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Kabayel bleibt Europameister – Gashi & Schwarz sorgen für Randale

Über 3.300 Zuschauer verfolgten am Samstag im Estrel Berlin, dem größten Hotel Deutschlands, die zwei Hauptkämpfe im Schwergewicht der SES-Box-Gala.

Agit Kabayel, der amtierende Europameister im Schwergewicht setzt seine Siegesserie unbeirrt fort und bleibt auch in seinem 18. Profikampf ungeschlagen. Der 25-jährige Bochumer besiegte den Serben Miljan Rovcanin durch T.K.o. in der dritten Runde.

Von Beginn an kontrollierte Europameister Kabayel den Kampf. Er setzte seine Aufwärtshaken und Körpertreffer variabel ein, wobei er dennoch einige unnötige Treffer in der ersten Runde kassierte. Auf der anschließenden Pressekonferenz witzelte er, dass er zu Beginn extra einige Schläge genommen hätte, um die Schlagkraft seines Gegners zu testen. Trainer Sükrü Aksu räumte ein, dass sein Boxer etwas Zeit gebraucht habe, um in den Fight zu kommen.

Ab Durchgang zwei stellte sich Kabayel besser auf seinen Gegner ein und kam immer mehr in die richtige Distanz. Der 25-Jährige beeindruckte den beweglichen Rovcanin gegen Ende der Runde mit einigen harten rechten Händen und stellte klar, wer der Chef im Ring war. Beide Runden sicherte sich der Heimboxer aus Bochum.

Kabayels Dominanz verstärkte sich in Runde drei, wo er den Druck intensivierte und dazu kam seine Reichweite perfekt auszuspielen. Tänzelnd und sichtlich gelöst setzte der Schwergewichtler dazu an den Serben auszuknocken. Auf einen ersten Niederschlag folgte ein zweiter, von dem sich der Herausforderer nicht erholte und aus dem Kampf genommen werden musste.

SES-Fighter Agit Kabayel hat sich mit diesem klaren T.K.o.-Sieg weiter in der Weltspitze des Schwergewichts etabliert und seine Stellung als stärkster Schwergewichtler Deutschlands unterstrichen. Den Traum von einem WM-Kampf kann er somit weiterleben.

Tom Schwarz bleibt WBO-Inter-Conti-Champion und Deutscher Meister im Schwergewicht – Senad Gashi wurde nach schmutzigem Kampf disqualifiziert

Alles war für einen guten und spannenden Schwergewichtskampf angerichtet: zwei ungeschlagene Fighter, ein volles Haus und somit hohe Erwartungen auf ein spannendes Gefecht.

Der Deutsche Meister und WBO-Inter-Conti-Champion Tom Schwarz wusste um seine boxerischen Vorteile und versuchte zum Anfang des Kampfes diese umzusetzen. Dennoch hatte Schwarz zu Beginn Schwierigkeiten die richtige Distanz zu finden und wurde von den überfallartigen Angriffen Gashis überrascht und getroffen.

Somit konnte sich sein beweglicher Gegner aus Zweibrücken die erste Runde sichern. Gashi war schnell auf den Beinen, variabel, machte Mätzchen, suchte sein K.o.-Glück mit Schwingern, tauchte ab und ging mit dem Kopf nach vorne in den Mann. Daher wurde er bereits in Runde eins vom Ringrichter Frank-Michael Maaß ermahnt.

Im Gegenzug lehnte sich Schwarz auf den kleineren Mann wie die Boxfans es von Wladimir Klitschko gewohnt sind. Das Duell entpuppte sich als „Ego-Fight“ mit Rangeleien und Klammeraktionen. Für Sympathie zwischen den Kämpfern war kein Platz.

In Runde zwei konnte Schwarz seinen Gegner mit seinem Jab ärgern und auf Distanz halten. Dennoch setzte Gashi ihn weiter unter Druck und stellte Schwarz in der Ringecke. Dabei kam es zu einem brutalen Kopfstoß an das Kinn von Schwarz, der zu Boden fiel und eine gefühlte Ewigkeit liegen blieb. Der Ringrichter zog Gashi zwei Punkte für ein absichtliches Foul ab. Viele Zuschauer und Experten in der Halle hätten sich nach diesem groben Regelverstoß eine sofortige Disqualifikation von Gashi gewünscht.

Nach einem kurzen ärztlichen Check stellte sich Schwarz erneut seinem Gegner. In den dritten Durchgang startete Schwarz überraschend erholt und auf Augenhöhe. Die Unsauberkeiten von Gashi nahmen zu, wobei der 28-Jährige nach einem Stopp-Signal des Ringrichters nachschlug und wiederholt ermahnt wurde, weil er den Kopf zu tief hielt. Nach dem Gong schlug er seinen Rivalen mehrfach leicht auf den Hinterkopf. Das unsportliche Verhalten kam bei den Zuschauern nicht gut an.

In Runde vier feuerten beide Boxer teilweise gefährliche Schwinger ab und kurz vor dem Gong beeindruckte der 23-jährige Magdeburger seinen Kontrahenten mit seiner harten Rechten. Schwarz kam besser in das Gefecht. Danach folgte ein zweiter absichtlicher Kopfstoß von Gashi, der erneut zwei Punkte einbüßen musste. Leider bewahrte Schwarz keinen kühlen Kopf und beantwortet die unfaire Aktion mit einer Schlagkombination, obwohl der Ringrichter bereits das Trennkommando gegeben hatte.

Eine Runde darauf schien der Heimboxer endlich im Kampf angekommen. Gashi hingegen wurde mehrfach wegen Redens vom Ringrichter ermahnt und Schwarz wegen dem Auflehnen auf seinen Gegner. Die vielen Unterbrechungen des Kampfes ließen den Fight zu einer Farce werden, in der keiner der Boxer einen Rhythmus entfalten konnte.

