Vom Ur-Faustkampf zum Boxsport: Die Entstehung des Regelwerks bis zu den heutigen Formen im Amateur- und Profiboxen

Im Jahre 1893, es war der 6. April,  standen sich der Texaner Jack Burke  und Andy Bowen in dessen Heimatstadt  New Orleans in einem Boxkampf im Leichtgewicht gegenüber. Der Kampf, der abends begann,  dauerte über sieben Stunden und endete erst in den Morgenstunden des 7. April.  Nach der 110. Runde waren beide so erschöpft, dass sie nicht mehr genug Kraft hatten, um aus ihrer Ecke zu kommen  und ein Unentschieden  ausgesprochen wurde. Der Kampf wird  seitdem in den Annalen der moderneren Boxgeschichte als der längste jemals geführte Boxkampf verstanden. Damals galten bereits die erweiterten Queensberry-Regeln. Dennoch zeigt dieser Kampf, wie sich Boxkämpfe damals von den gegenwärtigen  Formen des Boxkampfes unterscheiden. In den folgenden Abschnitten wird versucht, einen Abriss zur Entstehung der  Regeln des Boxsports bis zu den gegenwärtigen Formen vorzustellen. Dabei ergab es sich natürlich, dass einige wesentliche historische Etappen des Boxsports einbezogen werden mussten. Für manche wird es interessant sein, zu verfolgen, wie sich die Boxregeln von einfachen Formen des Faustkampfes bis zum gegenwärtigen …

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Das ‚10-Points-Must-System’ – Wie beim Boxkampf gepunktet wird

Heutzutage wird so gut wie überall nach dem 10-Points-Must-System bewertet. Der Grundsatz dieses Systems ist, dass jede Runde einzeln betrachtet bewertet wird, und dass in ausnahmslos jeder Runde mindestens einer der beiden Boxer 10 Punkte bekommen muss. Dabei gibt es jedoch verschiedene Konstellationen, wie und wonach eine Runde bewertet wird. In einer Runde, in der keiner der beiden Boxer zu Boden geschlagen wird, gilt es zu ermitteln, welcher der beiden Boxer die Runde gewonnen hat. Dies geschieht aufgrund von vier Kriterien: 1. „Clean punching“ Das mit Abstand wichtigste Kriterium zum Bewerten einer Runde. Wer hat die besseren und härteren Treffer anbringen können? Hier spielt es auch mit rein, ob ein Boxer den anderen „anklingeln“ konnte. 2. „Effective aggressiveness“ Effektive Aggressivität. Welcher der beiden Boxer ist konstant im Vorwärtsgang und kann dadurch den anderen in Bedrängnis bringen? Die Betonung liegt hier allerdings auf „effektiv“. Aggressivität ohne Effektivität bringt keine Punkte. 3. „Ring generalship“ Ein sehr schwammiger Begriff, der für das nicht direkt Greifbare steht. Welcher der …

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