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Boxsport -Telegramm 39 / 2017

+++ Der Punktrichterin Adelaide Byrd ist mit sofortiger Wirkung von der „Nevada State Athletic Commission“ eine „kleine Pause“ verordnet worden. Das teilte Bob Bennett, Chef der NSAC, der LA Times mit. Grund dafür war die erneut abartig hohe Bewertung zu Gunsten von Saul Alvarez im Kampf gegen Gennady Golovkin. Sie mit ihrer realitätsfremden 118:110 – Wertung gegen Golovkin Entsetzen ausgelöst. Unter den Fans des Kasachen gilt sie von dieser Sekunde an als die am meißten gehasste Frau dieses Planeten. Unter ähnlichen Umständen wurde bereits die Punktrichterin C.J. Ross nach ihrer 114:114 Wertung für den Kampf Mayweather vs Alvarez kritisiert und hat seit dem nie wieder als Punktrichterin gearbeitet. +++

+++ Am Samstag auf der Undercard zum WBO-Mittelgewicht-WM-Kampf zwischen Billy Joe Saunders und Willie Monroe jr gab es u.a. auch einen Schwergewichtskampf. Dabei machte der Londoner Boxer Daniel Dubois wieder einmal „kurzen Prozess“ mit seinem Gegner. Der 30-jährige AJ Carter ging schon beim ersten Schlag von Dubois zu Boden. Kurze Zeit später ein zweites mal. Nach dem 3. Niederschlag war der Kampf bereits vorbei. Das Ganze dauerte weniger als 50 Sekunden. Den erst 20-jährigen Daniel „Dynamite“ Dubois sollte man im Auge behalten. Geht das mit ihm so weiter, wird er der nächste Brite, der im Schwergewicht bis in die Spitze dieser Gewichtsklasse durchmarschieren kann. Promoter Frank Warren ist von Dubois begeistert. Er sagte dem britischen „Mirror“: „Daniel Dubois schlägt härter, als jeder britische Schwergewichtler, den ich jemals gesehen habe.“ +++

+++ Eddie Hearn hat bekannt gegeben, dass es am 28. Oktober auf der Undercard von Joshua vs Pulev in Cadiff möglicherweise einen weiteren Schwergewichtskampf zwischen Dillian Whyte (21(16)-1(1)-0) und Jarrell Miller (19(17)0-1) geben wird. Angebahnt wurde dieses Zusammentreffen öffentlich über Twitter. Whyte (BoxRec #17) ist bei allen 4 großen Verbänden in den Top 10 des jeweiligen Rankings vertreten. Miller (BoxRec #10) ist in den Top 10 der Verbände WBA, IBF und WBO. +++

+++ Wie bereits angekündigt: Nach einer langen Wartezeit und immer wieder neuen Ansätzen kommt jetzt endlich Luis Ortiz zu einer echten WM-Chance. WBC-Weltmeister Deontay Wilder will seinen Gürtel am 4. November im New Yorker Barcley`s Center gegen den Kubaner verteidigen. Der eigentliche Pflichtherausforderer Bermane Stiverne kämpft ebenfalls bei dieser Veranstaltung. Sein Gegner ist Dominic Breazeale. Damit haben sich die Internet-Gerüchte von Ende August / Anfang September bestätigt. +++

+++ SES – Boxer Dominik Bösel hat nach seiner Niederlage im Kampf gegen Karo Murat am Samstag im tschechischen Usti einen Aufbaukampf absolviert. Er fertigte dabei den slovakischen Joureyman Robert Blazo kurzrundig ab. Auch Tom Dzemski trat in Usti an und bezwang seinen Gegner bereits in Runde 1. Auf beide Boxer warten demnächst größere Aufgaben. Der hauptsächliche Zweck dieser Kämpfe war, in der Routine zu bleiben und sich unter realen Wettbewerbsbedingungen zu präsentieren. +++

+++ Ein weiterer SES – Boxer will noch in diesem Jahr seinen Titel verteidigen: EBU-Schwergewicht-Champ Agit Kabayel kampft am 4. November in Monaco gegen den Briten Derreck Chisora. Der Kampf gegen den kampferprobten „Del Boy“ stellt für Kanayel eine echte Bewährungsprobe dar. Der Begriff „Reifeprüfung“ passt wohl am Besten. +++