In den sechsten Durchgang startete Schwarz lockerer bis es im Infight erneut zu einer Keilerei kam und Gashi wegen dem dritten absichtlichen Kopfstoß vom Ringrichter nach 1:12 Minute disqualifiziert wurde. Damit sollte Tom Schwarz der WBO-Inter-Conti-Champion und auch der amtierende Deutsche Meister im Schwergewicht bleiben.

Gegner Gashi gefiel das ganz und gar nicht. So stürmte er auf den Sieger zu, gab ihm einen Schubs und forderte ihn provokativ zum weiterboxen auf. Es entfachte ein kurzes „Privatduell“ zwischen den beiden, welches eine Massenschlägerei im Ring zur Folge hatte. Schwarz wurde von einem Betreuer vom „Team Gashi“ an den Ringseilen fixiert und kurze Zeit später von seinem Team befreit. Auch Adam Deines und Dominic Bösel waren in den Ring gestürmt – das „Team Deutschland“ hält zusammen, wenn die Hütte brennt…

Glücklicherweise waren die Security und die Teams beider Kämpfer schnell zur Stelle und schlichteten die Eskalation. Gashi und seine Entourage verließen unter Buhrufen die Halle. Auch Schwarz traf diese Publikumsreaktion bei der Urteilsverkündung und seiner anschließenden Rede.

Stefan Härtel und Tomas Salek gewinnen durch T.K.o.-Siege – Elvis Hetemi macht schmerzhafte K.o.-Erfahrung

 Mit dem Berliner Stefan Härtel im Halbschwergewicht und Schwergewichtler Tomas Salek aus dem „Team Czech Republic“ konnten zwei SES-Kämpfer klare T.K.o.-Siege einfahren.

Neuzugang Elvis Hetemi hingegen musste gegen den starken Ukrainer Roman Shkarupa die schmerzhafte Erfahrung machen, dass man sich bis zur letzten Sekunde einer Runde aufmerksam vor Schlägen schützen muss.

Denn, der Supermittelgewichtler aus dem SES-Team, kassierte in der allerletzten Sekunde in Runde zwei einen schweren rechten Haken an die Schläfe und ging schwer zu Boden. Auf sehr wackligen Beine stand er wieder auf und taumelte in seine Ecke. Kampffähig war er nicht mehr. Schade, weil er zuvor eine gute Figur gegen Shkarupa abgegeben hatte.

Alle Ergebnisse / all Results:

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EBU European Championship Heavyweight (12 Runden)

Agit Kabayel (GER / Bochum / 107,3 kg) vs. Miljan Rovcanin (SRB / 105,7 kg)

W TKo; Rd. 3; 2’25

WBO-Inter-Conti-Championship Heavyweight +

Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht (12 Runden)

Tom Schwarz (GER / Magdeburg / 107,2 kg) vs. Senad Gashi (GER / 104,0 kg)

W DQ; Rd. 6; 1‘12

 Halbschwergewicht (8 Runden)

Stefan Härtel (GER / Berlin / 79,5 kg) vs. Dominik Landgraf (CZE / 80,2 kg)

W TKo; Rd. 4; 1‘52

 Supermittelgewicht (8 Runden)

Elvis Hetemi (GER / Lünen / 75,9 kg) vs. Roman Shkarupa (UKR / 76,3 kg)

L Ko; Rd. 2; 3‘00

 Schwergewicht (6 Runden)

Tomas Salek (CZE / 108,9 kg) vs. Davit Gogishvili (GEO / 109,7 kg)

W Ko; Rd. 3; 0‘22

Cruisergewicht (6 Runden)

Romano Kujak (GER / Würzburg / 91,5 kg) vs. Jan Hrebic (CZE / 92,3 kg)

W PTS: 59:54, 58:55, 59:54

Olympisches Boxen / Superschwergewicht

Roger Adlon (GER / Berlin / 102,5 kg) vs. Selcuk Keynar (GER / Berlin / 127,3 kg)

L PTS

Foto: SES Boxing

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3 Kommentare

  1. Profilbild von c.boxing
    23. April 2018 at 12:10 —

    je öfter ich tom schwarz sehen, desto weniger kann ich ihn leiden.

    er hätte wohl gut daran getan, die dsds trulla zu behalten.. so wäre ihm eine gewisse Aufmerksamkeit zugekommen und sie hätte die nationalhyme singen können, etc.

  2. Profilbild von Carlos2012
    23. April 2018 at 18:19 —

    Zitat:
    SES-Fighter Agit Kabayel hat sich mit diesem klaren T.K.o.-Sieg weiter in der Weltspitze des Schwergewichts etabliert und seine Stellung als stärkster Schwergewichtler Deutschlands unterstrichen. Den Traum von einem WM-Kampf kann er somit weiterleben.

    Kabayel ist ein Naturtalent.Für mich ist er der wahre König im Schwergewicht.Joshua und Wilder sind Fake-Champions.Gegen Agit hätten die beiden null Chance.Mein großer Meister Li Peng sagte mal zu mir:“Was uns als Größenwahn erscheint, ist nicht immer eine Geisteskrankheit. Oft genug ist es nur die Maske eines Menschen, der an sich verzweifelt.“

    • Profilbild von Against All Odds
      24. April 2018 at 14:47 —

      … und mir sagte einmal mein grosser Meister Ping Pong, dass Zwerge im Schwergwicht nur dann lange Schatten werfen, wenn die Sonne sehr, sehr tief steht … denk mal drüber nach …

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