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David Haye is back!

Mit einem glänzenden KO1 Erfolg meldete sich der britische Schwergewichtler David Haye am Samstag Abend im Ring zurück. Nach über 3 Jahren Ringabstinez stand ihm mit Mark de Mori bei seinem Comeback ein Boxer gegenüber, der zu diesem Zweck wie geschaffen zu sein schien. Der Australier verfügte über einen akzeptablen Kampfrekord und eine gute Platzierung im WBA-Ranking. Das seine bisherigen Gegner eher für die Statistik als boxerische Herausforderungen waren und sein Platz 10 im Ranking eines Weltverbandes ein Witz ist, sollte nicht weiter interessieren. Es gab und gibt Schlimmeres als das.

Man hatte den Eindruck, dass de Mori auf einen längeren Kampf eingestellt war und man sah recht deutlich, dass er nicht gerade halsbrecherisch und leichtsinnig auf Haye losging. Wer Tempo machte, die schnelle Entscheidung suchte und nach knapp 2 Minuten auch fand, war David Haye. Nachdem er bei de Mori in der ersten Rundenhälfte „Maß genommen“ hatte, nutzte er die erste sich bietende Gelegenheit um den Kampf zu beenden. Eine krachende Rechte zum Kopf und noch ein paar kleinere Treffer hinterher schickten de Mori auf die Bretter, von denen er sich erst einige Minuten später wieder erheben konnte. Wer den Kampf, bzw. diese eine KO-Runde noch nicht gesehen hat: (Klick).  Die vorläufige Mission des Hayemakers wurde mit diesem KO1-Sieg erfüllt. Besser geht es nicht.

Für die Spekulationen, wie es nun weiter gehen soll, sind nun alle Tore weit geöffnet. Wie wird nach diesem erfolgreichen Wiedereinstieg der weitere Karriereweg von David Haye verlaufen? Was hat er vor? Er wird auf jeden Fall einen WM-Gürtel im Blick haben. Aber welchen? Es ist anzunehmen, dass er mit seinem Sieg über de Mori in die Top 10 der WBA einsteigt. Genau da ist aber Tyson Fury der Super-Champ. Fury will nicht freiwillig gegen ihn kämpfen, weil er sich von Haye wegen der Kampfabsagen verschaukelt gefühlt hat. Sollte man Haye zum Pflichtherausforderer machen, wolle er lieber den WBA-Titel niederlegen, als gegen Haye kämpfen.

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Haye selbst nannte 2 Namen, die für ihn interessant wären: Deontay Wilder, den WBC Champ und Anthony Joshua, den britischen Olympiasieger, Hoffnungsträger und KO-König. Scheinbar ist David Haye sehr selbstsicher. Er glaubt mit diesem einen Kampf und KO-Sieg wieder genau da ganz oben zu stehen, wo er vor mehr als 3 Jahren schon einmal war. Doch ist das wirklich realistisch? Sollte er nicht erst einmal einen akzeptablen Gegner aus Reihe 1 des Schwergewichts schlagen um seinen Anspruch auf einen WM-Kampf zu rechtfertigen? UND: Ist es wirklich so klug, Joshua und Haye jetzt gegeneinander antreten zu lassen? Für einen von Beiden wäre es gewiss ein Sprung nach vorne. Für den Anderen zumindest kurzfristig ein unnötiger herber Karrieknick. Wesentlich mehr Feuer wäre drin, falls Beide eventuell später als amtierende Weltmeister in einem Super-Fight gegeneinander antreten würden.

Bleibt Haye auf der WBA-Schiene wäre vielleicht ein Kampf gegen Luis Ortiz das Beste, was jetzt kommen könnte. Vielleicht sogar tatsächlich als Eliminator für einen Titelkampf? Aber Titelkampf gegen wen? Ortiz ist nebenbei auch eine ganz andere Hausnummer, als de Mori es war. Falls Haye ihn bezwingen kann, wie solle es weiter gehen? Fury will nicht gegen Haye kämpfen und muss selbst auch erst einmal das Rematch gegen Wladimir Klitschko gewinnen. Oder wird es „nur“ um den regulären WM-Titel gehen? Dann muss Haye gegen den Sieger aus Chagaev vs Browne ran. Funktioniert das alles nicht, gibt es vielleicht Aufwind für einen „Zwischenkampf“ gegen Shannon Briggs, der sich im WBA-Ranking mit seinen Alibikämpfen gegen Fallobst bis auf Platz 4 der Rangliste vorgearbeitet hat. Haye vs Briggs ließe sich sicher sowohl in den USA als auch in England gut vermarkten. Ob als ernst zu nehmender Fight oder als Comedy, sei mal dahin gestellt.

Es bleibt im Moment erst einmal nicht weiter viel übrig, als Kaffeesatzleserei. Wenn Fury und Klitschko ihr Rematch hinter sich gebracht haben, wird man erst einmal wieder klarere Bilder sehen. Bis dahin bleibt wohl Vieles im nebeligen Bereich. Auch was den nächsten Gegner von David Haye anbelangt. Es bleibt nur festzuhalten: David Haye is back! Seine Fangemeinde wird es freuen.

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5 Kommentare

  1. Profilbild von California
    19. Januar 2016 at 07:20 —

    Der Fight gegen Mori war ein Joke…bin gespannt auf seinen nächsten Gegner…die genannten werden es nicht sein….freu mich dass er zurück ist…der könnte das HW wieder durcheinander bringen..mit jedem im HW kanns Haye aufnehmen

  2. Profilbild von Brennov
    19. Januar 2016 at 08:39 —

    schon wieder ein artikel über haye. wo bleibt der artikel über den neuen IBF champ?

  3. Profilbild von AxelSchweiss
    19. Januar 2016 at 18:15 —

    Tja Haye ist intressanter als Martin. Aber Marin wird nicht lange Champ bleiben.
    Haye ist völlig überschätzt. Auch er wird seinen Meister finden. In Europa mag es noch für Helenius reichen. Aber gegen Joshua wird er untergehen.Fury wird Ihm nicht die Chance geben. Povetkin sehe ich auch besser.

  4. Profilbild von Alex1
    22. Januar 2016 at 16:36 —

    Was für ein Kampf… 😀
    @Axel, ich kann dir nur zustimmen! Ich war ganz erstaunt dass der Kampf nicht in Zeitlupe ablief. Haye, der überzeugter Veganer ist, hat deutlich an Form verloren, er sieht jetzt schon aus wie eine dieser unzähligen starren US Schwergewichtsboxer die Ihr Gewicht aus Burgern statt raining holen…. in der Verfassung soll er bitte nochmal gegen Wladimir in Ring steigen, oder noch besser gegen Tyson 😉
    Hayes Zeiten sind lange vorbei, mit seinem Rücktritt vom Rücktritt dessen Rücktritts tat er sich keinen Gefallen! de Mori war kein Gegner, der wirkte nicht mal wie ein Amateur….

  5. Profilbild von reineckefuchs
    27. Januar 2016 at 22:14 —

    Wie es aussieht, soll Malik Scott der nächste Gegner von David Haye werden. Der ist zwar um Einiges besser als de Mori, aber sollte für Haye auch kein Problem sein, wenn er tatsächlich Weltmeister werden will.

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