Vitali Klitschko wurde am 19. Juli 1971 in dem kleinen - damals zu Sowjetunion gehörenden - Städtchen Belowodskoje geboren. Er ist aktueller WBC-Schwergewichtsweltmeister und neben Muhammad Ali, Evander Holyfield und Lennox Lewis der einzige Boxer, der drei mal in seiner Karriere die Weltmeisterschaft im Schwergewicht gewinnen konnten.
Kämpfe:
News:
- 30.07.2010 - Klitschko – Peter 2 nun offiziell: Ex-Weltmeister Peter bekommt langersehntes Rematch
- 22.07.2010 - ARENA-Boss Öner über den Weggang von Gomez: “Er hat bei mir in drei Jahren mehr verdient, als in zehn Jahren Universum”
- 21.07.2010 - Juan Carlos Gomez kehrt zu Universum zurück: Verstärkt den Kampfabend am 31. Juli in Hamburg
- 10.07.2010 - Vitali Klitschkos Alternativen zu Valuev: Wird hinter den Kulissen an einem Duell mit Briggs gearbeitet?
- 03.07.2010 - Vorerst keine weiteren Klitschko-Kämpfe auf HBO: HBO Sports Präsident Ross Greenburg zu seiner Entscheidung
- 25.06.2010 - Universum sagt: “Danke, ZDF!”: Partnerschaft geht nach acht Jahren zu Ende
- 18.06.2010 - Nach Don Kings Vorstoß: Klitschko-Manager Bönte weist angebliche Einigung mit Team Valuev zurück
- 13.06.2010 - Klitschko lehnt Bürgermeister-Posten in Kiew ab: Begründet Absage mit Fehlen einer Machtbasis
- 03.06.2010 - Vitali Klitschko erhält Bundesverdienstorden: Ehrung für sein gesellschaftliches und politisches Engagement in der Ukraine und Deutschland
- 31.05.2010 - Freddie Roach über die Dominanz der Klitschkos: “Ich sehe momentan niemanden, der Wladimir ernsthaft herausfordern könnte”
Steckbrief:
- Geburtsname: Vitali Wladimirowitsch Klitschko
- Kampfname(n): Dr. Eisenfaust
- Gewichtsklasse: Schwergewicht
- Nationalität: Ukrainisch
- Geburtstag: 19. Juli 1971
- Geburtsort: Belowodskoje
- Todestag:
- Todesort:
- Stil: Linksauslage
- Größe: 2,02 m
Kampfstatistik:
- Kämpfe: 39
- Siege: 37
- K.-o.-Siege: 36
- Niederlagen: 2
Leben:
- Vitali Wladimirowitsch Klitschko, wie er mit vollem Namen heißt, ist der ältere der Klitschko Brüder.
- Sein Bruder Wladimir Klitschko ist fünf Jahre jünger.
- Die Eltern der beiden heißen Wladimir Rodionowitsch Klitschko (Offizier der Sowjetarmee) und Nadeschda Uljanowna Klitschko (Pädagogin).
- Vitali Klitschko ist mit seiner Frau Natalie seit April 1996 verheiratet und hat mit ihr zwei Söhne und eine Tochter: Jegor Daniel (* 16. Mai 2000), Elisabeth Victoria (* 24. November 2002) und Max (* 1. April 2005).
- 2000 promovierte Klitschko in Sportwissenschaften an der ukrainischen Universität "Hryhorij Skoworoda" in Perejaslaw-Chmelnyzkyj unter dem Titel "Sportbegabung und Talentförderung".
- Im Alter von 14 Jahren begann Klitschko mit Kickboxen. Wo er erst die Stadtmeisterschaft, dann die Republikmeisterschaft der Ukraine und anschließend die Spartakiade gewann.
- Bei den Europameisterschaften 1992 erlebte Klitschko sein erstes und einziges KO seiner sportlichen Laufbahn: Im Finale traf ihn sein Gegner Pele Reid am Kinn, worauf Klitschko in die Knie ging.
