Peter Hussing gestorben

Einer der populärsten deutschen Amateur-Schwergewichtler ist am Samstag im rheinland-pfälzischen Brachbach, seinem Wohnort, verstorben. Er wurde nur 64 Jahre alt. Sechzehn Mal holte er den deutschen Meistertitel im Schwer- bzw. Superschwergewicht. Seine international größten Erfolge waren Bronzemedaillen  bei den Olympischen Spielen 1972 in München und bei den Boxweltmeisterschaften 1982, ebenfalls in München. Gefürchtet war Hussings exzellenter, punktgenau geschlagener Leberhaken, mit dem er so manche Kämpfe vorzeitig beenden konnte. Lange Jahre boxte der für Ringfrei Mülheim; in den letzten Jahren bis 1982 bei Bayer 04 Leverkusen. Hussing wird am 15. Mai 1948 in Brachbach im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) geboren.  1969, mit 21 Jahren, ist er im deutschen Aufgebot zu den Europameisterschaften in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Im Schwergewicht holt er die Bronzemedaille. Zwei Jahre später, bei der EM in Madrid, steht er im Finale des Schwergewichts, unterliegt dort aber dem sowjetischen Vertreter, Vladimir Chernyshew. 1973, bei den Europameisterschaften in Belgrad, gelingt es ihm wieder, ins Finale zu kommen, scheitert aber dieses Mal am Sowjetrussen Viktor Ulyanich. Bei …

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Olympiasieger im Schwer- und Superschwergewicht – Start für erfolgreiche Profikarrieren?

Jeder kennt solche Namen wie Joe Frazier, George Foreman, Odlanier Solis oder Wladimir Klitschko. Sie alle waren Olympiasieger im Schwer- bzw. Superschwergewicht und konnten bzw. können aktuell auch als Profis eine Weltkarriere vorweisen. Es ist aber nur ein kleiner Teil der Olympiasieger in diesen Gewichtsklassen, die als Profis derart erfolgreich waren. Eine gar nicht kleine Anzahl von denen, die im Schwergewicht Gold holten, war als Profis erfolglos oder hat eine Laufbahn als Berufsboxer erst gar nicht gestartet. Die ersten Olympiasieger im Schwergewicht Die ersten Olympischen Spielen mit einem Boxturnier waren die Spiele in St. Louis von 1904. Im Schwergewicht  (1904  auf über 71,67 kg festgelegt) kämpften nur vier Boxer, die sämtlich aus den USA kamen, um die Medaillen. Erster Olympiasieger der Boxgeschichte im Schwergewicht wurde Samuel Berger, geboren am 25. Dezember 1884. Er stammte aus Chicago  und  war jüdischen Glaubens. Berger war mit seinen 191 cm für die damalige Zeit recht groß gewachsen und auch hinsichtlich  seines Gewichts mit heutigen Maßstäben als Schwergewichtler anzusehen. Berger …

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Stefan Härtel im Achtelfinale

Beim Olympischen Boxturnier in London hat Stefan Härtel, der Berliner Mittelgewichtler (bis 75 kg) vom SV Lichtenberg 47, die erste Hürde genommen. Gegner war Enrique Collazo Pellaiz  aus Puerto Rico.  Die ersten beiden Runden konnte er nur knapp für sich entscheiden (6:4 und 5:4); in der dritten Runde kam er aber immer besser mit seiner Rechten durch und gewann die Runde hoch mit 7:2. Letztlich hatte er mit Pellaiz in allen Runden keine großen Schwierigkeiten und siegte insgesamt mit 18:10 Punkten. Im Achtelfinale muss er gegen den Iren Darren O’Neill antreten, Der mehrfache irische Meister holte bei den Europameisterschaften 2011 in Ankara die Silbermedaille. Härtel wird es  mit einem harten Brocken zu tun bekommen.

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Deutsche Olympiaboxer mit Zuversicht

Optimistisch blicken die Verantwortlichen des DBV ins Boxturnier der 30. Olympischen Sommerspiele in London, die gestern mit einer beeindruckenden Veranstaltung eröffnet wurden. Der Präsident des Deutschen Boxsportverbandes, Jürgen Kyas, zeigte sich nach der Auslosung der Vorrundengegner der aus vier Boxern bestehenden deutschen Olympiastaffel gelassen und mit einem Schuss Optimismus. Man müsse die Gegner zwar ernst nehmen, könne aber mit einiger Zuversicht ins Boxturnier starten. Der Weltergewichtler Patrick Wojcicki aus Wolfsburg, noch keine 21 Jahre alt, hat sich durch einen Sieg im europäischen Qualifikationsturnier für die Spiele in London qualifiziert. In seinem ersten Kampf trifft er auf den Franzosen Alexis Vastine, der 2008  in Peking Dritter bei den Olympischen Spielen im Halbweltergewicht wurde. Wojcicki ist dreifacher Deutscher Amateurmeister im Weltergewicht und siegte 2011 im traditionsreichen, international besetzten Chemiepokal in Halle. Stefan Härtel, der 24jährige Mittelgewichtler vom SV Lichtenberg 47 in Berlin, kämpft bereits heute gegen Enrique Collazo Pellaiz  aus Puerto Rico.  Härtel ist derzeit Sportsoldat und qualifizierte sich für die Spiele in London durch einen zehnten …

