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Johnny Tapia – 50. Geburtstag eines tragischen Helden

Heute wäre der 50. Geburtstag von Johnny Tapia (* 13.Februar 1967; † 27.Mai 2012 in Albuquerque /USA). Man nannte ihn einen „Skandal-Boxer“. Er selbst gab sich den Kampfnamen „Mi Vida Loca“ (Mein verrücktes Leben). Was letztlich aus ihm wurde, ist ein tragischer Held. Doch er ist nicht vergessen und bleibt als ein großer Boxer in der Erinnerung vieler Boxfans.

Tapia hatte nicht gerade das, was man eine schöne Kindheit nennt. Sein Vater wurde erschossen, bevor Johnny Tapia geboren wurde. Als er 8 Jahre alt war, wurde seine Mutter entführt, misshandelt und schwer verletzt. Sie starb wenige Tage danach in einem Krankenhaus. Er wuchs dann weiter bei seinen Großeltern auf. Ein Jahr nach dem Tod seiner Mutter fing Tapia mit dem Boxtraining an und absolvierte in seiner Amateurzeit 122 Kämpfe, von denen er 101 gewinnen konnte.

Er wurde 1988 Profi und legte eine Serie von 48 Kämpfen hin, in denen er ungeschlagen blieb. Im Jahr 1994 hatte er schon mehrere kleinere Titel gewonnen und kämpfte gegen Henry Martinez um den vakanten WBO-Titel im Superfliegengewicht. Tapia siegte durch TKO 11. Diesen Gürtel verteidigte er 10 mal und holte dabei auch noch den IBF-Titel. Er legte 1998 beide Gürtel nieder und stieg ins Bantamgewicht auf. Nach nur einem Kampf im Bantam kämpfte er noch im gleichen Jahr um den WBA-Titel, den er sich mit einem knappen Punktsieg über den Ghanaer Nana Yaw Konadu sichern konnte. In seinem 49. Kampf, bei der ersten Titelverteidigung des WBA-Gürtels, kassierte Tapia seine erste Niederlage. Der Fight gegen den Außenseiter Paulie Ayala wurde von „The Ring Magazine“ zum Kampf des Jahres gewählt. Schon im nächsten Kampf durfte Tapia um den WBO-Gürtel im Bantamgewicht kämpfen. Er gewann und verteidigte den Titel einmal.

Im Jahr 2000 boxte Tapia ein Rematch gegen seinen Bezwinger Ayala. Auch diesmal verlor er umstritten nach Punkten. Es gab Tumulte und Tapia musste von Sicherheitsleuten aus dem Ring geführt werden. Anschließend stieg er ins Federgewicht auf und wurde 2002 IBF-Weltmeister. Sein Gegner, der Mexikaner Manuel Medina, feuerte in diesem Kampf fast 1500 Schläge auf ihn ab, die natürlich nicht alle trafen. Tapia siegte trotzdem knapp mit 114:114 und 2x 115:113. Im nächsten Kampf verlor Tapia gegen Marco Antonio Barrera. Das war ein von der IBF nicht genehmigter Kampf und Tapia wurde der Gürtel aberkannt. Es folgten bis zum Jahr 2011 noch 9 Kämpfe, von denen er 7 gewinnen konnte.

Im Verlauf seiner Karriere gab es immer wieder Höhen und Tiefen. Tapia wurde in den frühen 90ern über 3 Jahre lang wegen seiner Kokain- und Alkoholeskapaden die Boxlizenz entzogen. Erst ab 1994 ging es richtig aufwärts mit ihm. In der Zeit nach dem Jahr 2000 gab es immer wieder Ärger wegen Drogenmissbrauch, Gerichtsverfahren und Verstoß gegen Bewährungsauflagen. Als er 2007 wegen einer Drogenüberdosis im Krankenhaus lag, wollten ihn sein Schwager und sein Neffe besuchen. Sie starben bei einem Autounfall, als sie auf dem Weg zu ihm waren. Im Jahr 2010 wurde Tapia noch einmal Titelträger des unbedeutenden Verbandes „IBC Americans“. Seinen letzten Kampf gewann er im Juni 2011 gegen Mauricino Pastrana. Sein Kampfrekord: 59(30)-5(1)-2.

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Johnny Tapia hatte die Absicht mit einer eigenen Promotionfirma, die auf den Namen seiner Frau Teresa lief, dem Boxsport auch nach seiner eigenen aktiven Zeit treu zu bleiben. Doch das Schicksal wollte es anders: Tapia verstarb 2012 im Alter von 45 Jahren. Er wurde von seiner Familie in seinem Haus tot aufgefunden. Bei einer Obduktion wurde festgestellt, dass er an einer Herzkrankheit gestorben ist, die durch seinen exzessiven Medikamenten- und Drogenmissbrauch vorangetrieben worden war. Er starb am 27. Mai, einen Tag vor dem Todestag seiner Mutter.

Hier ein Clip „Tribut to“ Johnny Tapia:

Für Alle, die etwas mehr Zeit haben, eine sehenswerte Doku:

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6 Kommentare

  1. Profilbild von OLYMPIAKO$ GATE7
    14. Februar 2017 at 01:23 —

    ein ganz großer seiner zunft…
    was für eine traurige und tragische geschichte sein ganzes leben war…bitterer gehts kaum…
    innerhalb und außerhalb des ringes eine legende..
    in meiner pers. top10 all time…..,

    R.I.P. champ mi vida loca……

    p.s. guter bericht fuchsi…

  2. Profilbild von Milanista82
    14. Februar 2017 at 09:03 —

    Es ist schon unfassbar wie viele Schicksalsschläge dieser Mensch hinnehmen musste.

    R.I.P. MI VIDA LOCA

  3. Profilbild von Dr. Fallobsthammer ( ͠° ͟ʖ ͡°)

    Tapia war ein Zäher Hund, solche Typen gibts heute kaum noch. Mehr Pech kann man wohl nicht haben.

    Guter Bericht.

    R.I.P.

  4. Profilbild von fettundmuskeln
    14. Februar 2017 at 13:55 —

    Krasses Schicksal, klasse Fighter. Die Doku lohnt sich, schaut es euch an. R.I.P., Johnny!

  5. Profilbild von Marvin Hagler
    15. Februar 2017 at 14:34 —

    Kleiner Mann ganz groß!!!

    Habe in seiner aktiven Zeit einige seiner Kämpfe gesehen und keiner war langweilig!
    Aber irgendwie wusste ich nicht das er schon 2012 gestorben ist, war allerdings damals auch im Ausland tätig, aber das soll/darf keine Entschuldigung sein!

    R.I.P. Mi Vida Loca

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