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Enrico Kölling unterliegt Artur Beterbiev

Der Verband IBF hat einen neuen Weltmeister im Halbschwergewicht: Artur Beterbiev setzte sich im Kampf um den vakanten Gürtel gegen den Berliner Enrico Kölling durch. Die Punktrichter kamen dabei nicht zum Zuge. Beterbiev gelang noch in der letzten Minute der letzten Runde was Alle viel früher befürchtet hatten: Ein überzeugender KO-Sieg.

In den ersten Runden dieses WM-Fights passierte nicht viel Spektakuläres. Kölling schien darauf aus zu sein, über die Runden zu kommen. Das war ehrlich gesagt auch das Maximale, was in diesem Kampf für ihn zu erreichen war. Die Befürchtung, dass Kölling kurzrundig weg gehauen wird, löste sich in Luft auf. Er schlug verhältnismäßig wenig und konzentrierte sich voll auf Verteidigung. Trotzdem machte er in den ersten 10 Runden einen besseren Eindruck, als zu erwarten war.

Im letzten Kampfdrittel gelang es dem Russen, die Gangart noch einmal etwas anziehen. Kölling konnte kaum noch Antworten geben. In der 11. Runde wurde deutlich, dass Kölling im roten Bereich ist. Er kassierte Treffer und teilte selber so gut wie nichts mehr aus. Er überstand diese Runde und es sah so aus, als würde er die 12. auch noch schaffen.

Zum ersten mal in seiner Laufbahn musste Artur Beterbiev überhaupt zu einer 12. Runde antreten. Seine vorherigen Gegner hatte er maximal in Runde 7 besiegt. Seine Bilanz vor diesem Kampf war: 11 Siege, alle durch (T)KO. Es sah so aus, als würde er zum ersten mal über die Runden gehen müssen. Das sollte sich in der letzten Runde noch ändern.

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Auch Beterbiev schien zu merken, dass er noch einmal etwas mehr aufbieten muss, wenn er seinen Gegner vorzeitig besiegen will. Er deckte Kölling mit immer mehr Treffern ein, die nun sichtbaren Erfolg hatten. In der Schlussphase dieses Fights mußte Kölling nach einer Schlagserie runter. Ihm sackten mit dem Rücken zu den Seilen stehend die Beine weg und wurde angezählt. Beterbiev hatte „Lunte gerochen“ und setzte nach, als der Kampf wieder frei gegeben wurde. Er konnte eine schwere Rechte landen, die Kölling, diesmal frei stehend, wieder auf den Boden beförderte. Der Ringrichter beendete in dieser Situation en Kampf ohne Kölling erneut anzuzählen. Ob der Berliner noch einmal auf die Beine gekommen wäre und sich über die letzten 20 Sekunden hätte retten können, wird man nie wissen. Beterbiev war der verdiente Sieger. Ob der KO-Sieg verdient war, bleibt offen.

Enrico Kölling hat in diesem Titel-Fight mehr geleistet, als die meisten Boxfans ihm gegen die KO-Maschine Beterbiev zugetraut haben. Über weite Strecken dieses Kampfes sah das viel besser und vor Allem mutiger aus als das, was Artur Abraham bei seiner WBO-Titelverteidigung in Las Vegas gezeigt hat. Kölling kommt zwar ohne den ersehnten Gürtel, aber erhobenen Hauptes nach Berlin zurück. Er hat bei diesem WM-Kampf als Underdog die Weltbühne des Boxsports betreten. Immerhin hat er sich dabei auf keinen Fall blamiert. Im Gegenteil, man muss ihm Respekt zollen und man kann schon jetzt gespannt auf seine nächsten Kämpfe, vielleicht auf europäischer Titelebene sein.

Hier die entscheidende Schlussphase:

 

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29 Kommentare

  1. Profilbild von California
    12. November 2017 at 20:50 —

    Was war los mit Beterbiev ?

  2. Profilbild von AlexHDV
    12. November 2017 at 21:20 —

    Beterbiev ist wohl nicht ganz so gut und Kölling nicht ganz so schlecht wie die meisten dachten. Klar war die Dominanz von beterbiev erdrückend, dennoch hat er gegen Kölling einige Lücken gezeigt, die ihm gegen die erste riege im halbschwer zum Verhängnis werden könnten. Ich fand beterbiev immer etwas überschätzt, für seinen überfliegerstatus den er hier im Forum genießt hat er einfach zu wenig Fights gegen zu schwache Leute auf dem Buckel. Gegen die Topliste, auch im supermittel würde er nicht so glanzvoll wirken. Verspottet mich, aber ich würde ihn gerne gegen brähmer groves sehen, denke dass er beide Fights verlieren würde.

    • Profilbild von fettundmuskeln
      12. November 2017 at 23:19 —

      @ Alex – Beterbiev ist bei den Amateuren schon im LHW gestartet, das geht dort bis 81 kg. Schau ihn dir an beim Wiegen bei den Profis, dort ist das Limit ja nochmal fast zwei Kilo drunter – der würde niemals das Supermittel bringen.