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Laszlo Papp: Dreifach-Olympiasieger und ungeschlagener Profi

Nach sechs Titelverteidigungen als Europameister im Mittelgewicht steht der dreifache Olympiasieger Laszlo Papp vor einem Kampf um die Weltmeisterschaft. Er ist als Profi ungeschlagen, und die Boxwelt wartet auf einen mitreißenden Kampf WM-Fight. Da erhält er vom ungarischen Verband die Nachricht, dass er nach Ungarn zurückkehren  und vom Profiboxen zurücktreten solle. Laszlo ist am Boden zerstört, aber er gehorcht, denn im damals sozialistischen Ungarn lebt seine Familie, und er will sie nicht in Gefahr bringen. So wächst er auf – und so kommt er zum Boxsport Laszlo Papp, der am 25. März 1926 in der ungarischen Hauptstadt Budapest geboren wird, kommt aus einem sehr einfachen Elternhaus. Der Vater, der als Fahrer eines Druckereibetriebes arbeitet, stirbt schon früh. Seine Mutter führt einen winzigen Lebensmittelkrämerladen und hat Mühe, die Familie, die außer Laszlo seine jüngere Schwester umfasst, zu ernähren. Laszlo beteiligt sich früh an den Familieneinkünften; er arbeitet unter anderem im Tennisclub als Gehilfe oder bietet sich als Hundebegleiter für reichere Familien an. Berichtet wird, dass er …

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Jerzy Kulej gestorben

Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Amateurboxer der 1960er Jahre, der polnische Halbweltergewichtler Jerzy Kulej, ist nach einer Meldung der polnischen Nachrichtenagentur PAP tot. Der am 19. Oktober 1940 im schlesischen Czestochowa geborene Pole war zweifacher Olympiasieger im Halbweltergewicht und in dieser Gewichtsklasse auch zweifacher Europameister. Bei den Spielen in Tokio 1964 schlug er in den Vorrunden Roberto Amaya aus Argentinien und den Briten Richard McTaggart. Im Viertelfinale des Turniers besiegte er klar Josif Mihalic aus Rumänien und im Halbfinale Eddie Blay aus Ghana. Das Finale gegen Evgeni Frolov aus der Sowjetunion gewann er überlegen nach Punkten. Vier Jahre später, bei den Olympischen Spielen in Mexiko, besiegte er im Viertelfinale nur knapp den DDR-Boxer Peter Tiepold. Im Halbfinale des Turniers triumphierte er klar über den Finnen Arto Nisson. Den zweiten Olympiasieg holte er durch einen zwar knappen, aber verdienten Sieg über den Kubaner Enrique Requeiferos. 1963 in Moskau und 1965 in Berlin erkämpfte er sich jeweils den europäischen Titel im Halbweltergewicht. Zwei Jahre später,  bei den …

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Henry Maske und Co: Deutsche Olympiasieger der achtziger und neunziger Jahre

Schon ab den siebziger Jahren zeigt sich, dass im geteilten Deutschland die Amateurboxer der DDR im Vergleich zur Bundesrepublik bei Olympischen Spielen, aber auch bei Weltmeisterschaften und europäischen Titelkämpfen, weitaus erfolgreicher auftreten. Mit den Olympiasiegen von Wolfgang Behrendt 1956 und  Manfred Wolke 1968  finden sich erste Ansätze der später fulminanten Erfolge der DDR-Boxer. Eine über das ganze Land sich erstreckende Talentsichtung und Talentlenkung, eine behutsame und systematische Aufbauarbeit mit einem kompetenten Trainerstab macht dies möglich. Trainer, die nach der Wiedervereinigung heute im Profibereich noch tätig sind, Fritz Sdunek, Ulli Wegner und Manfred Wolke als DDR-Trainer Hierzu zählt der heute 64jährige Fritz Sdunek, der als Amateur 129 Kämpfe bestritt, zuletzt beim SC Traktor Schwerin, und dort zunächst auch als Trainer arbeitet, wo er unter anderem Alexander Zülow betreut. Nach dem Studium an der Sporthochschule Leipzig mit dem Abschluss des Diplom-Sportlehrers ist er dann Assistent des DDR-Cheftrainers Günter Debert, der diese Position von 1978 bis 1979 innehat. Nach der Vereinigung arbeitet er auch als Cheftrainer des Niederländischen …