- Auch im Amateurboxen war Klitschko erfolgreich: er siegte in 195 Kämpfen (80 vorzeitig) bei nur 15 Niederlagen.
- Er gewann die ukrainische Meisterschaft und die Militärweltmeisterschaft 1995 in Rom.
- 1996 wollte Klitschko bei der Olympiade in Atlanta teilnehmen, wurde jedoch bei einer Dopingprobe positiv () getestet.
- Sein Bruder Wladimir Klitschko wurde daraufhin für die Olympiade nachnominiert und gewann die Goldmedaille.
- Nach den olympischen Spielen wechselten die Klitschko-Brüder gemeinsam in das Profilager und schlossen einen Vertrag mit dem deutschen Boxstall Universum Box-Promotion
- Am 16. November 1996 entschied Klitschko sein Debüt im Profiboxen für sich: Er besiegte seinen Gegner Tony Bradham in Hamburg duch ein KO. Bereits in der zweiten Runde. (Video)
- In seinem 22. Profikampf gewann Klitschko am 24. Oktober 1998 seinen ersten wichtigen Titel: Er besiegte Mario Schießer im Kampf um die Europameisterschaft vorzeitig.
- Nach 24 KO-Siegen in Folge gewann Klitschko am 26. Juni 1999 gegen Herbie Hide den Weltmeistertitel der WBO ebenfalls durch KO in der zweiten Runde. Diesen Gürtel verteidigte er in zwei Kämpfen erfolgreich, bevor er ihn überraschend am 1. April 2000 an den US-Amerikaner Chris Byrd verlor. Byrd war nur 1,5 Wochen vor dem Kampf als Ersatzgegner für den ursprünglich vorgesehenen, kurzfristig erkrankten Donovan Ruddock verpflichtet worden. Nach der neunten Runde gab Klitschko den Kampf wegen einem Sehnenriss in der linken Schulter auf. Er lag zu diesem Zeitpunkt auf allen drei Punktzetteln vorn (zweimal mit 7:2, einmal mit 8:1 Runden); besonders in den USA wurde ihm jedoch mangelnder Kampfgeist vorgeworfen.
- Nach der verletzungsbedingten Pause gab Klitschko am 25. November 2000 mit einem Kampf um den vakanten Europameistertitel gegen Timo Hoffmann sein Comeback. Es war der einzige Kampf seiner Profikarriere, den Klitschko nach Punkten gewann. In der Folgezeit kämpfte er sich mit mehreren Siegen, unter anderem gegen Orlin Norris, Ross Puritty, Vaughn Bean und Larry Donald an die Spitze der Ranglisten der Boxverbände zurück und stieg dadurch zum Herausforderer des damaligen WBC-Weltmeisters Lennox Lewis auf.
- Ursprünglich sollte Klitschko bei einer freiwilligen Titelverteidigung von Lewis gegen den Kanadier Kirk Johnson in einem Vorkampf gegen den ungeschlagenen US-Amerikaner Cedric Boswell boxen. Durch die verletzungsbedingte Absage Johnsons bekam Klitschko allerdings die Chance, selbst gegen Lewis anzutreten. Am 22. Juni 2003 verlor er im Staples Center von Los Angeles gegen Lewis durch technischen KO. Nach der sechsten Runde wurde der Kampf vom Ringrichter auf Empfehlung des Ringarztes wegen mehrerer stark blutender Platzwunden im Augenbereich Klitschkos abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er auf allen drei Punktzetteln der Punktrichter vier der sechs Runden gewonnen.
