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Floyd Mayweather – 200 Millionen Spende für Hurricanopfer?

Der angebliche „Jahrhundertkampf“ zwischen Mayweather und McGregor ist gerade über die Bühne. Als Boxfan erholt man sich nach Wochen der Medienberieselung gerade ein wenig. Letztendlich war das Multimillionen Dollar – Spektakel boxerisch nur als 08/15 zu bewerten. Aber egal, es ist vorbei und hoffentlich schnell vergessen. Genau in dieses Durchatmen nach dem bis zur Bitte um Erbarmen gehypten Ereignis sticht eine Meldung des „Houston Chronicle“: Der Superboxer Floyd „Money“ Mayweather habe sein großes Herz bewiesen und der vom Unwetter geplagten Bevölkerung Houstons eine große Spende zugedacht.

Angeblich soll Mayweather am Dienstag die Stadt besucht haben um sich an Ort und Stelle ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe zu machen. Mayweather wird in den „Houston News“ zitiert: „Meine Gedanken und Gebete sind mit unseren Brüdern und Schwestern in Houston.“

Damit nicht genug. Außer den netten Worten soll Mayweather angeblich der Stadt Houston über seine Stiftung 200 Millionen Dollar gespendet haben. Das Geld soll als humanitäre Geste, ein Akt der Solidarität und Unterstützung, für ein „brüderliches Volk“ verstanden sein.

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Spätestens jetzt ist der ganze Hype um den dann doch nicht so tollen Kampf gegen McGregor vergessen und die Leser dieser Botschaft sind zu Tränen gerührt. Wie großzügig der amerikanische Boxheld doch ist. „Daumen hoch für Mayweather!“, so sollte man zumindest denken. So viel „Gutmensch“ zu sein, hätte man Mayweather gar nicht zugetraut. Genau dieses Bild sollte wohl bei der ganzen Aktion hängen bleiben. Doch nur wenige Stunden später kam die Ernüchterung. Es ist kaum zu fassen, auf welche fiese Ideen manche Leute kommen.

Jeder, der seine vor lauter Rührung nass geweinten Augen wieder halbwegs trocken gerubbelt hatte, konnte dann in diversen Internetmedien lesen, dass diese angebliche 200 Millionen Spende frei erfunden war. Statt 200 Millionen gibt es nur Müll-Ionen. „Fake-News“ sozusagen. Es stellt sich natürlich zuerst die Frage, wer hinter dieser Ente steckt. Das wird wohl das Geheimnis der „Houston-Chronicle“- Redaktion bleiben. Offenbar ist die gesamte Internetseite eine Fake-Plattform. Es ist aber auch nicht das erste mal, dass der Name Mayweather im Zusammenhang mit „Fake-News“ fällt. Letztendlich macht es einen Teil seiner ständigen Medienpräsenz aus. Es wird über ihn gesprochen. Medienpräsenz um jeden Preis. Im positiven oder negativen Sinne, ist beinahe egal. Mayweathers medialer „Marktwert“ bleibt damit in höchsten Höhen.

Ob Mayweather und sein Money-Team von dieser Aktion überhaupt etwas wussten oder nicht, sei mal dahin gestellt. Auf jeden Fall wurde erst einmal von dem -zig Millionen schweren Fake-Fight mit einer -zig Millionen schweren Fake-Meldung abgelenkt. Die Mayweather-Fangemeinde ist wieder in heller Aufregung und beschäftigt sich nicht mehr mit dem McGregor-Kampf. Das interessiert die vom Hurrican betroffenen Menschen absolut nicht. Houston hat ein Problem, ob mit oder ohne Mayweather Millionen. Es ist einfach nur erbärmlich, dass diese Menschen auf die eine oder andere Art benutzt werden. Der Sachschaden durch die Naturkatastrophe wird jetzt schon auf mindestens 10 Milliarden US-Dollar beziffert. Und dafür ist auch ein Mayweather einfach mal zu klein.

 

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2 Kommentare

  1. Profilbild von California
    30. August 2017 at 16:54 —

    Ich hab noch nie gehört dass ein Schwarzer was spendet…..oder sich sozial angagiert….wenn das stimmt macht Floyd zum zweiten mal Geschichte, nachdem er Marcianos Rekord gebrochen hat

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