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Deutsche Olympiasieger, Teil I: Von Runge bis Fink

Es sind nur noch wenige Wochen bis zum wichtigsten Ereignis des Amateurboxsports,  dem Olympischen Turnier in London. Am 27. Juli beginnen die Olympischen Sommerspiele, einen Tag später starten die Box-Wettkämpfe, die bis zum 12. August gehen werden. Vier deutsche Amateurboxer haben sich für Olympia 2012 qualifiziert, nämlich der Weltergewichtler Patrick Wojcicki, Stefan Härtel im Mittelgewicht, der Halbschwergewichtler Enrico Kölling und der Superschwergewichtler Erik Pfeifer. Sie bereiten sich in der Sportschule Hennef auf die Spiele vor. Ob es den vier deutschen Auswahlboxern erstmals nach zwanzig Jahren gelingt, ernsthaft bei der Vergabe von Gold mitzumischen? Olympia und deutsche Aufgebote Bis zu den letzten Olympischen Spielen vor vier Jahren in Peking gibt es insgesamt elf deutsche Boxer, die Gold holen konnten. In der (inoffiziellen) Nationenwertung der olympischen Boxturniere belegen deutsche Boxer damit den fünften Platz, hinter den USA, Kuba, Italien, der ehemaligen Sowjetunion und Großbritannien. Dabei  muss natürlich berücksichtigt werden, dass sich die Zahl der deutschen Olympiasieger aus verschiedenen Olympiaaufgeboten zusammensetzt. Zum einen die Goldmedaillengewinner, die bis zum …

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Boxen als Schulsportangebot: In NRW unerwünscht

In Niedersachsen, in der Hansestadt Hamburg ist Boxen seit geraumer Zeit als außerunterrichtliches Angebot im Schulsport des Bundeslandes verankert. Im größten deutschen Bundesland, in Nordrhein-Westfalen, wird es auf lange Sicht ein solches Angebot nicht geben. Wie der zuständige Referatsleiter für den Schulsport des Landes NRW soeben mitteilt, „gibt es aktuell keine Bestrebungen, den Boxsport an Schulen verbindlich als Teilbereich des unterrichtlichen oder außerunterrichtlichen Schulsports einzuführen“. Insbesondere, so schreibt der Referatsleiter, gäbe es neben“ pädagogischer Begründungszusammenhänge weiterhin Sicherheitsbedenken“, Außerdem bestünden „weiterhin Verletzungs- und Gesundheitsrisiken“. Der Referatsleiter räumt allerdings ein, dass „letztlich die Schulen über ihr außerunterrichtliches …. Sportangebot“ entscheiden, die hierbei aber die „Rahmenvorgaben“ für den Schulsport, die das Ministerium setzt, beachten müssen. Insgesamt wird deutlich, dass das NRW-Ministerium ein Boxangebot in den Schulen des Landes nicht unterstützt. Die geäußerten Sicherheitsbedenken werden in anderen Bundesländern, wie wir gesehen haben (vergleiche den entsprechenden Artikel), anders beurteilt. Verletzungsrisiken beim Boxsport werden nicht höher als in anderen Sportarten gesehen. Die vom Ministerium genannten  „pädagogischen Begründungszusammenhänge“, die gegen den Schulboxsport …

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Deutschlands ältester Boxclub

Max Schmeling trainierte hier, ebenso  Hein Domgörgen, Jupp Besselmann, um nur einige der berühmten Boxer zu nennen, die mit diesem Verein verbunden sind.  Ein Verein, der im wahrsten Sinn des Wortes Boxgeschichte verkörpert. Es ist der älteste Verein in Deutschland, in dem noch aktiv trainiert wird, vor nunmehr 106 Jahren gegründet. Das ist der SC Colonia 06. Das hundertjährige Vereinsjubiläum wurde unter anderem mit einer Festveranstaltung im Deutschen Sport- und Olympiamuseum im Zusammenhang mit einer Ausstellung über Max Schmeling, der zu Beginn seiner Laufbahn in diesem Verein trainierte, begangen. Dass der Verein nach seinen Höhepunkten in den 1920er Jahren auch heute noch zu den erfolgreichsten Boxclubs in Deutschland und in der Welt zählt und besonders im Jugendbereich Pionierarbeit leistet und Spitzenboxer hervorbringt, soll schon hier erwähnt werden. Die Anfänge des Vereins Die Vereinschroniken benennen den 06. August 1906 als Gründungsdatum des Vereins. Zunächst stützten sich die sportlichen Aktivitäten auf die Sportarten Leichtathletik und den Radsport; erst nach einiger Zeit kristallisierte sich der Boxsport in dem …

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