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Champion Charr doch nicht Schmeling-Nachfoger

„In meinem Herzen bin ich Deutscher – das habe ich immer gesagt, und das stimmt auch“, sagt Manuel Charr. „Die Missverständnisse rund um meinen Pass tun mir sehr leid. Es war sicher nicht meine Absicht, meine Fans zu täuschen oder falsche Tatsachen vorzugaukeln.“

Der „Diamond Boy“ war nach seinem einstimmigen Punktsieg gegen Alexander Ustinov am 25. November in Oberhausen als erster deutscher Schwergewichtsweltmeister seit Max Schmeling gefeiert worden.

„In einem Atemzug mit Schmeling genannt zu werden, ist eine riesen Ehre für mich. Das hätte ich mir nie träumen lassen“, so Charr weiter. „Ich habe mich wahnsinnig gut gefühlt. Und was ich im Ring direkt nach dem Kampf gesagt habe, ist genau das, was ich fühle: Ich bin Deutschland unendlich dankbar dafür, wie meine Familie und ich aufgenommen wurden. Deutschland ist das beste Land der Welt, deswegen habe ich den Titel für Deutschland gewonnen.“

Dass er in diesem Zusammenhang auch behauptet habe, deutscher Staatsbürger zu sein, beruhte auf Fehlinformationen seiner Anwälte und Berater.

„Ich habe mir über das Thema nie Gedanken gemacht, weil ich mich sowieso als Deutscher fühle – Pass hin oder her“, sagt der „Diamond Boy“.

„Ich bin Kölner durch und durch. Jeder, der mich kennt, weiß das. Um die Einbürgerung habe ich mich selber nie gekümmert, sondern hatte immer Anwälte, die das gemacht haben. Die haben mir auch gesagt, dass der Pass schon ausgestellt ist und beim Amt auf mich wartet. Ich hätte die Information nicht einfach so weitergeben dürfen, ohne das selber zu überprüfen. Aber nach dem Kampf ist so viel auf mich eingestürzt – so viele Interviewanfragen, so ein Trubel. Da habe ich mich zu Äußerungen hinreißen lassen, die nicht besonders geschickt waren. Dafür möchte ich mich von Herzen entschuldigen. Man sollte nicht vergessen, dass ich vor fünf Tagen einen WM-Kampf über zwölf Runden bestritten und gewonnen habe. Ich habe immer noch nicht vollständig realisiert, was das bedeutet. Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben Weltmeister, das fühlt sich alles noch sehr irreal an.“

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Wenn sich der Trubel gelegt hat, will sich Charr um die Einbürgerung bemühen. „Wie gesagt: Ich liebe dieses Land und möchte nirgendwo anders leben“, so der „Diamond Boy“

„Diesmal werde ich mich selber um den Pass bemühen und das nicht mehr anderen Leuten überlassen. Ich hoffe, dass ich meine erste Titelverteidigung dann schon als deutscher Staatsbürger bestreiten kann.“

Bis Ende März muss Charr laut Anordnung der WBA gegen Pflichtherausforderer Fres Oquendo antreten. Wann und wo der Kampf stattfinden wird, steht noch nicht fest.

„Darüber konnte ich mir beim besten Willen noch keine Gedanken machen, aber das liegt auch in den Händen meines Managers Christian Jäger. Der wird sich mit Sicherheit gut darum kümmern.“

Foto: Diamond Boy Promotion

Quelle: Global Sports Management GmbH & Co. KG

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9 Kommentare

  1. Profilbild von Brennov
    6. Dezember 2017 at 08:50 —

    Richtig wäre:
    Charr ist fromal noch nicht Schmeling Erbe!

    • Profilbild von Achtzehn Kilogramm Kolumbien

      Genau! „fromal“! Das kommt nämlich vom französischen „fromage“ und bedeutet Käse!
      Wie alles was du schreibst, Brain-Off!

    • Profilbild von Achtzehn Kilogramm Kolumbien

      Was heißt da noch nicht?
      Wenn Charr trotz seiner Straftaten die deutsche Staatsbürgerschaft doch noch erhält wird er von dir nachträglich zu Schmelings Erbe erklärt?

      Dann hoffen wir doch mal, dass der kleine Brennov im Laufe seines Lebens eine ausländische Staatsbürgerschaft erhält!
      Dann ist er nämlich (auch nachträglich!!!) nicht mehr eine deutsche Schande…

  2. Profilbild von HWFan
    6. Dezember 2017 at 09:58 —

    Charr aka „Der Schwarze Max Schmeling“ kann einem schon leid tun, dass er von all seinen Beratern und Anwälten so böse hintergangen wurde… 😀 😀 😀

    Ein Blick auf seine Boxrec-Seite (wo er übrigens derzeit auf Platz 27 (!) im HW geführt wird,) wäre übrigens ausreichend, um ihm seine Nationalität zu verraten… 😉

    Wie kann es sein, dass jemand, der regelmäßig reist, nicht weiß, ob er einen deutschen Pass hat…?! 😉 😉 😉

    …ist ja schon peinlich, wenn man ertappt wird, wenn man Dünnpfiff erzählt hat, aber sich dann noch immer weiter reinzureiten, indem man mehr als offensichtlich immer größeren Dünnpfiff erzählt, ist einfach nur armselig.

    Charr hat sich zumindest insofern Respekt verdient, dass er das Beste aus seinen überschaubaren Möglichkeiten gemacht hat und sich nach diversen Rückschlägen wieder zeitnah in die stark erweiterte Weltspitze hochgearbeitet hat. Das ganze „Titelgedöns“ um einen WM-Titel, der eig. gar keiner ist und für den sich vermutlich der Meistbietende einen „Titelkampf“ gegen einen WM-unwürdigen Gegner kaufen kann, ist einfach nur lächerlich.

    Wenn ich schon höre, dass der nächste Gegner Oquendo sein soll…

    Fakt ist: Charr ist weder Deutscher, noch ein richtiger WM!

  3. Profilbild von Flo9r
    6. Dezember 2017 at 21:12 —

    welt.de/sport/boxen/article171248837/Der-laecherliche-Schmeling-Vergleich-von-Manuel-Charr.html

  4. Profilbild von Praktiker
    7. Dezember 2017 at 14:05 —

    Der nächste Gegner von Charr ist ein 44 Jähriger , der 3 Jahre nicht mehr im Ring war. Mehr ist Charr auch nicht zuzutrauen, man sollte solchen Typen überhaupt keine Plattform bieten.

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