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+++ Offenbar hat Tyson Fury noch immer Ärger wegen seiner Box-Lizenz. Er war nach seinem „historischen“ Sieg über Wladimir Klitschko etwas abgestürzt und gab freimütig zu, Kokain und andere Partydrogen konsumiert zu haben. Die britische Anti-Doping-Agentur und Tyson Fury kommen wegen einer offiziellen Anhörung scheinbar nicht überein. Ein Termin für Mai wurde von der UKAD abgesagt und Fury beschuldigt die Agentur jetzt, ihn am Broterwerb zu hindern. Er forderte die Agentur auf, ihm entweder das Boxen zu verbieten oder ihn endlich frei zu geben. Es scheint wohl nicht ganz so leicht zu sein, Fury seine Lizenz zurück zu geben, die er offiziell wegen seiner psychischen Probleme verloren hatte. +++

+++ Am 11. November werden Julio Cesar Chavez jr und Anthony Dirrell in der T-Mobile Arena Las Vegas aufeinander treffen. Auch wenn es dabei nicht um einen großen Titelkampf geht, könnte dieser Fight wegweisend für die weitere Karriere beider Boxer sein. Fast alle Boxer aus Reihe 1 des Supermittelgewichts kämpfen gegenwärtig im WBSS-Turnier. Für Chavez jr und Dirrell gilt es, sich für Titelfights nach dem Turnier in Position zu schieben. +++

+++ Sergey Kovalev will am 25. November wieder in den Ring steigen. Nach den beiden fragwürdigen, besser gesagt: „viel diskutierten“ Niederlagen gegen Andrè Ward gilt es jetzt für den 34-jährigen Russen, erst einmal wieder einen Neuanfang zu finden. Sein Gegner ist der 30-jährige Ukrainer Vyacheslav Shabranskyy. +++

*** Frauenboxen ***

+++ Auf der Undercard von Golovkin vs Alvarez gab es auch einen Frauenkampf zu sehen. Die Amerikanerin Marlen Esparza bekam es in ihrem 3. Profikampf mit Aracely Palacios aus Mexiko zu tun. Esparza war dritte bei den Amateur-Weltmeisterschaften 2006, dritte bei den Olympischen Spielen 2012 und Amateur-Weltmeisterin 2014. Sie hat bei Oscar de la Hoya einen Profivertrag bekommen. Der 6-Runden Kampf wurde mit 3x 60:54 zu Gunsten von Esparza bewertet. Das sagt allerdings absolut Nichts über den Kampf aus. Der Mexikanerin gelang es immer wieder spielend, die Deckung der „Golden Boy“ Boxerin zu überwinden und fast ungehindert Volltreffer am Kopf der Amerikanerin zu landen. Im Vorfeld wurde laut getönt, Esparza wäre auf bestem Wege Geschichte zu schreiben und würde einen WM-Titel ansteuern. Was man im Ring dann tatsächlich zu sehen bekam, war wenig weltmeisterlich. Es dürfte noch ein langer Weg zu gehen sein, bis Esparza in einem echten WM-Duell gegen eine echte Gegnerin und vor Allem mit echten Punktrichtern Weltmeisterin werden kann. Der Kampf war live im Internet zu sehen und keine Werbung für Esparzas Boxkünste. Auf youtube veröffentlicht wurde dann auch nur der kurze Teil des Kampfes, bei dem die Amerikanerin halbwegs gut weg kam.

Das die amerikanischen Offiziellen zu wenig Erfahrung mit Frauenkämpfen haben, wurde beim Wiegen zu diesem Kampf deutlich. Das Limit beim Fliegengewicht der Frauen liegt bei 112 Pfund. Die Mexikanerin brachte 110 Pfund auf die Wage. Bei Esparza waren es 111,5 Pfund. Man erklärte plötzlich, das Limit im Fliegengewicht wären 110 Pfund und Esparza habe 1,5 Pfund zu viel Gewicht. Ihr wurde 1 Stunde Zeit gegeben, das Gewicht von 110 Pfund zu bringen. Erstmal stimmte das mit dem Limit schon nicht und da es kein Titelkampf, sondern nur ein 08/15 Aufbaukampf über 6 Runden war, ist diese ganze Handhabung nicht nachvollziehbar. +++

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1 Kommentar

  1. Profilbild von Marvin Hagler
    20. September 2017 at 13:38 —

    Gut das der Kampf Wilder vs Ortiz endlich offiziell bestätigt wurde, da kann man nur hoffen das sich keiner der Beiden vorher verletzt!
    Mal sehen wie Ortiz mit der Schlagkraft von Wilder klar kommt und umgekehrt?
    Für mich ist das ein 50/50-Kampf!

    Wenn Chisora in Topform gegen Kabayel antritt kann es ein sehr interessanter Fight werden! Kampfausgang völlig offen!

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