- Wegen der unglücklichen Art der Niederlage blieb Klitschko allerdings hoch in den Ranglisten platziert. Noch im Dezember desselben Jahres konnte er sich durch einen KO-Sieg über Kirk Johnson für einen weiteren Titelkampf der WBC qualifizieren. Nachdem der erwartete und vom WBC-Verband angesetzte Rückkampf gegen Lewis aufgrund des Rücktritts des amtierenden Weltmeisters nicht zustande kam, boxte Klitschko am 24. April 2004 in Los Angeles gegen den Südafrikaner Corrie Sanders, der im März 2003 seinen Bruder Wladimir bei dessen WBO-Titelverteidigung überraschend geschlagen hatte, um den nunmehr vakanten Titel. Er gewann in einem mit hoher Intensität geführten Kampf durch technischen KO in der achten Runde. Vitali Klitschko zeigte sich in diesem, wie im Lewis-Kampf, als kompletter Boxer auf der Höhe seines Könnens. Er verdiente sich durch seine spektakuläre Kampfesführung den Respekt der US-amerikanischen Boxszene sowie den Ruf als zu diesem Zeitpunkt bester Schwergewichtsweltmeister.
- Ein anschließend angestrebtes prestigeträchtiges Duell mit Mike Tyson ließ sich nicht realisieren, da der gealterte Tyson in der Zwischenzeit überraschend gegen den Briten Danny Williams verlor. Klitschko verteidigte seinen Titel daraufhin am 11. Dezember 2004 gegen Williams durch technischen KO in der achten Runde. Es war der vorerst letzte Kampf in der Karriere des Ukrainers, was zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen war.
- Nächster Gegner sollte der US-Amerikaner Hasim Rahman sein. Rahman hatte sich 2001 mit einem sensationellen KO-Sieg über Lennox Lewis einen Namen gemacht, war im direkten Rückkampf allerdings selbst schwer KO gegangen und hatte auch anschließend in einigen anderen Kämpfen seiner weiteren sportlichen Laufbahn enttäuscht. Klitschko musste diese Pflichtverteidigung mehrmals verletzungsbedingt verschieben. Am 30. April war ein Muskelfaserriss der Grund, am 18. Juni und am 23. Juli eine Rücken-OP und kurz vor dem 12. November dann ein Meniskusriss im rechten Knie. Neben dem Meniskusschaden wurde bei ihm zusätzlich noch ein Riss des Kreuzbandes im rechten Knie diagnostiziert. Da durch diese Verletzungen der Kampf erneut abgesagt werden musste, kündigte der WBC an, Klitschko den Titel abzuerkennen, falls er seiner Verpflichtung zur Titelverteidigung nicht innerhalb von sechzig Tagen nachkomme.
- Daraufhin entschied sich der damals 34-Jährige zum überraschenden Rücktritt. Am 9. November 2005 gab Klitschko offiziell das Ende seiner Profiboxkarriere bekannt. Er wurde daraufhin vom WBC zum so genannten „World Champion Emeritus“ ernannt, ein Status, der es ihm ermöglichte, bei einem Comeback sofort wieder um den WBC-Titel boxen zu dürfen.
- Nachdem er ein derartiges Comeback lange ausgeschlossen hatte, wurde am 24. Januar 2007 seine Absicht zur Rückkehr in den Boxring publik. Er legte dem WBC einen Antrag auf einen Kampf gegen den aktuellen Weltmeister des Verbandes Oleg Maskajew vor. Der Kampf war zunächst für Juni 2007 in Moskau geplant, konnte aber nicht realisiert werden, da die Verhandlungen zwischen Klitschko, Maskajew und dessen Pflichtherausforderer Samuel Peter scheiterten, so dass zunächst Peter gegen Maskajew antreten sollte.
- In der Zwischenzeit plante er für den 22. September 2007 einen Kampf in München gegen Jameel McCline, musste dieses Duell allerdings aufgrund eines Bandscheibenvorfalls, den er während der Vorbereitung in Kitzbühel erlitt, zwei Wochen vor dem Kampftermin absagen. Die erneute Trainingsverletzung erforderte eine Notoperation in Innsbruck mit anschließender sechswöchiger Rehabilitation. Er beschloss, danach keinen Aufbaukampf mehr zu bestreiten und gleich gegen den WBC-Weltmeister Samuel Peter anzutreten, der inzwischen Oleg Maskajew entthront hatte.