    • Profilbild von Flo9r
      13. November 2017 at 09:45 —

      Naja.. Persönlich schätze ich Beterbiev wesentlich höher ein als Groves und Brähmer..
      Brähmer würde ich es ggf zutrauen über die Runden zu kommen, Groves definitiv nicht..!

  3. Profilbild von California
    12. November 2017 at 22:48 —

    Du gehörst nicht verspottet mein Freund….du gehörst in eine Zwangsjacke

  4. Profilbild von Dr. Fallobsthammer ( ͠° ͟ʖ ͡°)

    Der Abbruch war auch lächerlich. Die paar sek hätte der Ref noch laufen lassen können. War völlig unnötig Kölling noch so zu bestrafen. Er war nicht so angeschlagen das er nicht mehr hätte hoch kommen können. Richtig albern.

  5. Profilbild von Francis
    13. November 2017 at 04:03 —

    Der grenzdebile Primitivling Teddy Atlas labert doch nur noch Scheiße.

  6. Profilbild von Knopster
    13. November 2017 at 10:43 —

    Hab mir den Kampf jetzt mal reingezogen. Kölling verkauft sich besser als man es von ihm hätte erwarten können. Aber wenn wir ehrlich sind, das Ding war dennoch sehr eindeutig. Hier ging es nur darum irgendwie über die Runden zu kommen. Kölling hat im Kampf 60 Mal geschlagen und Beterbiev über 300 Mal.

    Wenn ich von vorne herein nur auf „Surviormode“ eingestellt bin, macht das auch jeden Puncher Schwierigkeiten, da probat durchzukommen.

  7. Profilbild von Polonia
    13. November 2017 at 16:57 —

    Am 25. November boxt Manuel Charr (33) in Oberhausen (König-Pilsener-Arena) gegen Alexander Ustinov (40, Russland) um die WBA-WM im Schwergewicht. Nach einem harten „Kampf um den Kampf“ am grünen Tisch liege die finale Bestätigung der World Boxing Association nun vor, teilten die Veranstalter Sonntag-EXPRESS mit.
    Einspruch endgültig abgelehnt
    Fres Oquendo (44, Puerto Rico) und sein Team hatten versucht die WM zu verhindern, doch der Einspruch bei der WBA-Convention in Medellin sei nun endgültig abgelehnt worden.
    Hintergrund: Der zunächst geplante Kampf zwischen Oquendo und Shannon Briggs (45/USA) platzte, weil Briggs des Dopings überführt wurde. Oquendos Team konnte keine Alternative präsentieren. Ustinovs Promoter Vlad Hrunov und Charrs Manager Christian Jäger sahen ihre Chance: Die WBA bestätigte den Fight der auf Platz zwei (Ustinov) und vier (Charr) gelisteten Boxer.

    charr und ustinov wohl doch um den titel…

    hahaha wenn charr gewinnt und wirklich WM wird ist das der größte witz 😀

    • Profilbild von fettundmuskeln
      13. November 2017 at 18:56 —

      1. Kann man dem Express oder Sonntag Express nicht so weit trauen, wie man ihn wegwerfen kann
      2. Charr gewinnt nicht
      3. Viel schlimmer als Oquendo vs. Briggs ist es auch nicht
      4. Ist die WBA natürlich trotzdem der größte Joke des Boxens, da kommt sogar die GBU nicht mehr mit.

      • Profilbild von Polonia
        13. November 2017 at 20:01 —

        sachse charr geht gegen ustinov ko? 😀

        wünschen würde ich es mir :d

      • Profilbild von Flo9r
        17. November 2017 at 01:34 —

        Ob Charr gewinnt oder nicht, hängt in erster Linie von der Form des Russen ab.. Ustinov ist mittlerweile auch schon über 40 und wirklich aktiv war er auch nicht..
        Sollte er relativ in shape sein, wird er Charr wohl ausknocken..

  8. Profilbild von Milanista82
    14. November 2017 at 08:19 —

    Für USD 78.000,00 gegen so ein Monster antreten verdient schon gehörigen Respekt.

  9. Profilbild von Luzifer
    14. November 2017 at 13:59 —

    Ist ja schön und gut das Kölling die Eier hatte in den USA gegen Beterbiev anzutreten und ich hätte es ihm auch gewünscht das er über die Runden gekommen wäre, aber letztendlich hat der Kampf auch klar gezeigt das Kölling in der Weltspitze nichts zu suchen hat.

    Er soll sich jetzt erstmal erholen und dann im nächsten Jahr, vermutlich gegen Bösel (?), um die EM boxen, da sind seine Chancen größer zu gewinnen.

  10. Profilbild von Marvin Hagler
    14. November 2017 at 22:01 —

    Warum Kölling den Kampf angenommen hat wird wohl immer sein Geheimnis bleiben!? Er hat sang – und – klanglos verloren so wie es zu erwarten war, wollte nur überleben und über die Runden kommen!

