Wie beurteilen Sie die sportliche Ausgangssituation?

„Die beiden sind sehr erfahren und kennen einander gut. Ich glaube, so ein Kampf bietet unheimlich viel Aufmerksamkeit und vor allem Action. Der Kampf wird durch die beiden unorthodoxen Stile sehr spektakulär sein.“

Also gib es keinen klaren Favoriten?

„Nein, ich sehe keinen klaren Favoriten. Ich möchte, dass der Stärkere gewinnt und das wollen ja auch die Zuschauer letztendlich sehen. Eben wer der bessere Mann ist, und das jetzt zum vierten Mal.“

Ola Afolabi geht mit einem überzeugenden Sieg, Marco Huck mit einer bitteren Niederlage in den Ring…

„Marco Huck ist es wichtig, zurückzukommen. Ich war auch schon in dieser Situation in meiner sportlichen Karriere und ich stehe gerade wieder vor dieser Situation. Deshalb erfährt er auch diese Unterstützung von mir. Ich möchte, dass letztendlich jeder von beiden das schafft, was er sich vorgenommen hat. Auf der einen Seite möchte ich, dass Ola Afolabi nach seinem hervorragenden und unerwarteten Sieg in Russland gegen Olympiasieger Chakhkiev zeigt, dass er der bessere Mann ist. Auf der anderen Seite möchte ich aber auch, dass Marco zurückkommt, dass er sein Comeback schafft. Ich stehe ja auch vor einem Comeback und möchte das unbedingt schaffen.“

Sie haben nach Marco Hucks Niederlage im August 2015 gegen den Polen Glowacki geholfen, den TV-Vertrag Hucks mit RTL einzufädeln…

„Ich habe Respekt vor Marcos sportlicher Leistung. Er ist wie Johnny Nelson mit 13 Titelverteidigungen der anerkannteste Cruisergewichtler in der Geschichte. Und ich glaube, dass er die Chance verdient hat, wieder um die WM zu boxen. 2003 haben mein Bruder Vitali und ich beschlossen, die K2 Promotion zu gründen. Wir wollten unsere sportliche Karriere selbst in den Griff kriegen, aber auch anderen anbieten, um Titel zu boxen und zu helfen, dies auf einem sportlichen Weg so schnell wie möglich hinzubekommen. Ola Afolabi, der heutige Weltmeister im Cruisergewicht, ich selbst, und Cecilia Brækhus, die erfolgreichste Frauenboxerin der Welt, stehen in der Liste der Sportler, die bei K2 Erfolge geschafft haben und den Weg mit K2 gegangen sind. Und es ist toll, dass jetzt so ein Boxkampf wie am Samstag auf RTL stattfindet. Die Zuschauer brauchen qualitatives Boxen und das wird ihnen geboten.“

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Sie teilen mit Marco Huck den Geschmack der Niederlage. Fühlen Sie da ein bisschen als erfahrener Mentor?

„Solange man aus den Misserfolgen lernt, ist es okay. Wenn nicht, sollte man besser aufhören. Ich habe auch die Lehren aus meinen Niederlagen gezogen. Das werde ich auch bei meinem nächsten Kampf mit Taten und nicht mit Worten belegen. Ich werde mich im Rückkampf definitiv verbessern. Und ich glaube, dass Marco Huck das Gleiche schaffen kann im Kampf gegen Afolabi.“

Können Sie etwas Neues zum geplanten Rückkampf gegen Tyson Fury sagen?

„Er wird definitiv stattfinden, aber es gibt noch nichts Genaueres. Man muss sich in guten Zeiten auf die schlechten vorbereiten. Gott sei Dank haben wir das gemacht und unsere Hausaufgaben erledigt. Glücklicherweise haben wir diese Rückkampfklausel im Vertrag gehabt. Denn es gibt keinen anderen Weg für Tyson Fury, außer einen Rückkampf gegen Wladimir Klitschko. Und dieser Rückkampf motiviert mich unglaublich. In den letzten elf Jahren war ich noch nie so motiviert wie jetzt. Ich will die Klitschko-Geschichte noch schöner schreiben. Wir wissen noch nicht, wo und wann der Kampf stattfindet. Ich hoffe, dass sich das nicht in die Länge zieht, sondern dass das bald passiert.“

Ihre Niederlage ist jetzt drei Monate her. Wie haben Sie die mittlerweile verarbeitet?

„Nach so einer plötzlichen Niederlage habe ich, das muss ich zugeben, ehrlich gelitten. Aber nach drei Tagen war dieses Leid vorbei und dann wollte ich nur noch den Rückkampf. Ich habe genau analysiert, woran es lag. Diese erste Diagnose war wichtig. Und jetzt weiß ich genau, was ich in diesem Rückkampf anders machen werde. Ich möchte nur eins sagen: Das Ergebnis im Rückkampf wird anders aussehen als im ersten Kampf. Der Sieger wird nicht Tyson Fury sein.“

Sie haben nächsten Monat Geburtstag und werden 40. Stand Ihnen Ihr Alter zuletzt sportlich im Weg?

„Ich spüre mein Alter nicht. Mein Alter ist nicht der Stein auf dem Weg zum Erfolg und ich bin nicht über mein Alter gestolpert. Ich habe mich gut gefühlt. Was nicht mitgespielt hat, war der Kopf. Und der Kopf entscheidet über viele Sachen, vor allem über deine Emotionen und deine mentale Stärke. Aber ich werde mich bei diesem Rückkampf noch einmal beweisen. Ich weiß, dass ich 40 sein werde, wenn ich im Ring gegen Tyson Fury stehe. Aber das ist für mich auch ein Ansporn und eine Motivation, vor allem den Jüngeren zu zeigen, dass Alter nur eine Zahl ist und nicht mehr.“

Wladimir Klitschko wird beim WM-Fight zwischen Marco Huck und Ola Afolabi am Samstag hier bei RTL.de jede Runde wie ein Punktrichter werten. So können Sie nach jedem Gong verfolgen, wen ‚Dr. Steelhammer‘ von den beiden Kontrahenten vorne sieht.

Quelle: RTL

Foto: picture alliance

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4 Kommentare

  1. Profilbild von Dr. Fallobsthammer ( ͠° ͟ʖ ͡°)

    Ich habe Respekt vor Marcos sportlicher Leistung. Er ist wie Johnny Nelson mit 13 Titelverteidigungen der anerkannteste Cruisergewichtler in der Geschichte.
    —————————————

    😀 😀 😀 😀 😀

    • Profilbild von Gelöschter User
      27. Februar 2016 at 17:40 —

      Das muss der Hund doch sagen,
      immerhin definiert er sich selbst
      einzig und allein über die Anzahl der
      Titelverteidigungen und
      Länge seiner Regentschaft,
      wie, warum und gegen wen das
      zustande gekommen ist,
      interessiert ihn genauso wenig wie seine Fans

  2. Profilbild von
    28. Februar 2016 at 19:14 —

    Transibar und Muamer – eine TV-Traumhochzeit in Braun

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