- Vitali Klitschko trat am 11. Oktober 2008, drei Jahre und zehn Monate (1400 Tage) nach seinem vorläufigen Rücktritt, in der Berliner O2 World gegen den Nigerianer Samuel Peter an. Er beherrschte den Kampf deutlich und nutzte dabei den Vorteil seiner wesentlich größeren Reichweite. Nachdem Peter alle acht vorangegangenen Runden klar verloren hatte und im Gesicht bereits schwer gezeichnet war, kam er zur neunten Runde nicht mehr aus seiner Ecke und gab den Kampf auf. Durch den Gewinn des WBC-Titels durch Vitali Klitschko gelang den Klitschko-Brüdern zudem ein boxhistorisches Novum, da erstmals zwei Brüder gleichzeitig Weltmeistertitel im Schwergewicht hielten.
- Gemäß der Vereinbarung mit dem WBC-Verband, die ihm trotz der langen Inaktivität den Weltmeisterschaftskampf ermöglichte, musste Klitschko den Titel gegen den ehemaligen Cruisergewichtsweltmeister Juan Carlos Gómez verteidigen. Gómez, ein früherer Sparringspartner der Klitschkos, als sie gemeinsam beim Hamburger Universum-Boxstall unter Vertrag standen, erwarb sich das Recht auf den Titelkampf mit einem Sieg über Klitschkos Landsmann Wolodymyr Wirtschis. Im Dezember 2008 wurde zudem von der WBC angeordnet, dass der Gewinner des Kampfes zwischen Klitschko und Gómez seinen Titel innerhalb von 120 Tagen gegen den Ex-Weltmeister Oleg Maskajew verteidigen soll, wogegen Klitschko allerdings beim internationalen Sportgerichtshof (CAS) Beschwerde einlegte. Die Pflichtverteidigung gegen den Exilkubaner Gómez fand am 21. März 2009 in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer Halle statt. Klitschko gewann den Kampf durch technischen KO in der neunten Runde.
- Kurz nach diesem Kampf erklärte der World Boxing Council WBC den 37-jährigen Ukrainer zum größten Knockouter aller Zeiten. "Die Quote von 36 KOs bei 37 Siegen (97,2 Prozent) habe noch nie ein Boxer in der Geschichte des Schwergewichts erreicht."
- Seit 1996 engagieren sich Vitali Klitschko und sein Bruder Wladimir neben dem Sport für mehr soziale Gerechtigkeit. Sie haben einen Fonds für sozial benachteiligte Kinder gegründet und starteten in Marokko und Brasilien Hilfsprojekte. Sie unterstützen Schulungs- und Bildungsaktivitäten für Kinder in den Ländern in Afrika, Asien und Südamerika. Für ihren Einsatz werden sie von der UNESCO als "Heroes for Kids" ausgezeichnet, als Vorbilder für Fairness, sportlichen Erfolg und Bildung.
- Im Disney-Film Die Kühe sind los liehen er und sein Bruder Wladimir 2004 den Jungbullen Boris und Noris ihre Stimmen.
- Das Lied "Sonne" der deutschen Rockband Rammstein wurde auf Anfrage von Klitschko geschrieben, sollte ursprünglich Der Boxer heißen und als Klitschkos Einmarschlied dienen. Da Klitschko die Endfassung jedoch zu hart war, kam das Lied nicht zum Einsatz. Stattdessen ist "Hells Bells" von AC/DC das Einmarschlied von Klitschko.
- Die Klitschko-Brüder betreiben seit Oktober 2007 eine eigene Vermarktungsagentur "Klitschko Management Group GmbH" (KMG) mit Sitz in Hamburg-Ottensen. Geschäftsführer der Agentur ist der langjährige Klitschko-Manager Bernd Bönte.