    Habe neulich irgendwo gelesen das Beterbiev der derzeit beste Halbschwergewichtler ist,…….meiner Meinung nach muss er das noch beweisen, der boxt seinen Stiefel runter und hat Schlagkraft, aber sonst……..!?
    Würde ihn gerne gegen Kovalev sehen!

    • Profilbild von Milanista82
      15. November 2017 at 11:48 —

      Was hätte denn Kölling deiner Meinung nach tun sollen? Irgendwelche Penner in Neubrandenburg verprügeln, so wie es die Kollegen die komplette Karriere lang machen? Der Mann wollte um den vakanten IBF Gürtel kämpfen und ist gegen einen absoluten Weltklassemann gescheitert. Daran ist nichts verwerfliches. Ganz im Gegenteil, solche Kämpfe bringen einen nur weiter.

      zu Beterbiev:
      Sicherlich muss er den hohen Erwartungen noch gerecht werden, aber das müssen die anderen im LHW ebenfalls. Beterbiev hat durch seinen Streit mit Yvon Michel knapp 1 Jahr lang nicht geboxt. Da liegt es auf der Hand, dass man erstmal den Ringrost abschütteln muss. Die Performance war nicht außergewöhnlich, aber vollkommen in Ordnung. Die 12 Runden taten ihm richtig gut um wieder in den Rhythmus zu kommen. Ihn nur auf seine Schlagkraft zu reduzieren, ist lächerlich. Technisch stark, flüssige Kombinationen, hohe workrate und vor allem verfügt er über eine außergewöhnliche Präzision. Schwächen hat er definitiv, er wirkt teilweise sehr plattfüßig. Zudem könnte er wie die meisten Osteuropäer am head movement arbeiten.

      • Profilbild von The Fan
        16. November 2017 at 22:08 —

        Moin!

        Sollte das jetzt ein Seitenhieb gegen den zukünftigen Sieger der Ali-Trophy werden?

        Falls ja…Brähmer hätte Beterbiev an diesem Abend weggehauen 😉

        • Profilbild von Flo9r
          17. November 2017 at 01:29 —

          Ein akzeptabler Auftritt von Brähmer und hier wird schon wieder durchgedreht..
          Dass Brähmer Beterbiev nicht weghauen würde (an welchem Abend auch immer..), sollte Dir genau so klar sein wie jedem anderen auch, der einigermaßen mit der Materie vertraut ist..
          Gegner wie Cleverly & Sukhotsky sind Brähmers Kragenweite, alles darüber hinaus wäre des Guten schon wieder zuviel..
          Bin eher gespannt, ob Brähmer es schafft vs Smith vergleichsweis besser auszusehen als Skoglund..!

        • Profilbild von fettundmuskeln
          17. November 2017 at 02:26 —

          Sehe es ähnlich wie Flo, man darf nicht vergessen, Brant war ein physisch und boxerisch klar unterlegener Gegner. Bei Smith wird es umgekehrt sein, auch so ein Hungerkünstler, der sich vom CW auf SMW-Level abkocht, um dann in 24 Stunden wieder 20 lbs draufzupacken. Interessant dabei natürlich, dass beide in der entgegengesetzten Auslage kämpfen und jeweils den linken Haken zum Körper als einen ihrer Trademark-Punches im Repertoire haben. Ich sehe „Jürgen“ hier am Anfang aufgrund seiner Schnelligkeit gut aussehen (ähnlich wie Skoglund), aber mit zunehmender Kampfdauer wird Smith mit seiner Jugend und Physis das Ganze noch drehen, so dass Brähmer in der 10/11 Runde aufgeben wird. So sehr ich ihm am Ende seiner aktiven Zeit nochmal einen großen Erfolg gönne, mehr ist da imo nicht drin.

          • Profilbild von Flo9r
            17. November 2017 at 03:11

            Gönnen würde ich es ihm auch.. Eher als einem der Brits sowieso..
            Aber die Realität wird wohl leider anders aussehen..!

        • Profilbild von Milanista82
          17. November 2017 at 08:26 —

          Selbstverständlich Fan, in deiner Welt 120:108 bei allen Judges. 😀

  11. Profilbild von El Demoledor
    17. November 2017 at 09:49 —

    Naja, Callum Smith ist auch so ein Kandidat, der in einem Fight wie ein kommender P4P-Fighter daherkommt, um im nächsten Kampf total bieder auszusehen…
    Ich würde ihn aber gegen Brähmer deutlich favorisieren. Physisch viel größer und boxerisch zumindest deutlich vor allem, was brähmer bisher geschlagen hat.
    Beterbiev ist da aber nochmal ein anderes Level; kompromissloser, noch härter schlagend und vermutlich auch härter wenn es drauf ankommt. Da hätte Brähmer imho keine Chance.

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